Jambughoda (Gujarat Discovery 2002)

 

 

Sein Name ist Shu, und er ist der oberste Medizinmann
der hiesigen Rathwa-Stämme. Er läßt heute Nacht zum
Eend-Fest die Puppen tanzen:

 

 

Zu ohrenbetäubender Musik tanzen die Frauen bei völliger
Dunkelheit um ein aus Bambus aufgebautes etwa 3 Meter
hohes Gesträuch als Symbol für die gute Ernte.

 

 

Die Alten rauchen ihre Wasserpfeifen und bilden einen großen
Kreis um die Tänzerinnen und Musiker. Das Eend-Fest ist Erntedankfest
und Kunstausstellung zugleich.

 

 

Die neuen Pithora Paintings sind noch feucht. Diese naiven Darstellungen
aus dem Leben der Stammesgemeinschaften schmücken die Hauptwände
in den Häusern der Rathwa. Es werden nur geweihte Mineralfarben mit
Büffelmilch angerührt, und die Malereien werden alljährlich zum Eend-Fest
erneuert. Auch Motive aus uralter Zeit werden immer wieder gemalt.
So sieht man hier Kriegs- und Jagdszenen, und auch das Symbol für
den neuen Brunnen (unterer Bildrand) fehlt nicht.

 

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Heute leben die Rathwa von Landwirtschaft und Viehzucht. Die Jagd ist
verboten, und die Stammesfehden sind ebenfalls Geschichte.

Als wir hereingeführt werden, um die neuen Pithoras zu bewundern,
werden uns Charpoys (Flechtbetten) als Sitzgelegenheit zugewiesen
und wir können zusehen, wie die noch feuchten Malereien mit
Weihrauch geweiht werden.

(Foto: Bernd Symons 2002)