InderNett-Tour

1. Reiseziele Hier berichten die Orissa-Gäste...
 2. Termin wählen
3. Routenvorschläge
 4. Reisehinweise
Noch Fragen? FAQ!
5. Mitreiseantrag

Rückfragen

Orissa-Gäste - ihre Reports im Dialog mit Bernd

 

 

Diese Rubrik wurde am 12. Oktober 2010 aktualisiert

 

 

Nur morgens ein Tuch um die Schultern - wegen der Nachtkühle. Ansonsten sind die Frauen der Bonda (nacktes Volk) nur mit ihren unzähligen bunten Perlen bekleidet

*    Inhalt

Das ORISSA - Forum

Kalinga Discovery 2001

Ein Vorabbericht aus Wien

Marion: KALINGA - auf zu neuen Ufern......

Spuren des großen Sturms

Ist das noch Indien - oder schon Afrika?

Gruppe zu groß

Durch die Finsternis nach Bitharkanika

Krokodile überall

“Pish pry?“

Ein Hemd für den blinden Sänger

Wie bekommt man Kontakt?

Varanasi zum Schluß

Kalinga in Stichworten

Heidi: 1001 kunterbunte Schmetterlinge

Wir wollen alles sehen

Zittern nach Zyklon

Oriyas: Ein starkes Volk

Sicher durch die Wildnis

Unsere ORISSA-DISCOVERY  - Heidis Bericht

Bhitarkanika - Krokogruß und Rattenkuß

Kompetente Crew

Schnaps als Stoßdämpfer?

Simlipal lohnt nicht

Tolle Truppe

Hütten:  5 Sterne im Katalog - oder ein  paar Millionen schimmern durchs marode Dach

Gut von A nach B

Prachttempel und abgelegene Stammesdörfer

Das Dessert: Varanasi

Christa aus Augsburg: Orissa-Erinnerungen

Kalinga 2001 – Margret berichtet

Sabine: Kalinga – die zweite

„Hydenrabatz“: Falsche Haltestelle...

Das Lächeln kultivieren

‚Sanfter Tourismus’ bedeutet auch ‚Sanftes Fotografieren’

‚Sakrale Altbauten’ – ein Muß!

Gast bei Fürsten

Abenteuer Eisenbahn

Kolkata (...hieß früher Kalkutta)

Die heilige Stadt

Schon wieder zurück? Die Seele blieb da...

Kalinga – das Fazit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ORISSA - Forum

Mit einem gestandenen Team aus „KD-geprüften“ Teilnehmern sind wir im Februar 2000 aufgebrochen, um in Indien Neuland zu entdecken. Von langer Hand geplant war dieses Abenteuer kurz vor seinem Start durch den verheerenden Cyclon (Ende Oktober 1999) noch einmal infrage gestellt: Konnten wir es wirklich wagen, in ein von Naturgewalten verwüstetes Land zu fahren, ohne uns gleich als Katastrophentouris fühlen zu müssen? Nach sorgfältiger Prüfung zeigte sich jedoch, daß nur ein kleinerer Teil des Bundesstaates Orissa betroffen war. Das Gebiet, wo der Sturm am schlimmsten getobt hatte, lag nicht auf der geplanten Route. Allerdings haben wir dann später im Gebiet von Puri und Konark furchtbare Verwüstungen gesehen - obwohl wir dort von der Route des Wirbelsturms viele Kilometer entfernt waren!

Auf dieser Erkundungsreise wollten wir in 4 Wochen alles sehen, was die Oriyas - so nennen sich die Einwohner Orissas nach der Landessprache Oriya - für zeigenswert hielten. Aus diesem Fundus wollen wir später die schönsten Ziele für eine neue Discovery auswählen.

Bedenkt diese Intentionen, wenn Ihr die Berichte unserer Teilnehmer/innen lest: Was uns nicht gefallen hat wird geändert oder ausgelassen, wenn wir die „KALINGA-DISCOVERY“ aus der Taufe heben. Kalinga ist der Name des alten Orissa - ein Land, daß man mit Recht als weißen Fleck auf der Landkarte des Tourismus bezeichnen kann. Und trotzdem - wir haben eine Menge ursprüngliche Winkel gefunden und festgestellt: Eine Kalinga-Discovery ist es wert. Allerdings - eine Reise kann nur dann wirklich gelingen, wenn wir die Teilnehmerzahl streng limitieren! Das ist immer schon KD-Prinzip in Kerala und Rajasthan - und in Orissa um so wichtiger.

Das bringt auch Marion zum Ausdruck, die sich heute als erste Teilnehmerin zu Wort meldet. Mit ihr zusammen war ich nach unserer Keralareise im Januar nach Mumbai geflogen, um mit dem restlichen Team dort zusammenzutreffen und gemeinsam nach Bhubaneswar zu fliegen.

Kalinga Discovery 2001

Ein Vorabbericht aus Wien

Nicht alle Reports sind seitenlang – was nicht heißt, daß Kurzberichte weniger gehaltvoll sind. Herbert aus Wien war mit Kerala Discovery im Nov/Dez in Orissa:

Hallo Bernd !


Sie haben ein Menge am Hals – die Gadhaba

Indien ist ein verrücktes Land, nicht immer „schön“, aber immer interessant! Unsere Reise war ein starkes Stück, im positiven Sinn !

Gut gesagt! Aus diesen Worten geht schon hervor, daß Herbert nicht zum ersten Mal in Indien war. Und das ist wichtig: Orissa ist ein Ziel, das sich nicht so sehr für Indienneulinge eignet. Schade nur, daß eines der Highlights genau zu dem Zeitpunkt gesperrt wurde. Wegen der Regionalwahlen war unseren Freunden der Weg ins größte Flußdelta der Welt versperrt. Die Behörden fürchteten Unruhen bei den Stammesgruppen und um die Sicherheit der Ausländer:

Negativ war natürlich die Absage der Sunderbans, besonders Gerhard war schwer enttäuscht. Als Ersatzprogramm diente ein Stadtprogramm von Kolkata und eine Reise nach Shantiniketan (Universität und Sitz von Rabindranath Tagore) , für ein Tagesprogramm ist das allerdings zuwenig. Weiters besuchten wir Vishnupur, (sehr interessant), besonders die eigenwilligen Tempel sind sehenswert.

Weiters hatten wir aufgrund des Mottos von Kerala Discovery etwas mehr Familienanschluß erwartet. Dass das nicht so einfach ist in  Indien, hat uns Sanghamithra dann erzählt.

Das waren die Punkte, die uns nicht so gefallen haben.

Familien zu finden, die mit entsprechenden Gästezimmern für unsere Ansprüche gerüstet sind, ist in dieser Welt tatsächlich nicht so einfach. Wenigstens haben wir die fürstlichen Nachkommen der ehemaligen Kalinga-Herrscher für uns gewinnen können, die uns ihrem Familienpalast zu Dhenkanal aufnehmen.


Dhenkanal Palace – fürstliches Ambiente

Nun zu den positiven Seiten. Die Betreuung durch Sanghamithra war erstklassig, Sanatan hat sich wirklich äußerst engagiert, auch der Driver war schwer in Ordnung.

Sanghamithra („Mitra“)ist die gute Seele des Kalinga-Programms, das sie mit ihrer ganz privaten Energie organisiert. Gleichzeitig hat sie als Agentin von Swosti-Travels die Beziehungen der größten Travel-Agency Orissas im Rücken. Sanatan ist uns als hilfsbereiter Tourbegleiter ans Herz gewachsen – immer dann, wenn Mitra aus Termingründen nicht selbst mit unseren Gästen reisen kann, ist Sanatan aus der männlichen Riege die erste Wahl.

Eine äußerst positive Überraschung war die Anzahl und die teilweise Ursprünglichkeit der Stämme in Orissa.

Der Aufenthalt beim Raja von Dhenkanal hat wirklich alle Erwartungen übertroffen, der Raja selbst war sehr  sympathisch und das Ambiente des alten Schlosses ist  etwas Außergewöhnliches.

In der Umgebung von Dhenkanal wären sicher viele Sehenswürdigkeiten anzusehen, die sich aufgrund des Terminplanes aber leider nicht ausgehen. Sein Onkel , der in der Nähe wohnt, hat uns z.B. angeboten mit ihm in den Busch zu gehen und die Wildelefanten zu beobachten, das würde aber einige Tage erfordern.

Vielleicht könnte man in Zukunft Dhenkanal zum Zentrum machen und von dort Stämme oder Naturschutzreservate besuchen ?

Die von Dhenkanal aus erreichbaren Stammesdörfer sind wenig reizvoll, verglichen mit den Stämmen im „Wilden Westen“ Orissas – das werdet Ihr mangels Vergleich nicht nachvollziehen können. Wir aber waren dort auf unserer Pionierreise und haben für die Kalinga Discovery später die Highlights ausgewählt, die man in 21/28 tagen schaffen kann.


Nacktheit an die Kette gelegt – die Bonda

Doch Du hast durchaus recht: Dhenkanal Palace und die Familie des derzeitigen Yuvraj ist eine Sonderreise wert!

Die Unterbringung in den Hotels war für indische Verhältnisse direkt luxuriös (das war ich von meinen früheren Reisen nicht gewohnt) , das Essen immer gut, sehr oft sogar ausgezeichnet  und meistens zuviel, so daß wir immer eine Mahlzeit gestrichen haben, um nicht aus Indien mit ein paar Kilos zuviel zurückzukommen !

Das kehrt wieder den höflichen und indienerfahrenen Traveller hervor: „luxuriös“ ist selbst mit der Einschränkung „für indische Verhältnisse“ doch etwas gewagt – wenn man andererseits die fast gar nicht entwickelte Region berücksichtigt, so haben wir schon das Beste, was zu bekommen ist. Doch erwartet nicht zu viel, Orissa-Interessenten!

Das war’s für erste , ich werde Dir noch eine ausführliche Reisebeschreibung nachliefern !

Darauf freut sich die INN-Leserschaft mit Sicherheit, denn wir haben lange keine Reiseberichte aus Orissa und Umgebung gelesen!

Summa summarum eine großartige Reise !

PS: Die letzte Woche war ich in Sikkim, wo ich gerade zu den Maskentänzen in den Klöstern zurechtgekommen bin. Dieser Teil von Indien hat mich schwer beeindruckt. Die einsamen Klöster auf den Bergspitzen, das noch dicht bewaldete zerklüftete Bergland mit dem Kangchenzonga im Hintergrund, die freundlichen Leute und die Kultur der Bergvölker ist vielleicht ein lohnendes Ziel von Kerala Discovery.

Mit freundlichen Grüßen – Herbert

Sikkim klingt schon immer reizvoll – doch meiner Kapazität sind Grenzen gesetzt. Dennoch planen Chandra und ich, dem Himalaya in Kürze etwas näher zu kommen.

Danke für die Vorabskizze Deiner Kalinga Discovery, lieber Herbert! Vergiß nicht, ein paar Fotos für Deine Fortsetzung zur Verfügung zu stellen. Für diesmal mußte ich mich noch aus der Orissa-Galerie bei KD-online bedienen...

 

Marion: KALINGA - auf zu neuen Ufern......

Nach zwei erholsamen Wochen in Kerala war ich bereit für das Abenteuer Orissa.

Und ich war vielleicht überrascht, am Samstag morgen die ganze Gruppe im Restaurant des Hotel Sahar Garden sitzen zu sehen. Müde zwar, aber da. Ein schönes Gefühl, mit alten Freunden neues Terrain erobern zu können.

Bei allem neuen, das auf uns zukam, war es schön Chandras Gesicht in der Menge am Flughafen von Bhubaneswar zu erblicken. Die ersten Blickwechsel mit Sanghamithra und Sampad waren fremd und ich hatte keine Idee, was daraus werden könnte.

Als wir am nächsten Morgen in unseren Bus eingestiegen sind und da vier junge Männer (unser Guide Sampad, der Driver und noch zwei) vorne saßen,  von denen ich nicht wußte, wozu die da sein sollten. Ich dachte, ein oder zwei von ihnen nehmen wir nur ein Stück mit und die steigen dann wieder aus. Glücklicherweise sind sie erst am Ende unserer Reise wieder ausgestiegen, wie sich bald herausgestellt hat.

Marion als exotisches Ausstellungsstück: Touristen sind so selten in Orissa, daß sie für die Bevölkerung hinter starken Eisengittern zur Schau gestellt werden .... (Könnte man meinen.  Ich war übrigens ebenfalls in diesem Gehege und  habe diesen Schnappschuß gemacht)

Spuren des großen Sturms

Meine Eindrücke auf dem ersten Streckenabschnitt waren gemischt. Schon in einigen kleinen Nebenstraßen von Bhubaneswar haben wir am Vortag bei einem Spaziergang die Spuren des Zyklons gesehen und auch auf der Fahrt haben wir viele entwurzelte und umgeknickte Bäume gesehen. Etliche Strommasten und dünne Palmen standen total schief in der Landschaft und ich habe mich gefragt, wo da die Angriffsfläche für den Sturm war. Mir wurde bewußt mit welcher Wucht dieses Unwetter über das Land gefegt sein muß. Aber richtig vorstellen kann es sich wohl keiner von uns - wie auch Sampad uns erzählt hat. Er und die anderen drei unserer Crew haben ihre Häuser verloren. Wie haben diese Menschen sich geschützt und wo in Sicherheit gebracht???

Ist das noch Indien - oder schon Afrika?

Im weiteren Verlauf unserer Reise haben wir als Außenstehende von den Folgen des Zyklons nichts gespürt. Erst am Schluß, auf der Fahrt nach Konark, sind wir noch mal durch ein Waldstück direkt an der Küste gefahren, das vollkommen zerstört war. Überall standen Schilder “Picnic in the forest is not allowed!“ In welchem Wald  - habe ich mich gefragt.

Die Landschaft in Orissa fand ich wenig abwechslungsreich, was auf den langen Busfahrten besonders störend war. Allerdings habe ich auch nirgends so ein wunderschönes GRÜN gesehen, wie die Reisfelder in Orissa. Aber wir alle haben uns nach einer Weile schon nach dem kleinsten Hügel in der Landschaft neugierig an die Scheibe des Busses gereckt. Zum Teil hat mich die Landschaft an Afrika erinnert - obwohl ich dort nie war.

Und nicht nur die Landschaft. Wenn ich mir meine Photos von den Bonda anschaue, gehören die für mich auch nicht unbedingt nach Indien. Sowohl der Körperbau, die Bewegungen als auch der Schmuck und die Kleidung haben mich oft zweifeln lassen, ob ich wirklich noch in Indien bin.

Bekleidet mit unzähligen Ketten aus bunten Perlen: Bonda-Frauen

Gruppe zu groß

Diesen Menschen von den  Stämmen der Bonda, Kondh und Gadhaba zu begegnen, war für mich eines der schönsten Erlebnisse dieser Reise, obwohl ich mich oft wie ein Eindringling fühlte. Ich weiß nicht, womit wir unser Verhalten rechtfertigen können, wenn wir wie eine Horde in ein kleines Dorf eindringen, dessen Einwohner einfach nur in Ruhe gelassen werden möchten. In diesen Situationen haben sich unsere indischen Begleiter teilweise recht ruppig verhalten, wenn sie den Tribals die Tücher regelrecht von den Schultern gerissen haben. Ist es das wirklich wert, die Menschen so entwürdigend zu behandeln nur für ein tolles Photo? Denn mehr nehmen wir nicht mit. Und vielleicht ist das schon zu viel.

Besonders in diesen Momenten habe ich empfunden, daß die Gruppe zu groß war. Vier Leute würde ich ideal finden - Guide und Driver kommen ja auch noch dazu.

Durch die Finsternis nach Bitharkanika

Auf der Fahrt nach Bhitarkanika habe ich mich das erste Mal so richtig fallenlassen und in mein Schicksal gefügt. Die Bootsfahrt in der Dunkelheit - nachdem wir viel zu spät abgefahren waren - schien kein Ende zu nehmen. Ein paarmal habe ich mich gefragt, was wir machen, wenn plötzlich der Motor ausfällt. Am Ufer war kein einziges Licht zu sehen, nicht mal das winzigste Öllämpchen. Für mich ein Wunder, woran der Bootsführer sich überhaupt orientiert hat. Als wir dann nach 1 ½ Stunden endlich am Ufer angelegt haben, war es ja noch eine echte Kletterpartie vom Boot runter - oder rauf -  und nur mit unserem Handgepäck unterm Arm haben wir uns auf den Weg in die Dunkelheit gemacht. Mir war schon jetzt völlig egal, ob unsere Koffer noch jemals gebracht werden oder nicht. Nach einer Weile kamen wir an ein beleuchtetes Haus, aber das war leider nicht unseres und wieder schien der Weg endlos zu sein. Um mich herum war es stockdunkel und ich habe wie mechanisch einen Fuß vor den anderen gesetzt. Von der Tageszeit her war es noch gar nicht so spät, aber es war schon so lange dunkel und deshalb kam es mir vor wie mitten in der Nacht. Auf die Zubereitung des Abendessens konnte ich dann nicht mehr warten - da bin ich schon vorher ins Bett gegangen. Dabei hat sich beim Abendessen schon das erste mal die unglaubliche Flexibilität und Einsatzbereitschaft unserer Crew gezeigt, denn sie haben dem staff des Government Resorts beim Kochen geholfen. Sonst hätte es an diesem Abend wohl gar nichts mehr zu essen gegeben.

Gratulation an dieser Stelle auch an Swosti! In unserem Gepäck hatten wir Besteck, Geschirr, Teebecher, Decken, Laken, Matten - an allem waren wir irgendwann mal froh!

Haarklammern, Ohrringe und drei Nasenringe - Kennzeichen der Dongharia Kondh Frauen - bei den älteren kommt noch die qualmende Zigarre im Haar hinzu.

 

Krokodile überall

Am nächsten Morgen war klar, warum wir am Vorabend nicht auch nur das winzigste Licht am Ufer des Flusses gesehen haben - überall waren Krokodile. Wir bekamen Exemplare in allen Größen zu Gesicht und - eine dramaturgische Glanzleistung - die Größe der Tiere steigerte sich von Mal zu Mal. Als ich da nochmal an meine Visionen mit dem Motorausfall dachte, wurde mir doppelt mulmig.

 

“Pish pry?“

Es dauerte ein paar Tage (oder Wochen), bis wir uns auf den ungewöhnlichen Umgang unserer indischen Begleiter mit der englischen Sprache eingestellt hatten, aber auch danach überraschten sie uns immer wieder. Während des Essens wisperten sie uns “Pish pry“ (gebratenen Fisch) ins Ohr, und Gertrud wollte gerne was von dem Griesbrei.

Auch als Sanatan uns höflich bat, in den ersten Stock zu kommen “Please come to pirst ploor“, wollte G. wissen, warum die denn schon wieder den Passport zeigen müssen.

Mit den Buchstaben “f“ und “p“ hatten sie die meisten Schwierigkeiten, was lustig wurde, als Sampad uns von der Schönheit und Eleganz des “pemale dance“ erzählt hat. Was uns während der ganzen Reise nicht gelungen ist, daß einer von unseren Guides mal den Namen ihres geliebten Nachbarstaates Pakistan ausspricht.

Trotz allem war vor allem Sampad nie um eine Antwort verlegen. Nach dem Motto „besser eine falsche Antwort als gar keine“ hat er mir in Simlipal auf meine Frage, wofür die etwa 2m hohen Gestelle mit Stroh drauf seien, geantwortet: “To protect against the elepants.“ Für die war es genau die richtige Fresshöhe.

Ein Hemd für den blinden Sänger

Ein schönes Erlebnis war für mich in Cyonasika, unserem ersten Juang-Dorf, als wir schon fast wieder in den Bus gestiegen waren, und der Blinde mit seinem völlig verschlissenen T-Shirt dastand und anfing, auf seinem Musikinstrument zu spielen. Das war so eine Kokosgeige aus dem oberen Teil eines Spazierstockes und einer halben Kokosnußschale als Klangkörper und, ich glaube, mit einer Saite. Er spielte und sang dazu, so daß man seine Stimme nicht mehr vom Klang des Instruments unterscheiden konnte. Wir haben ihm ein paar Rupien in seine Einkaufstasche gesteckt, aber das schönste war, als Gertrud ihm ein Hemd geschenkt hat und wir ihm das gemeinsam angezogen haben. Da hat er sich wirklich riesig gefreut. Daraufhin hat er gleich noch eine Zugabe gespielt.

Bei den Juang in Cyonasika: Christa bei der Kontaktaufnahme

Auch beim Einkaufsbummel auf dem Wochenbasar: „Futterventil stets griffbereit“

Wie bekommt man Kontakt?

In all den Dörfern war ich diesmal froh über die große Menge an Überraschungseiern, die ich dabeihatte. Sobald ich anfing, eines dieser kleinen Bastelfigürchen zusammenzubauen, rannten die Kinder zusammen und es weckte auch die Neugier der Erwachsenen. Auf diese Weise ist es immer wieder gelungen, auch mit den sonst schwer zugänglichen Tribes in etwas engeren Kontakt zu kommen. Das ist für mich wichtiger als das aus dem Hinterhalt geschossene anonyme Photo.

Varanasi zum Schluß

Ein wunderschöner Abschluß der Reise war Varanasi. Bis auf das Hotel habe ich mich dort sehr wohlgefühlt. Dort hätte ich noch einige Tage an den Ghats und in den engen Gassen der Stadt verbringen können. Vieles, was ich inzwischen in dem Heft über Benares nachgelesen habe, möchte ich gerne noch mal selber sehen und erleben. Trotz der Hektik auf den Straßen und der ständigen Bewegung strahlt diese Stadt eine unheimliche Ruhe aus. Selten habe ich mich so friedlich und ganz eins mit mir selbst gefühlt, wie an den Cremation-Ghats. Wenn ich doch auch so enden könnte und meine Familie und ich auch so mit dem Tod umgehen könnten. Vielleicht können wir das noch lernen. Kashi, I come again!

Kalinga in Stichworten

Falls Du nicht alles aus dem Text rausfieseln möchtest, hier noch ein paar Schlagworte:

 

Klima                          angenehm

Guide und Driver        much more than expected

Unterkünfte                 wenn nach dem Rattenloch ein Schloß kommt, ist auch das für eine

                                   Nacht o.k.

Sanghamitra               mit der würde ich gerne mal verreisen

Essen und Trinken      kein Vergleich zu Bhavnas Küche, Tee nicht so lecker

Swosti                         super organisiert (Packed lunch, utensils, Cool-box, Getränke)

Kultur                          Jaganath is not Ganpathi!  Schade, daß man in die schönen Tempel

                                   nicht rein darf, viele von den Ruinen sind nicht so interessant

muß OD enthalten       die Wochenbasare von Chatikona, Onukudelli und Baligam, Jeypore, Puri, Varanasi,

schönste Erinnerung   daß wir uns in der Gruppe so gut verstanden haben

negativste Erinnerung als Sampad und der andere Scherge den Mädchen die Tücher

                                   vom Leib gerissen haben und daß all unsere vier Begleiter

                                   ihre Häuser beim Sturm verloren haben

 

Wenn Du aus meinen fast 1000 Photos welche haben möchtest, mußt Du es mal sagen - du hast sie ja schon gesehen. Ich schicke dir jetzt nicht auf gut Glück welche. Vielleicht mache ich es wie fast alle anderen auch - ich schicke dir die Bilder, auf denen Du drauf bist.

Wenn Du die allerdings für Dein neues Heft oder die Website verwendest, dann gute Nacht KD!

Marion aus Ravensburg, 28.03.2000

Heidi: 1001 kunterbunte Schmetterlinge

So bezeichnet die Mutter der Kalinga-Discovery unsere Pionierreise zu den Tribes & Temples am Golf von Bengalen. Heidi aus Basel ist es, die ich meine - mit ihr stieg und fiel das Projekt. Auf einer unserer gemeinsamen Indienreisen hatte sie von Orissa erzählt. Mit Freunden war diese Reise schon einmal geplant gewesen, aber widrige Umstände hatten das Projekt gekippt. Also habe ich mich schlau gemacht, und schließlich auch Chandra aus Jodhpur eingespannt, weil er Kontakte nach Orissa hatte. Durch ihn lernte ich die quirlige Sanghamithra aus Bhubaneswar kennen, die nach unseren Vorgaben eine Route zusammenstellte, Fahrzeuge besorgte und sich vor allem um Sondergenehmigungen kümmerte.

Wir wollen alles sehen

Alles, was die Inder für zeigenswert hielten, wollten wir uns ansehen - etwas anderes konnte ich nicht akzeptieren. Von meinen Reisen in den letzen 17 Jahren weiß ich, daß so manches für Europäer kaum von Interesse ist, obwohl es indischen Touristen den größten Spaß bereitet. Wenn man also noch nicht selbst da war, muß man reichlich Zeit mitnehmen, sich möglichst alles ansehen, und dann die Highlights zu einer neuen Discovery zusammenzusetzen.

Mit indischen Touristen kannte Sanghamithra sich nämlich aus - aus Europa waren bislang nur wenige Reisende in Orissa unterwegs.

Vielleicht liegt das daran, weil diese Region alljährlich in der Nachmonsunzeit von Überschwemmungen und Wirbelstürmen heimgesucht wird. Genau in der Zeit von September an, in der sich westliche Touristen für eine Indienreise bereit machen.

Zittern nach Zyklon

Radler auf dem Highway No. 6 - mit dem Zyklon kam die Flut

 

Genau diese Problematik hätte unsere Pionierreise beinahe auch gekippt - Ihr erinnert Euch an die beiden verheerenden Zyklone, die Mitte und Ende Oktober 1999 über den Osten dieser Provinz hergefallen sind.

Unterkünfte, Fahrzeuge und ortskundige Guides mußten spätestens im Dezember 99 bestätigt werden, wenn wir im Januar aufbrechen wollten. Und Katastrophentourismus wollten wir auf keinen Fall machen. Vier bange Novemberwochen lang habe ich täglich die Katastrophennachrichten direkt aus Orissa verfolgt, zwei Wochen dauerte es mindestens, bis ich eine Nachricht von Sanghamithra bekam: Sie meldete, daß die Telefonleitungen repariert seien und daß hinsichtlich unserer Route keine Änderungen notwendig seien - in die Nähe der schlimm verwüstete Region im Distrikt Jagathsinghpur würden wir nur auf der Strecke Puri-Konark kommen. Auch meinte sie, daß die Medien eine maßlos übertriebene Katastrophenberichterstattung forciert hätten, weil Orissa sich und seine notleidende Bevölkerung von der Welt (und besonders von den Hilfsorganisationen) vergessen fühlte.

Natürlich mußte diese Sichtweise auch durch andere Quellen verifiziert werden - ich kannte Sanghamithra nicht und mußte damit rechnen, daß sie versucht sein könnte, die Situation zu bagatellisieren. Schließlich hatte sie an dem Projekt in den vorangegangenen Monaten aktiv mitgearbeitet - das sollte nicht umsonst gewesen sein.

7 Tage nach dem Inferno: Vor den Trümmern ihrer Hütte bearbeiten Sushma Sahu und ihre Schwestern ihr Feld mit bloßen Händen

Oriyas: Ein starkes Volk

Nun - sie hatte im Grunde recht. Mißtrauen war unbegründet - die Reise wurde ein großes Erlebnis. Obwohl ich mir angesichts der Spuren eines so gewaltigen Sturms doch dachte: Diese fröhliche Frau gehört nebst den Männern, die sie uns zur Seite gestellt hatte, zu einem Volk, das gottgewollte Katastrophen mit unvorstellbarer Duldsamkeit hinnimmt, um schon Stunden nach dem Zyklon mit eisernem Überlebenswillen an den Wiederaufbau zu gehen.

Sicher durch die Wildnis

Zum Glück bestand unsere Reisegruppe ausnahmslos aus „sturmgeprüften KD-Stammgästen“, die im November Ruhe bewahrten und Chandra und mir die Entscheidung über die Durchführbarkeit  der Pioniertour überließen. Auch auf der Reise selbst bewährten sich alle Teilnehmer. Wir erkannten schon sehr schnell, daß unsere Gruppe für eine Kalinga-Discovery zu groß war. Mit weniger indienerfahrenen Travellern hätte schon dieser Umstand zum Problem werden können.  So haben wir uns hier und da mal aufgeteilt und unter Belastung mit großem Teamgeist reagiert.

So zeigt sich im Resümee der Einbruch einer Jungratte ins Moskitonetz von Gertrud und Christine als einziges Gefahrmoment  einer Reise in die wildesten Ecken des indischen Subkontinents.

Lest nun, wie Heidi diese Reise erlebt hat.

Unsere ORISSA-DISCOVERY  - Heidis Bericht

Wahrlich – dieser reichhaltige „Ausflug“ war eine Reise wert!!!

Wie bloss soll ich 1001 kunterbunte ORISSA – Schmetterlinge einfangen und einordnen?? Schmetterlinge, die unkontrolliert von einer Blüte zur anderen flattern, in der Luft stehen bleiben, im Flug ihre schillernden Farben und Zeichnungen zeigen , um dann wieder im „Ruhezustand“ fast farblos  auf ihren nächsten Flug zu warten.

So könnte ich in groben Zügen aus meiner Sicht unsere Reise beschreiben.

Meiner Meinung nach steht und fällt, meistens jedenfalls, eine Reise mit dem Reise-Team. Und da kann ich nur lobend sagen, dass diese von Bernd sorgfältig ausgewählte bunte und gewagt grosse ORISSA-Gruppe die beste Voraussetzung war für diese oft abenteuerliche und ungewöhnliche Pionierreise. Alle haben wir diesen „Härtetest“ überlebt und dazu noch genossen.

Bhitarkanika - Krokogruß und Rattenkuß

Eines der nervenkitzelnden Abenteuer erlebten wir schon in den ersten Tagen. Eine stundenlange Bootsfahrt bei tiefschwarzer Nacht in einem Fluss, wo grosskalibrige Krokodile nach einer wahrscheinlich langen Abstinenz ganz gern mal an einem weissen Männerbein (bitte ohne Pelz) knappern würden. Die fast beklemmende Situation wurde tapfer mit einer Whisky-Runde (oder waren`s gar zwei??) überspielt. Da kam man sich ganz schön nah!!

Was uns noch erwartete, wusste keiner. Nach einer schier endlosen Fahrt waren wir offenbar am Ziel. Das Aussteigen aus dem Boot, mit Gepäck, war noch abenteuerlicher als die Fahrt! Das spärliche Taschenlampenlicht half wenigstens etwas mit, keine Fehltritte von der steilen „Hühnerleiter“, die schwankte, ins offene Maul der Krokis  zu machen. Das wäre ein Fressen gewesen!!!

Wir tasteten uns durch den Busch zu unserer Unterkunft. Zelte aufstellen in tiefschwarzer Nacht?? Da war uns Massenlager lieber. Mit Stereo-Sound!! (schnarch...schnarch...). Chandra und Co. wären im Guinessbuch Rekordhalter!

Aber diese menschlichen Geräusche waren mir lieber als der nächtliche Rattenbesuch bei der tapferen Gertrud. Die Moskitos schafften den Durchbruch nicht, aber die Ratte setzte alles daran, Gertrud zu küssen.

Kompetente Crew

„Fütterung“ am „Betontisch“ der Forststation: Schmackhaftes Huhn serviert von Sanatan, der dazu wirklich über den Tisch lief.

Von links: Gertrud, Marianne, Stefan, Christine und im Hintergrund läuft Heidi, unsere Autorin...

 

Die Moskitos trieben’s anderweitig bunt, aber die Coils machten ihnen das Überleben schwer. Erst am anderen (kalten) Morgen entdeckten wir unser „Zuhause“: Fast menschenleer und ruhig. Die „Fütterung“ im Freien, wo das „Personal“ (unser Guide) auf dem Tisch (mit Schuhen) serviert, war wohl auch sehr exklusiv! Und einmalig! Doch auch hier, wie überall auf der ganzen Reise, war unsere Crew vom Bus vom Feinsten. Liebevoll wurden wir jeden Tag aufmerksam verwöhnt und mit leckeren Picknicks versorgt. Was die Abfallentsorgung betrifft, tun sich die Inder schwer. Wir wollten ihnen weismachen, dass man Plastik nicht einfach liegen lässt. Da sammelten sie alles in einem Karton, und stellten ihn mitten in die Natur!!!

Sampat, unser hervorragender Guide, war sprachgewandt (die lustigen Missverständnisse durch seine exotische Aussprache ergaben  ein fast vollständiges Vocabulaire) und ausgestattet mit einem reichen Schatz an Wissen über Geschichte, Kultur , Religion und vieles mehr.

„Filmefüllende Motive!“

 

Depa, der zuverlässige Driver mit seinem schalkhaften Lachen, wunderte sich oft, weshalb wir immer wieder Foto-Stops verlangten. Ein Ochsengespann, brennholztragende Frauen, Reihen von im Reisfeld arbeitenden Frauen, alter Mann im pinkesten Lunghi, und immer wieder Kinder, Kinder. Für Inder Alltag, für unsere Augen Delikatessen. Und filmefüllende Motive!

Schnaps als Stoßdämpfer?

Diese häufigen Foto-Stops verlängerten oft die Tagesetappen bis in die Dunkelheit spät abends. Diese Etappen waren oft, nicht unbedingt mal KM-mässig, aber zeitlich zu lang. Die schlechten Strassen waren schuld.

Aber die familiäre Ambiance im Bus machte das wieder wett. Zumal jeden Tag eine kulinarische Überraschung die Runde machte. Die Fantasie im Frauen-Team war erstaunlich! Und unsere lieben männlichen Kollegen verwöhnten uns immer wieder mit indischen herrlichen Babybananen (und Whisky).

Simlipal lohnt nicht

„Simlipal Treasure“ - Bestandsaufnahme am Eingang des Nationalparks:

1076 Pflanzenarten - 92 Orchideenarten - 29 Reptilienarten - 241 Vogelarten - 42 Säugetierarten - 7000 Sambarhirsche - 2500 Stück Rehwild - 432 Elefanten - 100 Leoparden..

Die Inder hatten ihren Schatz wirklich gut versteckt - den Tiger sogar in dieser Liste: „RBT“ heißt „Royal Bengal Tiger“! Wir sahen lediglich 1 Schmetterling.

 

Wenn ich ans Tiger-Reservat denke, bleibt in der Erinnerung nur ein malträtierter Rücken von der stundenlangen Schüttel-Jeepfahrt auf holprigen Naturwegen. Das konnte auch der Wasserfall nicht aufwerten! Da konnten wir endlich Fotos sparen!! Aber vom Tiger war keine Spur!! Wir kauften später dann farbige Holztiger, als Ersatz!! Ja – diese mühselige Ganztagesfahrt lohnte sich nicht, da waren sich alle einig.

Tolle Truppe

Um mal das Team beim Namen zu nennen :

Chandra, unser indischer Fürst, der einige von uns schon durch das märchenhafte Rajasthan führte;

Bernd, durch den die meisten überhaupt die Liebe zu Indien entdeckt haben,

Marion, seit Jahren nicht mehr von Indien (und Bernd) wegzudenken,

Fritz, unser rüstiger Gentleman;

Christa, die liebenswerte Intellektuelle;

Marianne, der Kumpel durch dick und dünn;

Gertrud, die nichts aus der Ruhe bringt;

Christine, die Unermüdliche;

Heidi U., mit echtem Münchner Charme;

Stefan, der Fotojäger;

Harald, den sein Geschäft auch nach Indien verfolgt;

Ein unkompliziertes, tolerantes, humorvolles und liebenswertes Team.

Obwohl ich mir als einzige nicht EU-Staatliche, (aber auch als Einzige mit dem knallroten Pass—ex-pex!!!) unter dieser deutschen „Einheit“ manchmal schon fast exotisch vorkam, hatte ich in keiner Hinsicht (ausser der sprachlichen - na-ja) keinerlei Probleme. Da mir ja sieben Leute von gemeinsamen Reisen bestens vertraut waren, ist das auch nicht anders zu erwarten. Und mit den noch Unbekannten hat sich bereits schon vor dem Abflug in Frankfurt eine herzliche Annäherung ergeben. No problem!!!

Hütten:  5 Sterne im Katalog - oder ein  paar Millionen schimmern durchs marode Dach

Nun wieder zurück zu unserem Orissa-Kaleidoskop. Es hätte vielseitiger nicht sein können! In vier Wochen in so vielen verschiedenen und sternemässig unterschiedlichen Betten zu schlafen kann oft auch schon ein Abenteuer sein.

Mit dem eigenen Schlafsack lässt sich auch mal ein Anflug von leichtem Ekel leichter überwinden. Andrerseits weiss man dann wieder eine funktionierende Dusche (mit heissem Wasser) ganz schön zu estimieren.

Mit ein paar wenigen Ausnahmen waren die Unterkünfte aber doch akzeptabel.

Gut von A nach B

Unser „Familienbus“, der uns drei Wochen lang sicher durch oft unwegsame Gegenden kutschierte, war urgemütlich und hat sich echt zu einem „sweet home“ entwickelt. In familiärer Atmosphäre wurde geplaudert, gegessen, gelacht, auch oft geschlafen und natürlich optisch alles eingefangen, was sich auf unseren Wegen bot. Und das war fast pausenlos irgend etwas für irgend jemand.

Wichtiges Pilgerziel: Der Jaganath-Tempel in Puri

 

Die fast 20-stündige Bahnfahrt von Bhubaneswar nach Varanasi, (dem eigentlichen Highlight )war überraschenderweise recht gut organisiert vom Service her. Kissen, Decken, Essen und Trinken - alles war zu haben. Selbst das WC (Indian style) war brauchbar. Die wohlverdiente Nachtruhe allerdings versauten uns die Berufsschnarchler ganz gehörig. Sie jedenfalls haben tief geschlafen.

Prachttempel und abgelegene Stammesdörfer

Die wunderschönen Tempel im klassischen Dreieck Bhubaneswar, Puri und Konark sind absolut ein Muss. Und filmefüllend! Die Landschaften zeigen viele Aspekte:. Berge, Seen, Reisfelder, Palmen- und Bambuswälder, dann wieder schöne Küstenstriche, urtümliche Dörfer, die ebenso im tiefen Afrika sein könnten.

Außer den silbernen Halsreifen nur mit hunderttausenden bunter Perlen bekleidet: Die Schönen der Bonda

 

Sehr beeindruckend waren die Besuche bei den „Ureinwohnern“ in weit abgelegenen Dörfern, die wir auf interessanten Fusswegen erreichten. Auf den verschiedenen Stammesmärkten waren die typischen Handwerke, Produkte und eine unermessliche Vielfalt von nützlichen Gegenständen des bäuerlichen Alltags zu bestaunen. Und eine unbeschreibliche Farbenpracht.

Das Dessert: Varanasi

Das Schwergewicht dieser Reise hatte für mich eindeutig Varanasi. Seit Jahren träumte ich davon, diesen brodelnden heiligsten Pilgerort Indiens mit all meinen Sinnen zu erleben. Indischer gibt’s wohl nichts auf diesem Kontinent! Die Stimmung am frühen Morgen bei Sonnenaufgang am Ganges mit den vielen Pilgern, den religiösen Zeremonien, den kleinen Lichtlein, die mit vielen guten Wünschen mit dem Ganges dahinfliessen und eine leuchtend rotorange Sonnenkugel, die die einmalige Silhouette entlang des Ganges in ein zauberhaftes Licht verwandelt — Eindrücke, die man nie vergisst. Auch der natürliche Umgang mit Sterben und Tod wird besonders an diesem Ort zum tiefen Erlebnis.

An den Ganges-Ghats von Varanasi - hier ein rituelles Bad genommen zu haben, bedeutet für Millionen Hindus das Ende des unendlichen Kreislaufs der Wiedergeburt.

 

Die engen Gassen der Altstadt, die oft stark an Israel erinnern (auch wegen der strengen militärischen Aufsicht) sind ein richtiger Irrgarten. Ein bühnenreifes Gassenleben, das vor Menschenmassen kocht, würzige und andere Düfte sind oft atemberaubend, heilige Kühe und kranke und völlig verwahrloste Hunde drängen sich dicht an den Menschenmassen vorbei, Bettler mit ihrem scheppernden Geschirr, Kinder, die mit einer verblüffenden Verkaufsmethodik erfolgreich ihre Karten und Räucherstäbchen loswerden – eine überwältigende Andersartigkeit, die einem fesselt und völlig benebelt.

Habt Ihr gewußt, das es mitten in der ältesten Stadt Indiens Delphine gibt? Marion hat sie entdeckt, und ich glaube, daß diese Tiere zusammen mit den Flußschildkröten den Ganges sauber halten.

 

Varanasi ist buchstäblich berauschend. Und man weiss, dass man wieder kommen möchte. Varanasi als Abschluss einer Indienreise ist sehr zu empfehlen. Es ist das absolute Dessert!!

Dir Bernd, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken, dass Du es nach einigem anfänglichem Zögern doch gewagt hast, dieses ungewisse Abenteuer in Angriff zu nehmen und nach intensiver Vorbereitung auch zu verwirklichen.

 

Christa aus Augsburg: Orissa-Erinnerungen

Zugegeben, wir waren eine verschworene Gemeinschaft auf dieser Entdeckungsreise durch ein Indien, daß sich wiederum von einer völlig anderen Seite zeigte. Wir waren (fast) alle schon einmal zusammen in Indien und wußten, was wir voneinander erwarten konnten. So gesehen, klingt es vielleicht nicht verwunderlich - aber INDIEN läßt uns auch im deutschen Alltag nicht los. Glaubt mir - es geht auch anderen so, die nur einmal dort waren. Egal, ob ich sie dorthin geschickt habe, wo der Pfeffer wächst (Kerala) oder in die Wüste (Rajasthan).

Wieder ist es Christa, die in der Pfingstwoche so richtig auf Indien eingestellt war. Lest selbst, was sie schreibt:

Pfingstsonntag - 7.30 Uhr - im IC nach Heidelberg. Draußen rauscht die Landschaft vorbei: üppig grün, keine Menschen. Wie war das noch in ORISSA? Dort auf den manchmal langen Fahrten (Durchschnittsgeschwindigkeit 40 km/h ) immer wieder Strecken mit viel Landschaft und nur gelegentlich mal ein paar Menschen, mal ein Bauer mit seinem Gespann - so ganz anders als man sich INDIEN denkt. Da legte sich dann schon mal Trägheit auf die sonst so quirlige Touri-Mannschaft. Selbst die Guides dösten vor sich hin, bis nach einer Weile dann wieder plötzlich Bewegung ins Bild kam: Mal wurden Apfelschnitze, mal Mandeln, Quittenwürfel von Bank zu Bank weitergegeben (wir waren gut bestückt), mal verrutschte die Ladung auf den hintersten Sitzen, mal hieß es Fotostop - manchmal zögerlich, ab und zu auch gebieterisch. Dann zuckte der Fahrer zusammen, und wir reckten die Hälse und stiegen mal wieder aus, mit gezückter Kamera und mancher Zigarette, auf der Suche nach einem neuen Motiv (oder auch nur einer abseitigen Pinkelecke).

Wo gibt’s denn so was?  Mitten in der Pilgermetropole Puri kommt ein Nackter vom Einkaufen!  (Foto von Stefan „Hat sich schon gelohnt“ aus Kaiserslautern)

Ach ja, der Bus - der war einfach und paßte in die Gegend und zu uns, anders als der riesige, hochlehnige Bus, den wir in Varanasi hatten, und von dem Marianne meinte: In dem hätten wir uns ja gar nicht kennengelernt! Nun, wir lernten uns kennen, und der Bus wurde uns immer vertrauter, auch wenn er manches Mysterium nicht preisgab: Wohin war die grüne Mütze verschwunden, wohin Zigaretten und die Cola? Und woher kam dieser Duft wie ein Hauch von Orangen? Nur von den vor sich hin reifenden Guaven? Manchmal sollen es auch andere Düfte gewesen sein, schliefen doch Fahrer und Boy im Bus (von uns gelegentlich bei der Morgentoilette heimlich beäugt).

Wir waren doch eine ganz stattliche Anzahl mit 12 Leuten und 4 Mann Crew, da mußten wir uns beim Fotografieren schon mal Platz machen. Trotzdem hatten wir beim Fototreff bei Marianne 5-6 Stunden Video, 450 (ausgewählte!) Dias und Tausende von Fotos vorzuweisen. Stefan vor allem hatte eine reiche Ausbeute zusammengetragen (manchmal kam er bei einem Stopp und meinte: hat sich schon gelohnt!).

Draußen zieht Neu-Ulm vorüber.

Die letzte Woche war wieder eine richtige Indien-Woche: am letzten Samstag saßen Marianne, Gertrud und ich zusammen, und natürlich lieferte Indien einen reichlichen Gesprächsstoff. Natürlich haben wir auch mal wieder Fotos ausgetauscht. Dann hatte ich in einem alten GEO einen Bericht über die Bonda entdeckt, den ich Euch kopiert habe. Als ich nach Hause kam, lagen da Fotos von Christel, am nächsten Tag im Büro ein Fax von Bernd mit dem Beitrag von Marion. Und so habe ich die Foto-Indexe und was zum Schreiben mitgenommen, um Euch einen Brief zu schreiben. Und während ich hier aus dem Fenster schaue, denke ich an Reisfelder, Krokodile, Wasserbüffel .

Überhaupt Wasser: Lagunen, Binnenseen, Meer, Wasserfälle, Kanäle, Seerosenteiche, kleine Wasserläufe, (die wir mehr oder weniger elegant überwunden haben), das entspricht so gar nicht der Vorstellung vom dürren, vertrockneten Indien.

Trotzdem sind die Menschen im Mittelpunkt meiner sämtlichen Erinnerungen. Die, die wir überall zufällig an der Straße getroffen haben, die uns an Teeständen umlagert haben, auf Märkten, auf Feldern, die oft festlich gekleidet die Tempel besucht haben und zu denen wir in ihre Dörfer gegangen sind.

Archaische Impressionen  aus einem Kondh-Dorf - eingefangen von Christa aus Augsburg

Da war die Alte in der Lumpenkiste in Varanasi, dort wo überhaupt nicht fotografiert werden durfte, wo überall Uniformierte aufpaßten, daß nicht aus Versehen die Moslems und die Hindus aneinandergeraten in den schmalen Gassen um den Goldenen Tempel. Aber Heidi A. hat es trotzdem fertiggebracht, und ich warte auf ihr Foto, aber das werde ich mir wohl in Basel abholen dürfen. Und die Loreley, die sich so hingebungsvoll ihre schwarzen Haare kämmte. Und der Beinamputierte, der flotten Schrittes mit seinen Krücken in den Tempel marschierte, seine Prothese abschnallte, die Krücken an die Mauer lehnte und seine Hände aufhielt, um bald danach eine Arbeitspause einzulegen, alles wieder anmontierte und von dannen schritt. Da war das Mädchen, das sagte: you never will forget me? Und die Kinder mit ihren schwarzumrandeten Augen. Und die vielen Menschen in den Gassen und Ghats von Varanasi, die Leichenträger und die Rikscha-Fahrer bei unserer spätabendlichen Fahrt durch Straßen, und der schmächtige junge Mann am Verbrennungsghat, der 110 Rupien von mir wollte für Holz für eine Verbrennung. Ob die jungen Leute in der German Bakery wohl noch ihre Kuchen backen? Wenn mal jemand von uns wieder hinkommt, kann er ja nachschauen und uns Bescheid sagen. Aber zu den Franziskanerinnen in Gopalpur wird wohl keiner mehr kommen, dort wo das alte Hotel steht mit dem lyrischen Namen "Song of the Sea".

Was sie wohl alle gerade jetzt tun, während ich hier im Zug sitze? Wie jetzt bei der Zugfahrt sind so viele Eindrücke an uns vorbei gerauscht und sind flüchtig geblieben und ich möchte am liebsten wieder dort sein, möchte Zeit haben, um stehen zu bleiben und alles genau in mir aufzunehmen. Aber vorerst sind da nur die Fotos, die mir helfen, mich zu erinnern an den Prinzen von Orissa und die Schweizer Torte. Ob Gertruds Spenden-Hemd inzwischen wohl gewaschen wurden - Merkt es Euch: Hemden kommen gut an! Jetzt wird es dort knallheiß sein, und alles wird auf den Monsun warten.

 

Stuttgart, noch 50 Minuten bis Heidelberg. Nach Varansi sind wir 20 Stunden im Zug gefahren...

 

 

Kalinga 2001 – Margret berichtet

Nach unserer Forschungstour 2000 fand die erste Kalinga-Discovery im Januar 2001 statt. Die Teilnehmerinnen waren gestandene Indienkenner, die all schon mehrfach die verschiedensten Regionen Indiens erkundet hatten. Orissa aber war Neuland für Margret aus München, Heidi aus Frankfurt und Sabine aus Ludwigsburg.

Margret ist die erste, die einen kurzen Report abliefert:

The Flame of the Jungle  - Als Dank für Deine Vorbereitung ein Blumengruß

Hallo Bernd, die Zeit vergeht so rasend schnell, kaum ist der Urlaub zuende, fängt die Arbeit schon wieder an, sozusagen.

 Scherz beiseite: Aus meiner Sicht war die Kalinga-Tour ein voller Erfolg: sehr gut geplant, sehr gute Führer, rundes Programm. Das war meine bisher entspannteste und vielleicht auch interessanteste Indientour.

 Als Dank für Deine Vorbereitung ein Blumengruß (Flame of the Jungle)

 Zu Deiner Frage: Lohnt sich Bhitarkanika ohne Kamera): Ich finde ein Kameraverbot in dieser Gegend nicht so schlimm. Es gibt - außer dem Bootle, der wunderbaren Palmenallee (von den Übernachtungshütten zum Dinnerplatz) und ein paar kleinen Krokodilen am Flußufer, wenn man Glück hat, eigentlich auch nichts zu fotografieren. Deswegen kann man die Seele aber auch mal ein bißchen baumeln lassen, traue ich mich zu sagen.

 Ja, es ist also außer tropischer Natur nicht so viel geboten. Hier könnte man das Reiseprogramm, diese Meinung haben meine Mitreisenden Sabine & Heidi noch vehementer vertreten, um einen Tag zusammenstreichen: Also: Ankunft am späten Nachmittag/Abend (das lange Warten auf die Eintrittsgenehmigung muß man dann aber trotzdem in Kauf nehmen), am nächsten Morgen die lange Bootsfahrt zum nächsten Landungspunkt. Der Aufenthaltstag dazwischen ist was zum Faulenzen; und das liegt ja nicht jedem. Außerdem: Für einen Tag zum Nichtstun eignet sich dieser Naturpark auch nicht optimal: Man kann nicht baden, abends sind die Mücken ein bißchen böse; man ist von der Landschaft fast ein wenig "eingekreist"; hat keinen freien Blickhorizont - und muß immer aufpassen, nicht von einem Krokodil gefressen zu werden.  Vielleicht gibt es eine andere Gegend, wo sich Natur & Freizeit noch besser kombinieren ließe.  Für mich eine ideale Verlängerung wären ein paar Tage an einem sauberen, gepflegten Strand; Luxus braucht es nicht unbedingt.

Beste Grüße Margret aus München

Nun, in dieser Beziehung hat sich unsere Kalinga Discovery im Zuge der Neuorganisation und Verlängerung ja enorm verbessert. Bitharkanika wurde durch einen Abstecher in das größte Flußdelta der Erde ersetzt: Die legendären Sunderban-Sümpfe im Delta des Ganges. Siehe Routenpläne...

 

Sabine: Kalinga – die zweite

Sabine, Margret und Heidi machten die erste Kalinga-Discovery in diesem Jahr. Für eine solche Reise braucht es Indienkenner – für Neulinge ist das nichts, das ist meine Meinung. Und die der Mädels sind Indienkennerinnen – keine unter ihnen, die nicht mindestens schon 3 ausgedehnte Indienreisen hinter sich hatte.

Heute habe ich für Euch den Bericht von Sabine. Er zeigt, daß die für solche Reisen notwendige Flexibilität mit Toleranz gut gepaart letztlich nur zu dem Gesamturteil „Superreise“ führen konnte. Sabine ist jedenfalls nicht „geheilt“ – sie pflegt ihren Indienvirus und träumt schon wieder von der nächsten Reise. Am Sonntag schrieb sie mir per Email: „...habe soeben ausführlich Euren Reisebericht "Gujarat" studiert und ........... ich will sofort da hin!“

Wenn ich in Ihrem Orissabericht lese, daß sie bei den schlichten Unterkünften sehnsüchtig an die romantischen Fürstenhäuser Rajasthans zurückgedacht hat, dürfte Gujarat auch genau die richtige Kombination bieten.

Aber lest selbst, wie Sabine die Kalinga Discovery erlebte:

„Hydenrabatz“: Falsche Haltestelle...

"Bewaffnet" mit Rucksack und vielen kopierten Reiseführern (eben die Teile die frau so in dieser Ecke braucht) ging's am 11.2. los. Am Gate in Frankfurt traf ich Margret und nach dem ersten Schnuppergespräch startete der Flieger. Heide gabelten wir in Bombay auf.

Der Flug nach Vizag hatte es dann in sich.

Es ging die Kunde, daß die Maschine über Vizag nach Hyderabad flog und so stiegen wir beim 1. Stop aus. Als dann unser Gepäck nicht auf dem Band erschien und wir 3 uns etwas verduzt anguckten, trabte ich zu einem Flughafen-Boy und befragte ihn, wo denn das Gepäck bliebe; der Junge war so intelligent zu fragen, wo wir hin wollten und ich erwähnte "Vizag".

Wow, wir standen nämlich in Hyderabad auf'm Flughafen!

Sofort zurück zum Beamten, rein in einen Fliegerzubringerbus, der dann leider im Stau stehen blieb - nix ging vorwärts und rückwärts. Raus aus'm Bus und übers Rollfeld gejoggt. Uff, geschafft! Dann hatte das Ding allerdings noch ca. 1 Stunde Verspätung - sehr zum Leidwesen von Sanghamithra.

Sie erwartete uns in Vizag und damit stand schon eines der Highlights vor uns. Dieser Guide ist das Beste was einem Reisenden passieren kann. Freundlich, lebhaft, kompetent, clever, hilfsbereit, auskunftsfreudig und, und, und.........!

So ein 1. Nachmittag gibt noch viel her; Strandspaziergang, Kino (so ein richtig schöner Familienfilm mit Herz/Schmerz und auch ohne Sprache verständlich) und nach dem lecker Prawn-Dinner noch ein bißchen Disco zum Valentinstag! Dann war „Schluß mit lustig“ - die Tour begann!

Das Lächeln kultivieren

Jedes einzelne Trible-Village zu beschreiben würden den Rahmen sprengen. Dank Mitra, die mit sehr viel Gefühl den Kontakt aufnimmt, die Menschen anspricht und aufgrund ihrer Erfahrung so manche nicht einfache Situation meisterte, konnten wir die Ausflüge sehr genießen. Wir tauchten in eine zum Teil noch sehr archaische Welt ein. Meist waren die Menschen sehr freundlich und neugierig. Wir nahmen uns die Zeit uns erst einmal beschnuppern zu lassen. Ich habe selten in meinem Leben so viel gelächelt, um zum Ausdruck zu bringen, daß ich nichts Böses will. Das hat mir selbst sehr gut getan und ich will es hier grad so beibehalten.

‚Sanfter Tourismus’ bedeutet auch ‚Sanftes Fotografieren’

Mitra kennt einfach noch Stellen, Wege und Dörfer, die von anderen Guides nicht angesteuert werden; liegt vielleicht aber auch an längeren Fußwegen, die wir sehr genossen, auch wenn's ab und zu ganz schön heiss war. Die Märkte, die wir besuchten, waren einfach einsame Klasse. Das Thema fotografieren hat Mitra sehr erleichtert; sie hat selbst eine prima Ausrüstung dabei gehabt und hat von früheren clients (Profi-Photografen) viel gelernt und mir weitergegeben; wir versuchten so sanft als möglich vorzugehen (lange sitzen, nicht gleich losknipsen, Kamera vorher schon grob einstellen, keinen Blitz verwenden, elektronische Zoome von Kleinbildkameras sind oft zu laut).

Und doch (und das ist meine ganz persönlich Meinung) ist und bleibt es eine Art "Fleischbeschau". Ich selbst werde vermutlich so eine Trible-Tour nicht mehr machen. Ich kann mir nur schwer vorstellen wie es mit 10-12 Personen ist, die durch so ein Mini-Dorf laufen. Trotz allem: Ich habe diese Tage sehr genossen.

‚Sakrale Altbauten’ – ein Muß!

Dann kam der Tempel-Kultur-Trip. Alle Tempel waren sehr schön. Konark ist ein "must"! Leider mußten wir uns dann von Mitra verabschieden, die eine neue Gruppe (10-12 Amis) durch die Trible-Villages führte. In Bhubaneswar übernahm uns dann Sanatan, der seine Sache auch gut machte, aber eben das Pech der perfekten Vorgängerin hatte.

Bhubaneswar hat auch wunderschöne Anlagen zu bieten und auf der Fahrt nach Dhenkanal besuchten wir noch Steinmetze, Eisen-Skulpturen-/Malerei-Handwerker und SariweberInnen.

Gast bei Fürsten

Dhenkanal mit dem Palace und der netten Fürsten-Familie ist auch ein toller Punkt dieser Reise gewesen. Amarjyoti Singhdeo ist ein sehr angenehmer und freundlicher Herr und seine Schwester eine liebenswerte Gastgeberin. Jeetu, der Cousin von Amarjyoti, seine Frau Navneeta und ihrem Baby, waren auch mit von der Partie; sie leben in der Nähe auf einer Farm (Stil moderner kleinerer Palace). Jeetu besitzt eine 350 ccm. Bullet Endfield und da ich doch so ein Fan bin, fuhr er mich dann dort auch 'mal hin und zeigt mir die Farm – wunderschön.

Leider hat die angedachte Tier-Safari nicht geklappt, da Jeetu's Vater nach Delhi mußte; er ist einer der wenigen, der mit Genehmigung der Regierung in den letzten 2 Jahrzehnten Tiger abschießen durfte; Grund: Es gibt Dörfer, die von Tigern mehrfach angegriffen werden und zum Teil 17 Personen aus einem Dorf töteten; Grund: Der Lebensraum für diese Tiger wird immer knapper.

Da der Ort Dhenkanal nicht soviel hergab, gab ich mich den Rest der Zeit der Entspannung im Garten hin. Trotz sittlicher Bekleidung war der ältere Gärtner ziemlich irritiert, daß ich auf seinem  Rasen mit Buch in der Hand lag, den er gerade sprengen wollte.

Der Palace selbst mit vielen Räumen und Winkeln und unsere Zimmer waren wirklich toll (allerdings nagt der Zahn der Zeit an ihm und es ist halt verdammt teuer so einen "Zweitwohnsitz" zu erhalten).

Abenteuer Eisenbahn

Der Beschreibung von Margret vom Naturschutzpark möchte ich mich vollinhaltlich anschließen. Dann erlebte ich meine 1. Zugfahrt in Indien; zwar hängen keine Menschentrauben an solchen Überlandzügen, aber wie ich schon hörte, wackeln die Züge ziemlich. Mein Gleichgewichtssinn (und ich bilde mir ein, einen guten zu haben) war beim 1. WC-Gang sehr gefordert. Eine Zigarette an den offenen Zugtüren zu rauchen hat man/frau auch nicht alle Tage; unsere Schaffner hier in Germany würden bei dem Anblick in Ohnmacht sinken!

Kolkata (...hieß früher Kalkutta)

Kalkutta war einfach zu kurz! Eine tolle Stadt und bei weitem nicht so schrecklich, wie sie oft dargestellt wird! Sicherlich gibt es schlimme Ecken, doch auch sehr viel Schönes zu sehen. Am Bahnhof kamen wir um 23.00 Uhr an; ab 22.00 Uhr dürfen erst die Trucks in die Stadt (tagsüber verboten!); wir standen in einer Lawine von Taxis und Trucks und dachten ersticken zu müssen; aber auch das ging vorbei. Auch die Kühe müssen am Stadtrand bleiben. Die U-Bahn (pickobello sauber - zumindest in der Innenstadt) und die Straßenbahn helfen auch etwas den Verkehr zu entlasten.

Es gibt so vieles dort zu sehen und hierfür war die Zeit für meinen Geschmack leider zu kurz (diesen Tag könnte man vom Naturschutzpark abzwacken).

Die heilige Stadt

Der "Sleeper" (Nachtzug nach Varanasi) war perfekt. 2 frische Leintücher, 1 Decke und 1 frisches Kopfkissen! Auf dem 1. Ausflug zu den Ghats hatte ich dann ein echtes "Aha-Erlebnis". Auf meinen Reisen habe ich ja schon viele Städte mit Wahnsinns-Verkehrsverhältnissen gesehen, aber Varanasi's Hauptstraße hat alles andere in den Schatten gestellt!!! Die Bootsfahrten auf der Ganga (Sunset and Sunrise) sind sehr schön, aber noch schöner ist es einfach nur an den Ghats zu sitzen und zu schauen.

Unvergeßlich: Kricket-Spieler auf 5 verschiedenen Ebenen und Stufen; perfekt die Jungs - eine absolute Augenweide! Eigentlich habe ich ja auch einen guten Orientierungssinn, aber in den Gassen von Varanasi gab's für mich nur eine Frage: direction ganga? Richtung Hotel blieb dann nur die Hauptstraße, um sich nicht zu verlaufen.

Schon wieder zurück? Die Seele blieb da...

Tja, und dann war's auch schon 'rum. Der Flieger brachte uns nach Delhi und dort hatten wir noch einen wunderschönen Abend im Naari-Guesthouse. Für Frauen (und nur für die) eine sehr schöne Unterkunft bei klasse Frauen! In Kopenhagen nach 3 Stunden warten noch eine 1 Stunde Verspätung; 1 x durchstarten Sekunden vor der Landung mit anschließender Warteschleife in Frankfurt brachten Heidi und mich auf deutschen Boden zurück; Regen und kalt. 0.25 Uhr der Zug. 02.30 Uhr zurück in Ludwigsburg. Fix und alle!

Dann war der Körper zwar da, aber mein Seelchen hinkte noch tagelang hinterher. Aber das kennen ja die meisten von Euch!

Kalinga – das Fazit

Sofern ich's nicht schon oben erwähnte: Eine tolle Reise, die tip top in der Organisation war; immer war jeder Guide, Abholer oder Hinbringer zur Stelle. Die Hotels nicht schlecht, aber nach meinem Rajasthan-Urlaub vom letzten Jahr war ich doch sehr verwöhnt; das Ambiente von Hotels in alten Fort's und Havelis ist einfach nicht zu überbieten! Keinen Indien-Urlaub mehr ohne nicht 1 Woche am Schluss an einem schönen Ort "abzuhängen". Ich habe jetzt 2 x den gleichen "Fehler" in Folge gemacht und ein 3. Mal werde ich das nicht mehr tun!

Nun freue ich mich erst mal auf die "Indische Nacht" in Stuttgart am 7.4. und irgendwann auf die nächste Reise nach Indien.

Es grüßt    Sabine aus Lubu

 

Startseite | Online-Tour | Sanfter Tourismus | KD-Publikationen | Fotogalerien | Was uns erwartet | Reiseregionen: Kerala - Rajasthan - Orissa - Gujarat | KD-Forum: Kerala-ForumRajputana-ForumKalinga-ForumInteraktives Forum  | Die Routenpläne | Reisehinweise | News-Bereich | NewsLetter an-/abmelden | Ayurveda in Kerala | Ganesh & Konsorten | Wetterbericht Indien | Termine & Preise | Reiseantrag | English Area | Interessante Links | Indienkunst & Ebay | Indienkunst-SHOP |