
Meine Buchempfehlungen für Indienfreunde
Empfohlene Titel:
Flohmarkt für vergriffene Titel
Der Kompass
im Dschungel der Eindrücke: the Lonely Planet way
Von der
Industal-Kultur bis Bollywood: die besten Tipps aus Indien
Bunte Kühe
zum Frühlingsanfang
Indien -
Spurensuche in einem geheimnisvollen Land
Die Weisheit
Indiens Tag für Tag
Endlich
wieder ein großer Stoff
ADAC
Reisemagazin Indien - 1001 Nacht sind nicht genug
Im Reich der
Pittoreske: Bilder aus Indien
Kulinarische
Reise durch Indien
Schillernder
Tropfen im Meer der Poesie
Sehr bunt,
sehr pikant und ziemlich laut
Kipling:
Reisen mit Sänfte, Kulis und Köchen
Lonely
Planet: Gandhi, Ganges, Goa und mehr
Der Kompass
im Dschungel der Eindrücke: The Lonely Planet Way
Von der
Industal-Kultur bis Bollywood: die besten Tipps aus Indien
"Schwellbrüstige,
breitgelendet träge Gängerin"
Vikram Seth
übertrifft sich selbst mit „Zwei Leben“
Monisha Bharadwaj, Stylish India.
Buchtipp:
"Für Freiheit riskiert man den Tod"
Schmökerecke:
Neues Kerala-Buch
Amitav
Ghosh: Hunger der Gezeiten
Vanamali
Gunturu: Der Kamasutra Ratgeber
Das
Kamasutra als Ratgeber für unsere Zeit
Spagat zwischen
Tradition und neuer Heimat
Lebenshilfe
beim Lust-Guru aus Indien
Indien -
Glaube & Rituale: Das Buch
Philosophische
Weisheiten auf CD
Die
Prinzessin im Schlangenpalast
Notbremse
nicht zu früh ziehen!
Indische
Romane erreichen den deutschen Büchermarkt
Mystische
Ekstase, irdischer Sex
Meera Nairs
Erzählband «Video»
Indien -
Märchenland des Orients.
The House of Blue Mangoes (Davidar,
David)
Bengalisches
Feuer (Ghosh, Amitav)
Indien - Die
Frauen der Wüste Thar
Edel-Buchtipp:
Rajasthan so fromm, so fern
"SHIVA
TANZT - das Indienlesebuch"
Wo die
Hoffnung grünt: Über alternative Initiativen in aller Welt
Anita Nairs
indische Reise zur Selbständigkeit
«Ein
besserer Mann» im dörflichen Indien
Brüchiges
Familienidyll: Epischer Roman aus Indien
Reise durch
Indien - Amüsantes Debüt von Hari Kunzru
Letzte
Aktualisierung am 6. Februar 2008
Bei Booklooker wurde schon so mancher fündig, der einen nicht mehr lieferbaren Titel suchte:
Für Hindus ist der Ganges ein Schicksalsstrom. Helge Timmerberg folgte seinem Lauf vom Himalaja-Gebirge bis zur Mündung bei Kalkutta und tauchte dabei tief in die indische Gesellschaft ein. Wir drucken vorab Auszüge aus seinem Buch.
Fliegen
in Indien war mal ein trauriges Kapitel. Alle Inlandsverbindungen wurden nur
von der staatlichen Indian Airlines geflogen. Niemand brauchte sich
anzustrengen. Alternativen verbot das Gesetz. Das machte die Indian Air zu
einer der sieben gefährlichsten Airlines der Welt, und in der Rangliste der
Airlines mit den meisten Verspätungen rangierte sie wahrscheinlich sogar ganz
oben.
Das
Bizarre an solchen verspäteten Abflügen lag darin, dass man sich nicht darüber
ärgerte, sondern eigentlich immer froh war, dass man die technischen Probleme,
die zu der Verzögerung führten, noch VOR dem Start bemerkt hatte.
Aber
das sind Abstürze von gestern, inzwischen herrscht auch am indischen
Passagierflughimmel der freie Markt. Es gibt drei sehr gute Privatairlines: Air
Sahara, Jet Airways und Kingfisher. Letztere gehört einem der neuen indischen
Global Player, dessen Stammgeschäft das gleichnamige Bier ist. Kein schlechtes
Bier. Keine schlechte Airline, aber Jet Airways ist noch besser, im vergangenen
Jahr wurde sie zur "Best Airline of Asia" gekürt. Man kann beides
miteinander verbinden. Mit Jet Airways fliegen und Kingfisher trinken. Ich
studiere dazu das Bordmagazin. Sind die Flugroute und der Lauf des Ganges
einigermaßen deckungsgleich? Aus der Höhe gesehen bin ich wieder hart am Ball.
Der arme Ganges. Unter uns wird er gnadenlos mit industriellen Abwässern
vollgeschissen. In den Bergen ist er so sauber, dass man aus ihm trinken kann.
Zwischen dem Himalaja und Varanasi reiht sich Fabrik an Fabrik, und die stellen
seine Heiligkeit auf die Probe.
Ist
er unvergiftbar? 1,2 Milliarden Inder glauben es. Nein, nicht ganz. Man muss
die Moslems abziehen, trotzdem bleibt es eine beeindruckende Zahl. Achthundert
Millionen Hindus können nicht irren. Jeder von ihnen will mindestens einmal in
seinem Leben bei Varanasi in den Ganges. Und sei es nur, um dort zu sterben.
Was heißt nur? Bei Varanasi hat der Fluss seine sündenreinigenden Kräfte
dermaßen potenziert, dass er die Seelen der Verstorbenen direkt aus dem
Kreislauf der Wiedergeburten katapultiert. Tag für Tag werden deshalb an
achtzig Ghats, wie die heiligen Badestellen genannt werden, die Leichen des
Subkontinents dem Fluss übergeben. Nicht nur als Asche, so komplett verbrennen
sie nicht. Knochen, Schädel, verkohlte Fleischreste treiben im Fluss neben
verwesendem Vieh und Fäkalien.
Addiert
man die organischen zu den industriellen Abfällen, kommen unterm Strich 1,5
Millionen Kolibakterien pro 100 ml Wasser dabei heraus. Noch mal: 1,5
Millionen. Wasser, in dem man baden will, sollte aber pro 100 ml nicht mehr als
fünfhundert Bakterien enthalten. Der Unterschied ist beträchtlich, trotzdem
strömen täglich 80 000 Pilger nach Varanasi, um in der Giftbrühe zu baden.
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Unter Hindus gilt als ausgemacht, dass Varanasi sechstausend Jahre alt ist. Nicht konfessionell gebundene Historiker sprechen von zweitausendfünfhundert bis dreitausend Jahren, aber immerhin. Varanasi könnte man wie Rom als Ewige Stadt bezeichnen. Entsprechend ewig dauert die Fahrt vom "Hotel de Paris", das am Stadtrand liegt, bis zum Assi Ghat im Zentrum. Zwar wurde hier mehrmals in der Geschichte durch Brandschatzung und Totalschleifung seitens feindlicher Mächte (vornehmlich Afghanen) Platz geschaffen, aber seit dem letzten Wiederaufbau der Stadt im Jahre 1738 ist auch das nicht mehr geschehen.
Der Ganges ist Indiens Schicksalsstrom - heiliger Fluss und Lebenselixier. Vom Himalaya ergießt er sich über zweieinhalbtausend Kilometer in das bengalische Land nach Kalkutta. Helge Timmerberg ist dem Strom gefolgt, von der Quelle auf 3500 Metern Höhe, wo der Ganges aus dem Eis bricht, bis zum Delta am Indischen Ozean - zu Fuß, auf dem Boot, mit dem Zug, wie es gerade kam. Er trifft in Gangatori nackte Asketen in ihren Höhlen und durchstreift Rishikesh, die Stadt, in die die Beatles pilgerten und wo Autos, Alkohol und Fleisch verboten sind. Er mischt sich unter Bettelmönche und begegnet Sadhus, die aus den ausgekochten Schädeln ihrer Yogis trinken. Er besucht die Slums von Kalkutta ebenso wie das sechstausend Jahre alte Varanasi, die heiligste Stadt der Hindus und zugleich die Metropole der Astrologie - Madonna lässt sich dort regelmäßig ihre Sterne deuten. Es ist eine Reise im Schatten einer jahrtausendealten Kultur, aber auch im lebendigen Strudel der Menschen, die Indien sein Gesicht verleihen - eigenwillig und mit großer Kraft erzählt.
Shiva Moon - Eine Reise durch Indien von Timmerberg, Helge
Buch, 256 Seiten, Gebunden. Erschienen: August 2006
Portofrei für EUR 17,90 hier bei BUCH24
BERLIN
(BLK) - Als „unterhaltsam, frivol, melancholisch“ beschreibt der Elfenbein
Verlag die Briefe Guido Gozzanos aus dem kolonialen Indien. Verfasst wurden sie
schon vor fast neunzig Jahren, doch nun werden sie erstmals auf Deutsch
veröffentlicht. Gozzano habe vor dem Ersten Weltkrieg in Ceylon und Indien
Linderung für seine Schwindsucht gesucht und schon damals eine Reihe von
kleinen Berichten an italienische Zeitungen geschickt.
Der
erste Brief des Bandes stamme aus Bombay, einer von Indiens Metropolen. Es
folgten andere, in sich abgeschlossene Skizzen, immer neue, frische Einblicke
in eine märchenhafte Welt von Elefantenkunststücken, Geierbestattungen, Tempeldirnen
und Liebesgrotten. Gozzanos Schilderungen seien geprägt durch eine ganz eigene
Atmosphäre meint der Verlag. Der kranke Turiner Dichter habe ein Auge gehabt
für die Merkwürdigkeiten exotischer Länder.
Guido
Gozzano (1883-1916) lebte in seiner Geburtsstadt Turin. Aus großbürgerlichem
Elternhaus stammend, konnte er sich – schon als Student an Tuberkulose erkrankt
– ganz seinen literarischen Neigungen widmen. Er veröffentlichte Gedichte,
Kurzromane, Erzählungen und Märchen, die stark vom Symbolismus beeinflusst
sind. 1912/13 begab sich Gozzano, der leidenschaftlicher Insektenforscher war,
auf die Jagd nach Eindrücken in Indien. Seine Reiseberichte erschienen posthum
1917. (eri/dan)
Seit
drei Tagen schon will man mich zu den Türmen des Schweigens führen. Aber es
stirbt niemand. Doch heute betritt Lady Harvet, eine bejahrte, wunderschöne
Dame – sie ist ganz weiß, Kleid, Gesicht, Haare, das einzig Farbige an ihr sind
die hellblauen Augen – jubelnd den Lektüresaal des Majestic Hôtel: »Er ist tot!«
Und gefolgt von ihrem Sohn und Doktor Faraglia, alle jauchzend: »Er ist tot!«
Er ist gestern Abend gestorben, ein recht bedeutender Parse, der Architekt
Donald Antesca-Cabisa; die Leichenfeier wird heute um 18 Uhr stattfinden. Sie
haben Glück: Wir haben Zeit genug, einen Ausflug zur Esplanade zu machen und
auf den Malabar Hill zu steigen, um der Zeremonie beizuwohnen; wir werden
unseren Lunch im Tower’s Garden einnehmen; wir haben unseren Proviant dabei …
Und
schon sitzen wir in einem Auto in voller Fahrt – ich, der ich so gern langsam
zu Fuß gehe, um in diesen ersten Tagen, die Freude, Neuland zu betreten, voll
auszukosten –, und die Stadt fliegt an unseren Seiten wie ein schwindelerregend
schnell abgespielter Film vorbei. Da ist auch schon die Esplanade, wo das
Keuchen der Automobile und das Stampfen der Kutschpferde mit dem Geschrei einer
aus zehn verschiedenen Rassen zusammengesetzten Menge und dem Spiel von zwanzig
Militärkapellen verschmilzt. Dies ist die Promenade, der Bois de Boulogne von
Bombay: interessant, disparat, unlogisch, wie ein futuristisches Gemälde: all
die verschiedenen Fahrzeuge und Zugtiere, Karren der Einheimischen, von
buckligen Zebus mit vergoldeten Hörnern gezogen, Elefanten mit bis zum Boden
reichenden Satteldecken aus äußerst reichem Samt, unter denen nichts als die
vier riesigen Fußballen, die gestutzten Stoßzähne, der Rüssel und die
unablässig wie zwei Fächer geschüttelten Ohren hervorragen; Kutschen mit
blendend weißen Pferden, denen keuchende und keifende Herolde voranschreiten:
Im Innern des Wagens ruht bequem die Gattin, die Tochter eines englischen
Beamten, und die blonde Dame, nach der neuesten europäischen Modezeitschrift
stilvoll zurechtgemacht, bildet einen merkwürdigen Kontrast zu der exotischen
und archaischen Pracht des Gefährts, zu den Turbanen, zu den Samtkleidern der
Kutscher und der bronzefarbenen Nacktheit der Herolde.
Literaturangaben:
GOZZANO, GUIDO: Reise zur Wiege der
Menschheit. Briefe aus Indien.
Aus dem Italienischen von Olaf Posmyk. Elfenbein, Berlin 2005. 216 S., für 18
€. sofort portofrei
lieferbar bei BUCH24
Mit Lonely Planet "Indien" - Deutsche Ausgabe kommen nun endlich auch deutschsprachige Traveller in den Genuss des Kultreiseführers für Individualreisende. Lonely Planet "Indien" bringt reisepraktische Informationen für jedes Budget, plus alles, was man wissen muss über die Traum-Destination auf dem Subkontinent: Tempel-Hopping in Rajasthan und Taj Mahal-Sightseeing bei Sonnenaufgang, Trekking im Himalaya, Abhängen in Goa...
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Zuverlässige Reiseinfos für Individualreisende, locker präsentiert, das ist das Markenzeichen der australischen Kultreiseführer Lonely Planet. Lonely Planet "Indien" ist 1:1 das englische Original: mit allen Infos für Sightseeing, Aktivurlaub und Relaxen auf knapp 1300 Seiten. Das Autorenteam um Sarina Singh kennt Unterkünfte und Restaurants für jeden Geldbeutel: vom Sternenzelt über den Regenwald-Retreat zum ehemaligen Maharadscha-Palast auf dem See, von der Straßensnack-Garküche über romantische Dachterrassen-Restaurants zu Fünfsterne-Tempeln. Lonely Planet-Reisetipps sind unabhängig recherchiert und reden nicht drum rum, damit Ganesh, der Hindugott des guten Zufalls, keine Überstunden machen muss: wo ist der beste Ort für Königstiger-Watching? Welcher Basar lohnt sich wirklich? In welchem Hostel bekomme ich nachts kein Auge zu? Und: wo lauert die Abzocke?
Lonely Planet "Indien" bringt den nötigen Background zum Subkontinent – Hinduismus, der Raj, Kaschmir – worum ging es da doch gleich noch...? – erklärt aber auch die aktuelle Szene: was läuft heute in Indien in Film, Musik, Politik? Der Guide führt zu den ungewöhnlichen Festivals, spektakulären Trekking-Trails und hippen Stränden abseits der Touristenpfade. Farbfotos machen Lust auf Land und Leute, über 200 exakte Karten, aktuelle Zugfahrpläne, klare Glossare und Extra-Infos für deutschsprachige Traveller runden das Ganze ab. Plus die besten Lonely Planet-Lesetipps: eine locker geschriebene Einführung in die Kolonialgeschichte, eine witzige Backpacker-Satire oder ein leckeres Kerala-Kochbuch. 1981 war Lonely Planet India das aufwendigste und teuerste Projekt, das die Lonely Planet-Redaktion je in Angriff genommen hatte. Damals wie heute ist Lonely Planet der Reiseführer für Traveller, die offen sind für neue Erlebnisse, spannende Begegnungen – und verantwortungsbewusstes Reisen. Lonely Planet "Indien" inspiriert dazu, das Land – und sich selbst – neu zu entdecken. Wie wär’s, bei einer Ayurveda-Kur zu relaxen, ein paar Takte auf dem Sitar zu zupfen oder – gegen ein paar Englischstunden an der Dorfschule – tamilischen Kampfsport zu lernen?
Der Lonely Planet gilt seit 25 Jahren als die "Bibel" für Individualreisende. Er hat versteckte Restaurants und Hotels mit Lob reich gemacht - viele andere nach einem Verriß aber auch in die Pleite getrieben. Dabei wird oft der schnelle Wandel in der boomenden Indientouristik übersehen. Gelobtes kann morgen schon enttäuschen, und Kritisiertes kurz darauf unter neuer Leitung begeistern.
Wer mit Kerala Discovery reist, braucht allerdings keine tagesaktuellen Infos über Hotelpreise und Verkehrsmittel. Hier wird der Lonely Planet zur Indien-Enzyklopädie mit allen Hintergrundinfos zu unseren Zielen.
Beim Lesen allerdings differenzieren: Aktuelle Informationen sind bei Drucklegung eines Reiseführers 2-3 Jahre alt, und die aus der Vorauflage übernommenen Daten sogar noch älter.
Bei diesem Buch bezahlt man außerdem die Bequemlichkeit, in deutscher Sprache lesen zu können, mit einem weiteren Jahr. Denn das englische Original erschien bereits 2005.
Lonely Planet Indien - Buch, Kartoniert, Format: 128 x 198 mm, Sprache: Deutsch, Erschienen: Mai 2006, EUR 28,50 portofrei hier bei BUCH24
Boris Potschka und Peter Pannke: Indien - Fest der Farben
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Holi heißt jene Huldigung des Frühlings, die indische Hindus alljährlich zelebrieren. Bei diesem frohen Fest der Farben kolorieren die Menschen sich gegenseitig, und selbst die sonst so sakrosankten Kühe müssen für einen Tag mit bunten Verzierungen leben. Der Fotograf Boris Potschka und der Indologe Peter Pannke freilich machen Indien in ihrem faszinierenden Bildband als dauerhaftes Farbenfestival kenntlich: auf Turbanen, Saris und Gewürzmärkten. Ein lebenspralles Buch.
Boris Potschka und Peter Pannke: Indien - Fest der Farben. Frederking & Thaler, München. 192 S., 19,90 Euro Portofrei bei Buch24
Und unsere gute Charlotte aus Lübeck folgt ebenfalls dem aktuellen "Trend zum Zweitbuch" - mehr noch: Sie hat sogar 3 Tipps für Euren Indienbücherschrank:
"…ich will doch nicht nur die INN konsumieren und mich unterhalten lassen, sondern - vielleicht - etwas dazu beitragen. Darum hier einige Buchtipps:"
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von Palani Mohan -
Autor und Fotograf
Ein Inder, der mit 9 Jahren mit seiner Familie nach Australien auswandert, entdeckt
nach Jahren als Fotograf sein Heimatland wieder. Persönliche Begegnungen mit
einfühlsamen Bildern belegt.
Bildband auf 160 Seiten, Bruckmann Verlage, 49,90 Euro Portofrei bei Buch24
Danielle und Olivier
Föllmi
Für jeden Tag des Jahres wird eine großartige Aufnahme Indiens und seiner
Bewohner gezeigt. Sentenzen und Lehren aus berühmtem Texten regen zum
Nachdenken an.
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Knesebeck 2004
Verlag, 33,00 Euro Portofrei bei Buch24
and
last but ...
als Alternative zum Nelles Guide Südindien:
Stefan Loose,
Ein kompaktes Nachschlagewerk mit 75 Landkarten
Dumont Reiseverlag 2005, 23,95 Euro - Portofrei bei Buch24
Danke, liebe Charlotte - es wird Zeit, daß Du mal wieder das Licht anmachst in Deinem RAM (Arbeitsspeicher), wo bekanntlich noch etliche Megabyte Indienerinnerungen auf Deine Tastatur warten. Wohlan, carpe diem - bevor Du und Johannes mit Eurer Yacht wieder für Monate in See stecht. Apropos - ich weiß ein todsicheres Mittel gegen Seekrankheit: Setze Dich einfach unter einen Baum…
Eines
der besten Bücher, das man derzeit über Indien lesen kann, ist von Pavan K.
Varma, einem Schriftsteller, der als Diplomat und Sprecher des Auswärtigen
Amtes tätig war und heute Direktor des Nehru Center in London ist.
Being
Indian ist eine äußerst kritische Auseinandersetzung mit allen Mythen und
Klischees, die Nicht-Inder und Inder mit diesem Land verbinden. Vor allem mit
dem Mythos der gewaltlosen und vergeistigten Natur des Inders als solchem räumt
Varma gründlich auf.
Zwar
habe Indien niemals ein anderes Land angegriffen und die Armee könne man auch
nicht wirklich als gut organisiert und schlagkräftig bezeichnen, aber die
Brutalität, mit der teilweise untereinander verfahren werde, ob innerhalb der
Familie aus Mitgiftgier, im Dorf wegen Kastenvermischung, oder in den immer
wieder aufflammenden Hindu-Moslem-Konflikten, diese Art der Gewalt suche
ihresgleichen.
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Und was die
transzendente Jenseitigkeit angeht: Der erfolgreiche Inder könne seine
Religiosität durchaus mit einem sehr diesseitigen Machtbewusstsein verbinden.
Macht sei für Inder das überzeugendste Argument überhaupt. Und Macht wird vor
allem durch Status und Geld erlangt – Wer wen kennt, ist fast so wichtig wie
die Kastenzugehörigkeit, von der jeder moderne Mittelschichts-Inder behauptet,
sie sei gar nicht mehr wichtig. Die Heiratsanzeigen in den Zeitungen, eine
faszinierende Lektüre übrigens, beweisen das Gegenteil.
Als
ich den Buchhändler fragte, ob man den Autor nicht wegen seiner unangenehmen
Wahrheiten hasst, sagte der, nein, er kommt aus einer zu guten Familie – und
fügte dann hinzu, außerdem hat er ja nur Inder beleidigt, nicht die Götter.
Aber
Varma glaubt trotzdem , dass das 21. Jahrhundert Indien gehört. . . .
Being
Indian - Why the tewnty-first Century will be India's
von Varma, Pavan, Buch, 288 S. , Kartoniert, Erscheint: April 2006 - jetzt
vorbestellen für EUR 12,40 inkl. kostenloser Lieferung bei BUCH24
Hinweis: Deine Vorbestellung kannst Du jederzeit widerrufen. BUCH24 sendet Dir
den Titel automatisch zu, sobald er beim Verlag erschienen bzw. verfügbar ist.
Salman Rushdies neuer Roman "Shalimar der Narr" - Salman Rushdie liest am heutigen Freitag in Berlin
Dies
ist ein Roman. Und wieder nicht. Dies ist viel mehr. Wir sind im Reich der
wuchernden Epen. Wir sind im Land von Salman Rushdie. Und da ist es nicht so
einfach. Auch bei Shalimar dem Narren nicht. Dieses Buch ist ein Mythos. Ein
magisches Märchen. Es ist Politroman. Ein Kaschmirroman. Ein Europa-, ein
Amerikaroman. Eine Liebesgeschichte. Ein Essay über den unheilvollen Krieg der
Religionen. Er ist ein Pamphlet. Ein Nachruf. Eine Verzweiflung. Ein großes
Allesmögliche. Und bevor diese Aufzählung nun auch unübersehbar wird, versuchen
wir, was wir als ewige Gärtner im Erzählgarten des Salman Rushdie immer
zuallererst versuchen müssen. Nehmen wir also die Schere zur Hand und schneiden
beherzt den Wildwuchs weg, legen den Stamm der Geschichte frei.
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Kaschmir,
noch gar nicht so lange her. Kaschmir, das Land zwischen Indien, Pakistan und
China, ist das Paradies, Salman Rushdies Shangri La. Hier liegen sie friedlich beieinander,
der muslimische Wolf und das hinduistische Lamm (oder umgekehrt). Und wenn ein
Muslim eine Hindu heiraten will, dann macht man eben zwei Hochzeitsfeiern in
beiden Ritualen. So ist das, als Shalimar der Narr, der mit dem Seil auf der
Luft gehen kann, hat sich sterblich in Boonyi, die Tänzerin, verliebt. Und
Boonyi sich in Shalimar. Dann tanzt Boonyi für den neuen amerikanischen
Botschafter in Indien, den in Strasburg aufgewachsen Sohn ashkenasischer Juden,
Max Ophuls. Da fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Das Paradies ist eng.
Und der Amerikaner ist die Freiheit. Max macht Boonyi zu seiner Mätresse.
Shalimar schwört blutige Rache, schwört Ophuls, Boonyi und jedes mögliche ihrer
Kinder umzubringen. Boonyi wird nicht glücklich in der großen Stadt. Sie wird
erst fett, dann wird sie schwanger. Sie bekommt eine Tochter. India will sie
das Kind des europäischen Amerikaners nennen. Kashmira heißt es am Ende. Boonyi
verläßt Kind und Ophuls, kehrt zurück in ihr Heimatdorf. Lebt als Gespenst in
einem verlorenen Land. In Kaschmir nämlich marodieren längst die von Pakistan,
respektive Indien instrumentalisierten religiösen Horden. Das Paradies ist
verloren. Kashmira wächst in Amerika auf. Bis eines Tages der vermeintlich
indische Fahrer ihres Vaters, der zu einem der weltweit führenden politischen
Strippenzieher geworden ist, vor der Tür steht ...
Uff.
Das war jetzt gar nicht so einfach. Denn wir mußten ein geradezu ungeheures
Geschichtengestrüpp auf den Kompost werfen, das Rushdie um Boonyis und Shalimars
nackte Geschichte hat wuchern lassen. Ungern. Denn, wenn man etwas Rushdie
diesmal nicht vorwerfen kann, dann, daß er langweilt. "Shalimar der
Narr" zeigt seinen Autor endlich wieder als Herr über das Meer der
Geschichten. So wild das alles aus dem Hirn des immer noch von einer
islamistischen Fatwa bedrohten Rushdie gewachsen zu sein scheint, so konsequent
und so kunstvoll ist der Roman geführt. Und endlich hat Rushdie wieder einen
großen Stoff.
Nun
werden die Bedenkenträger den Kopf schütteln, ob man denn mit den Mitteln des
magischen Realismus' diesem gewaltigen Konflikt überhaupt beikommen kann. Wir
sind hier aber in der Belletristikabteilung, und Romane dürfen alles, sie
müssen es nur können. Rushdie kann es (in diesem Fall).
Salman
Rushdie: Shalimar der Narr. A. d. Engl. v. Bernhard Robben. Rowohlt,
Reinbek. 560 S., 22,90 Euro portofrei hier bei BUCH24
Er ist ein Morgenmuffel und liest bis spät in die Nacht Bücher über das alte Ägypten oder tibetanische Totenbücher. Theo ist 14 Jahre alt und lebt in Paris. Und wenn er nicht gerade seinen Kopf in Bücher steckt, sitzt er vor dem Computer und versucht das Rätsel des Tages zu lösen, das ihm seine rothaarige Computerfreundin Pythia stellt. In Theos Leben gibt es noch seine senegalesische Freundin Fatou, seine griechische Mutter Melina, seinen französischen Vater Jerome und seine beiden Schwestern. Als sein morgendlicher Schwindel nicht nachläßt, erfährt Theo nach einem Arzttermin, dass er schwer krank ist. Eine mysteriöse Krankheit, die schlimmstenfalls mit dem Tod enden kann. Die Ärzte sind machtlos. Kurzerhand plant seine Tante Marthe eine ungewöhnliche Reise - eine Reise durch die Religionen der Welt. Theo sieht Jerusalem, Kairo, Rom, Benares, Jakarta, Tokio, Moskau, Istanbul, Dakar, Bahia, New York und Prag. Überall treffen er und Tante Marthe kundige Führer, die vom Judentum bis zum Schamanismus, von der Urkirche bis zum Mormonentum Glaubensrichtungen erklären und ihn sogar an den wichtigsten Festen und Riten teilnehmen lassen. Bei einem dieser Riten erfährt Theo, dass seine Zwillingsschwester kurz nach der Geburt gestorben ist. Ein Tod, über den seine Eltern nie sprechen wollten. Wider aller Hoffnung wird Theo am Ende geheilt, jedoch nicht von der klassischen Medizin, sondern von Medizinmännern.
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FOCUS schreibt dazu: "Abenteuerroman und Enzyklopädie, Entwicklungsroman und ein Stück farbenprächtige Reiseliteratur. Amüsant, spannend und leicht zu lesen."
Mein persönlicher Eindruck ist etwas zwiespältig. Für die Autorin steht die Schilderung der Weltreligionen im Vordergrund - die erdachte Rahmenhandlung von Theo wirkt auf mich konstruiert und hölzern. Zudem erkenne ich hier und da Oberflächlichkeiten und Fehlinterpretationen, wenn es um Themen geht, mit denen ich mich bereits intensiver beschäftigt habe. Aber mit ein wenig kritischer Distanz erweist sich der Wälzer durchaus als unterhaltsam und lehrreich. Besonders, wenn man etwas mehr über den Hintergrund der Autorin weiß, ist eine richtige Bewertung des Bestsellers leichter.
Catherine Clement, geboren 1939 in Paris, studierte Philosophie und Psychologie an der Sorbonne, lehrte dort und arbeitet als Kulturredakteurin und Produzentin. Als Gattin des französischen Botschafters lebt sie zur Zeit in Dakar, aber auch in Wien, Prag und zur Zeit in Dakar. Als Autorin wurde sie durch wissenschaftliche Werke bekannt.
Theos Reise - Roman über die Religionen der Welt; von Clement, Catherine - Buch, 713 S., Kartoniert, erschienen: April 2000 für EUR 10,00 inkl. kostenloser Lieferung hier bei BUCH24
Kaum ein Land wirkt in den Augen des Europäers so fremd und exotisch, keines ist zugleich so faszinierend wie Indien. Ständig wachsende Besucherzahlen zeigen, welch große Anziehungskraft der Subkontinent auf deutsche Urlauber hat. Das aktuelle ADAC Reisemagazin Indien zeigt in prächtigen Bildern und spannenden Reportagen, was die Faszination des Vielvölkerstaats ausmacht und sagt, warum 1001 Nacht nicht reichen, das Land kennen zu lernen.
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Ob
im Asphaltdschungel Delhis, Kalkuttas und Mumbais oder in heiligen Pilger-Orten
wie Amritsar oder Varanasi – die Autoren des ADAC Reisemagazins haben umfassend
vor Ort recherchiert und helfen nun, einen Weg durch die verwirrende Vielfalt
des Landes zu finden. Der Leser erfährt Hintergründiges über Religionen, Götter
und Gurus, heilige Männer nennen ihre Ansicht über den Sinn des Lebens. Das
Magazin beschreibt eine Route zu den beeindruckendsten Tempelstätten des Südens
und gibt Einblicke ins Innenleben eines großen Meditationszentrums. Eine
Reportage berichtet über Inhalt und Segen von Ayurveda-Kuren und der zugehörige
Info-Teil sagt, in welchen Wellness-Oasen der Körper besonders gut ausspannen
kann.
Zum
aktuellen ADAC Reisemagazin Indien gehören aber nicht nur Bilder vom Taj Mahal
oder eine Aufzählung der schönsten Strände, sondern auch der Blick hinter die
Kulissen. So erzählt eine junge deutsch-indische Autorin über das Heimatdorf
ihres Vaters in einer der ärmsten Regionen, dem nördlichen Bundesstaat Bihar.
Ihr sehr persönliches Familienportrait gibt Einblick in das Leben der Menschen
auf dem Lande sowie deren Mentalität und Traditionen. Außerdem gibt der
indische Schriftsteller Dilip Chitre einen Abriss über die Seelenlage seines
Landes und Perspektiven der Politik und erklärt, warum der Subkontinent für
Ausländer oft so schwer verständlich erscheint.
Das
212 Seiten starke ADAC Reisemagazin Indien ist ab sofort für 7,80 Euro im Buch-
und Zeitschriftenhandel, in ADAC-Geschäftsstellen sowie im Internet portofrei hier bei BUCH24
erhältlich.
Indien ist wunderschön. Nicht immer im wirklichen Leben, aber in diesem kolossalen Band. Er ist die Apotheose eines Bilderbuchindiens, das kein Reisender jemals so erleben wird, wie es der Schweizer Fotograf Olivier Föllmi zeigt.
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Seit
vielen Jahren fährt er immer wieder in alle Winkel des Subkontinents, durch
Schmutz und Lärm, Elend und Chaos, Ungerechtigkeit und Gewalt, Fortschritt und
Zukunftsgläubigkeit. Das alles interessiert ihn nicht - und die Radikalität,
mit der er Indien als ästhetischen Steinbruch benutzt, mit der er allein die
Schönheit sucht und ein Puzzle des Pittoresken zusammenfügt, ist
bewundernswert. Er fotografiert Pilger und Sadhus, Kühe und Kamele, Kinder mit
Kulleraugen, Tanzende vor Sonnenuntergängen, Maharaja-Paläste in der Dämmerung,
Turbanträger in Gandhi-Pose. Selbst das apokalyptische Varanasi, die große
Stadt des Sterbens am Ganges, wirkt bei Föllmi wie eine Märchenkulisse. Doch
seine Traumbilder sind keine Trugbilder. Denn wunderschön ist Indien oft genug.
"Indien"
von Olivier Föllmi, mit einem Vorwort von Radhika Jha. Knesebeck Verlag,
München 2005. 351 Seiten, zahlreiche Farbfotografien. Gebunden, 52 Euro. Mehr
vom Autor und portofreie Lieferung hier bei Buch24
München
(ddp). Die indische Küche ist genauso vielfältig wie das Land, aus dem sie
kommt. Auf mehreren Reisen haben Tanja Dusy und Ronald Schenkel landestypische
Rezepte gesammelt und in ihrem Buch «Indien. Küche &Kultur»
zusammengetragen. Herausgekommen ist eine reich bebilderte, kulinarische Reise
durch ein Land voller Gegensätze.
Über
eine Milliarde Menschen leben in Indien - zwischen den schneebedeckten Gipfeln
des Himalaya und dem tropischen Kerala, zwischen der Wüste Thar und den
Niederungen des Ganges. Landschaftliche Gegensätze, eine große Vielfalt der
Glaubensrichtungen, eine sehr wechselhafte Kolonialgeschichte und große soziale
Unterschiede bringen eine in der Welt wohl einzigartige Buntheit der
Alltagskultur mit sich. Entsprechend vielfältig ist die Küche des Landes - eine
unvergleichliche Palette an Produkten, Aromen und Zubereitungsarten.
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In
vier Kapitel vermittelt das Buch ein lebendiges Bild der regionalen Küchen und
des kulturellen, gesellschaftlichen und religiösen Umgang mit Nahrung. Die
Szenen reichen von den zur Mittagszeit bestürmten Garküchen Mumbais bis zu den
Gaststätten der Jain-Pilger im Geburtsstaat Gandhis, Gujarat. Sie stellen die
Bewahrer der Geheimnisse der Mughlai-Küche, die Nawabs von Luknow, vor und
geben Einblick in die Clubs von Kalkutta, wo britischer Lebensstil noch heute
gepflegt wird. Die Rezepte reichen von den nordindischen Fleisch-, Tandoori-
und Moghul-Gerichten, über vegetarische Talis und Streetfood der westlichen,
Fischspezialitäten und Süßigkeiten der östlichen Landesteile bis zur
raffiniert-scharfen Gewürzküche des Südens.
Spannende
Bild-Reportagen berichten über die teuflisch heißen Tandoor-Öfen, über die
einfache und doch raffinierte Küche der ehemaligen Kriegerfürsten in Rajastan,
die mit kostbaren Silberblatt verzierten Süßigkeiten und die unendliche
Vielfalt der Gewürze.
Wer
Gäste mit einem Menü überraschen möchte, findet Anregungen in den Vorschlägen
nach indischer Tradition. Ein Bezugsquellenverzeichnis hilft beim Beschaffen
der Zutaten.
"Indien.
Küche und Kultur" von Dusy, Tanja / Schenkel, Ronald
Buch, 240 S.,
Gebunden, Erschienen: 2005, ISBN
3774267251
Mehr
Info und kostenlose Lieferung hier bei BUCH24
«Die Wasserkresse sagt, den Kopf gereckt, zum Teiche: Schau! Heute hab ich dir gegeben einen Tropfen Tau.» So selbstbewusst wie die Kresse in diesem Vers war auch dessen Dichter Rabindranath Tagore.
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Um
1910 machte er sich daran, eine Auswahl seiner Gedichte selbst ins Englische zu
übersetzen. «Gitanjali», Liedopfer, war der Titel, unter dem sie 1912 erschien.
Und dieser schillernde Tropfen bengalischer Dichtkunst blieb tatsächlich nicht
unbemerkt im Meer der Bücher: Schon ein Jahr später erhielt der Inder Tagore -
als erster Autor außerhalb Europas - den Nobelpreis für Literatur.
Nun
bietet die Sammlung «Das goldene Boot», herausgegeben vom Tagore-Kenner und
Übersetzer Martin Kämpchen, deutschen Lesern die Gelegenheit, den bengalischen
Dichterfürsten wieder und auch neu zu entdecken. Neu deshalb, weil viele der
Gedichte, Lieder, Erzählungen, Dramen und Essays frisch übersetzt wurden, und
zwar ausschließlich aus dem Original. Außerdem enthält der Band Tagores
Gespräche mit Einstein - und eine sehr lesenswerte biografische Skizze
Kämpchens über Tagore (1861-1941).
Tagore
stammte aus einer reichen, in Europa würde man sagen adligen Familie in
Bengalen, der Provinz im Osten Indiens mit der Metropole Kalkutta. Indien stand
damals unter der Herrschaft der britischen Kolonialmacht, und Bengalen, das
Land der Dichter und Sänger, war noch ungeteilt. Tagore schildert, wie er als
Kind einsam durch sein weitläufiges Elternhaus geirrt sei und sich Geschichten
ausgedacht habe. Auf dem Grundbesitz seiner Familie lernte er die Armut der
Menschen auf dem Land kennen.
Bis
heute ist Lyrik in Bengalen so populär wie in anderen Ländern die Volksmusik.
Selbst wer nicht lesen und schreiben kann, rezitiert Gedichte. Und Industrielle
oder Intellektuelle, Beamte oder Lehrer, Männer und Frauen, Arme und Reiche
outen sich immer wieder als Freizeit-Autoren. Viele Deutsche, ob in Kalkutta
oder Dhaka, sind immer wieder verblüfft, wie oft sie auf Bertolt Brecht
angesprochen werden.
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Tagore
hat die Lieder und die Lyrik seiner Heimat in sich aufgenommen und verdichtet.
Er schrieb Lieder und Dramen, die bis heute populär sind. 1947 teilten die
Briten Indien und schlugen den östlichen Teil Bengalens dem 1500 Kilometer
entfernten islamischen Pakistan zu. 1971 machte sich Ostbengalen mit Hilfe
Indiens unabhängig und wurde zu Bangladesch. Beide Nationalhymnen, die Indiens
und die Bangladeschs, stammen von Tagore.
Im
Westen verhalf ihm vor allem «Gitanjali» zum Durchbruch, aber auch sein Image
als Weiser aus dem Morgenland, das er mit seinem würdevollen Bart und seinem
wallenden Gewand gerne bediente. Es war, als habe das materialistische und
nihilistische Abendland auf den orientalischen Mystiker gewartet. «Dass du mir
zu Hilfe kommst, darum bitt ich dich nicht, sondern um die Kraft, nicht
aufzugeben» - solche Gebetszeilen aus Gitanjali scheinen Balsam auf die wunde
Seele der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg gewesen zu sein. Mehr als eine
Million Tagore-Bücher waren 1923 in Deutschland auf dem Markt.
Die
nicht besonders ausgefeilten englischen Übersetzungen durch Tagore selbst, aus
denen dann ins Deutsche übertragen wurde, seien damals wohl kein Hindernis
gewesen, meint der Historiker und Indien- Experte Dietmar Rothermund: «Gerade
weil er einfach übersetzen musste, war das Flair seiner Kunst spürbar.» Tagore
habe später aber selbst bedauert, dass seine eigenen Übersetzungen verkürzend
und oft kraftlos gewesen seien, schreibt Kämpchen. «Das goldene Boot» macht
dieses Manko mit Neuübersetzungen wett, und die Zusammenstellung bietet einen
Querschnitt des Schaffens und Denkens von Tagore.
Rabindranath
Tagore - Das goldene Boot.
Lyrik, Prosa, Dramen
Verlag Artemis & Winkler, Düsseldorf und Zürich; 672 Seiten, 24,90 Euro -
ISBN 3-538-06988-3
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Vikas Swarups Roman "Rupien! Rupien!" - Nach einer Buchbesprechung im Deutschlandfunk vom 23.8.05 von Julia Schröder
Der indische Autor Vikas Swarup hat als Diplomat die halbe Welt gesehen. Ram Mohammed Thomas, der Held seines ersten Romans "Rupien! Rupien!", ist Kellner. Von ihm erwartet niemand, dass er irgend etwas von der Welt gesehen hat. Auf keinen Fall soviel, dass er in der Fernsehshow "Wer wird Milliardär?" den Hauptgewinn absahnen könnte.
Weil es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, dass Ram Mohammed Thomas vor laufender Kamera den Namen des kleinsten Planeten im Sonnensystem kannte und wusste, in welcher Tonart Beethoven seine Hammerklaviersonate komponiert hatte, wird er verhaftet. Und als, wie ein rettender Engel, eine junge Anwältin aufkreuzt, um ihn aus den Folterkellern der Polizei zu befreien, erfahren wir in einer Reihe von Rückblenden, wie es zu all dem kam.
"Rupien! Rupien!" ist ein Buch aus Indien, und es ist in mancherlei Hinsicht sehr indisch, sehr bunt, sehr pikant und ziemlich laut. Die tragische Variante des magischen Realismus à la Arundhati Roy ist Vikas Swarups Sache nicht. So wie die Anwältin unseres unglücklichen Milliardengewinners immer wieder die Play-Taste des Videorecorders drückt, damit sie und ihr Mandant sich die fatale Quizshow häppchenweise vergegenwärtigen können, so wie er seinerseits darauf mit großem Fabuliertalent einsteigt und die Kapitel seiner Lebensgeschichte nacherzählt, die ihn zu den erstaunlichen Rateleistungen befähigt haben, so will der Roman den ganzen gesellschaftlichen Kosmos des Subkontinents ausleuchten und die komplette Skala menschlicher Schicksale und Empfindungen dazu.
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Das Findelkind, das von einem britischen Priester aufgezogen und mit Rücksicht auf die religiösen Gefühle von Hindus und Moslems auf Vornamen aus beiden Religionsgemeinschaften getauft wird, das immer wieder, kaum hat es ein Zuhause gewonnen, alles verliert, fortlaufen muss oder hinausgeworfen wird, das auf diese Weise seine Leser mitzerrt auf Lebensstationen in Delhi, Agra und Bombay, zum Taj Mahal, in die Villen der Diplomaten und die Lasterhöhlen übler Verbrecher, erlebt deutlich mehr Höhen und Tiefen, als normalerweise in ein achtzehnjähriges Leben hineinpassen. Aber was ist schon normal? Was ist normal für einen Helden, dessen Entwurf unübersehbar viel stärker als von der Realität von deren Abglanz auf der Filmleinwand geprägt ist?
Dass Ram Mohammed Thomas zwischenzeitlich als Hausdiener bei einer alternden Filmdiva landet, passt nicht nur wunderbar in die überaus verschlungene und dabei virtous verknüpfte Handlung. Damit betritt unser Held jene Welt, aus deren Koordinaten die seine vollständig besteht. Der Roman werde demnächst verfilmt, teilt uns der Verlag im Klappentext des Buches mit. Freunde des auch hierzulande immer beliebter werdenden Bollywood-Kinos können sich schon freuen; ein kritischer Problemfilm wird aus diesem Buch mit Sicherheit nicht.
Freilich ist Vikas Swarups "Rupien! Rupien!" reich an Milieuschilderungen, die einem Tränen des Mitgefühls in die Augen zu treiben geeignet sind. Und freilich hat Ram Mohammed Thomas in den wuchernden Megalopolen viel zu leiden unter dem Geiz der Reichen, der Doppelmoral der Ehrbaren und den Verbrechen, die in einem Klima großer sozialer Gegensätze und einer nicht mehr zu steuernden Modernisierung gedeihen. Indes, er begegnet auch der romantischen Leidenschaft, die sich gegen alle Widerstände - die Erwählte geht der Zwangsprostitution nach - sogleich zur lang unerfüllt bleibenden großen Liebe entwickelt. Staunenswerte Frauenspersonen und schutzbedürftige Freunde kreuzen seinen Weg, bis hin zu seiner Anwältin, deren geheimnisvolle Verbindung zu ihm, wie der Sinn von allem anderen, sich schließlich enthüllt.
Ein ordentlicher Bollywood-Film braucht ein ordentliches Happy End. Dennoch hätte Vikas Swarup gegen Ende seines durchaus fesselnden Unterhaltungsromans nicht ganz so deutlich darauf schielen müssen, dass auch alle losen Fäden aufgenommen, alle Bösen bestraft, alle Guten belohnt und alle Liebenden vereint werden. Sonst wäre "Rupien! Rupien!" eine durchaus empfehlenswerte Urlaubslektüre, die leider erst jetzt in die Buchläden kommt, da fast überall die Ferien vorbei sind. Shahrukh Khan, übernehmen Sie!
Vikas Swarup: Rupien, Rupien. Verlag Kiepenheuer & Witsch - portofrei bei BUCH24
© Die Berliner Literaturkritik, 18.07.06 – Pünktlich zur Buchmesse mit dem Schwerpunkt Indien erscheint Vikram Chandras Roman „Der Gott von Bombay“ im Aufbau Verlag. Dieser preist das Buch als „Meisterwerk“.
„Der Gott von Bombay“ sei „voller Spannung und Phantasie, über Freundschaft und Betrug, Liebe und Gewalt, Moral und Selbstsucht.“ Nach Verlagsangaben habe Vikram Chandra sieben Jahre lang auf den Straßen der Metropole recherchiert. Dabei habe er Polizisten und Journalisten getroffen, mit Filmstars, Produzenten und Geheimdienstlern geredet und sogar „mit einigen der gefürchteten ‚Paten’ des Landes“.
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Er
sei ein Meister des Erzählens und seine Charaktere würden durch „Lebensnähe“
bestechen. Inspektor Sartaj Singh, berühmt für seine Unbestechlichkeit, sei
melancholisch und gradlinig und repräsentiere ein „unbedeutendes Rädchen im
Getriebe der staatlichen Sicherheit“. Sein Gegenspieler der legendäre Mafiaboss
Ganesh Gaitonde sei sein genaues Gegenteil: zynisch, selbstherrlich, ein
Machtmensch, der die Geschicke Indiens maßgeblich beeinflusse. Vordergründig
schaffe ihre Begegnung eine „fesselnde, üppige, intelligente
Kriminalgeschichte“, die aber „literarisch mehr bereit“ halte, lässt der Verlag
wissen.
Der
1961 in Neu Delhi geborene Vikram Chandra wurde stark von der Leidenschaft
seiner Mutter, Drehbücher zu schreiben, beeinflusst. Nachdem er 1984 auf dem
Pomona College in der Nähe von Los Angeles mit „magna cum laude“ seinen BA in
Englisch abschloss, studierte er an der Filmschule der Columbia University (New
York). Die literarischen Ambitionen Chandras überstrahlten in der Folgezeit
seine kinematographischen. Inzwischen übertrage er laut Aufbau-Verlag die
Möglichkeiten des Films auf sein Schreiben.(maw/lut)
Literaturangaben:
CHANDRA, VIKRAM: Der Gott von Bombay. Aufbau-Verlag, September 2006. 850 S., 24,90 €. zur portofreien Lieferung hier bei BUCH24 (vor)bestellen
Erkundungen in Indien, die man besser daheim machen kann - durch Lesen.
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Ein
bisschen Komfort ist hilfreich, wenn einem die Welt ganz fremd wird. Obgleich die
entferntesten Winkel heute mit Billigfliegern erreichbar sind, ist es wohl den
wenigsten von uns gegeben, wie ein "Hochwohlgeborener" zu reisen.
Rudyard Kipling konnte das noch. Der 1865 in Bombay geborene Brite, der 1907
für seine "Dschungelbücher" und "Kim" den ersten Nobelpreis
des Empires erhielt, reiste in einer Sänfte mit einem Tross an Lasttieren,
Kulis und Köchen.
Rudyard Kipling konnte nicht klagen, obgleich er Beklagenswertes erblickte. Der Luxus des unbeschwert Reisenden befähigte ihn dazu, mit der "leidenschaftlichen Indifferenz des echten Künstlers" (Nietzsche) das Pittoreske im Elend des kleinen Mannes zu sehen. Die Milieuschilderungen seiner "indischen Erzählungen" sind nüchtern und unsentimental, eher durch journalistischen Realismus als stilistische Finesse geprägt.
Da
sterben die Leute, einfach so und nebenbei, an Fieber, an Cholera, an Gewalt.
Da hilft nichts. Ein Hochwasser vernichtet das Lebenswerk eines
Brückenbau-Ingenieurs, im Opiumrausch begegnen dem dann die Götter Indiens. Die
ahnen, dass es mit ihrer Macht zu Ende geht, seitdem die Männer "von
jenseits des Wassers" gekommen sind und Land und Seelen mit Feuerwagen und
Aufklärung kolonisieren.
Kipling
macht keinen Hehl daraus, dass er sich als Repräsentant einer überlegenen Zivilisation
versteht. Dem Freund Cecil Rhodes und Imperialisten, der von der "Bürde
des weißen Mannes" sprach, deshalb Rassismus vorzuwerfen, ist recht und
vor allem billig. Ein Grund, seine köstlichen Shortstories aus einer fernen
Welt und vergangenen Zeit nicht genüsslich zu lesen, ist es nicht. Im
Gegenteil, die ungebrochene Selbstgewissheit des kühlen Betrachters erzeugt
Wahrhaftigkeit, die Mitleid ermöglicht.
Kipling,
Rudyard - Buch, 253 Seiten, Leinen - Erschienen: März 2006 - EUR
17,90
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darüber und portofreie Lieferung bei BUCH24
Mit Lonely Planet "Indien" - Deutsche Ausgabe kommen nun endlich auch deutschsprachige Traveller in den Genuss des Kultreiseführers für Individualreisende. Lonely Planet "Indien" bringt reisepraktische Informationen für jedes Budget, plus alles, was man wissen muss über die Traum-Destination auf dem Subkontinent: Tempel-Hopping in Rajasthan und Taj Mahal-Sightseeing bei Sonnenaufgang, Trekking im Himalaya, Abhängen in Goa...
Zuverlässige Reiseinfos für Individualreisende, locker präsentiert, das ist das Markenzeichen der australischen Kultreiseführer Lonely Planet. Lonely Planet "Indien" ist 1:1 das englische Original: mit allen Infos für Sightseeing, Aktivurlaub und Relaxen auf knapp 1300 Seiten. Das Autorenteam um Sarina Singh kennt Unterkünfte und Restaurants für jeden Geldbeutel: vom Sternenzelt über den Regenwald-Retreat zum ehemaligen Maharadscha-Palast auf dem See, von der Straßensnack-Garküche über romantische Dachterrassen-Restaurants zu Fünfsterne-Tempeln. Lonely Planet-Reisetipps sind unabhängig recherchiert und reden nicht drum rum, damit Ganesh, der Hindugott des guten Zufalls, keine Überstunden machen muss: wo ist der beste Ort für Königstiger-Watching? Welcher Basar lohnt sich wirklich? In welchem Hostel bekomme ich nachts kein Auge zu? Und: wo lauert die Abzocke?
Lonely Planet "Indien" bringt den nötigen Background zum Subkontinent – Hinduismus, der Raj, Kaschmir – worum ging es da doch gleich noch...? – erklärt aber auch die aktuelle Szene: was läuft heute in Indien in Film, Musik, Politik? Der Guide führt zu den ungewöhnlichen Festivals, spektakulären Trekking-Trails und hippen Stränden abseits der Touristenpfade. Farbfotos machen Lust auf Land und Leute, über 200 exakte Karten, aktuelle Zugfahrpläne, klare Glossare und Extra-Infos für deutschsprachige Traveller runden das Ganze ab. Plus die besten Lonely Planet-Lesetipps: eine locker geschriebene Einführung in die Kolonialgeschichte, eine witzige Backpacker-Satire oder ein leckeres Kerala-Kochbuch. 1981 war Lonely Planet India das aufwendigste und teuerste Projekt, das die Lonely Planet-Redaktion je in Angriff genommen hatte. Damals wie heute ist Lonely Planet der Reiseführer für Traveller, die offen sind für neue Erlebnisse, spannende Begegnungen – und verantwortungsbewusstes Reisen. Lonely Planet "Indien" inspiriert dazu, das Land – und sich selbst – neu zu entdecken. Wie wär’s, bei einer Ayurveda-Kur zu relaxen, ein paar Takte auf dem Sitar zu zupfen oder – gegen ein paar Englischstunden an der Dorfschule – tamilischen Kampfsport zu lernen?
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Der Lonely Planet gilt seit 25 Jahren als die "Bibel" für Individualreisende. Er hat versteckte Restaurants und Hotels mit Lob reich gemacht - viele andere nach einem Verriß aber auch in die Pleite getrieben. Dabei wird oft der schnelle Wandel in der boomenden Indientouristik übersehen. Gelobtes kann morgen schon enttäuschen, und Kritisiertes kurz darauf unter neuer Leitung begeistern.
Wer mit Kerala Discovery reist, braucht allerdings keine tagesaktuellen Infos über Hotelpreise und Verkehrsmittel. Hier wird der Lonely Planet zur Indien-Enzyklopädie mit allen Hintergrundinfos zu unseren Zielen.
Beim Lesen allerdings differenzieren: Aktuelle Informationen sind bei Drucklegung eines Reiseführers 2-3 Jahre alt, und die aus der Vorauflage übernommenen Daten sogar noch älter.
Bei diesem Buch bezahlt man außerdem die Bequemlichkeit, in deutscher Sprache lesen zu können, mit einem weiteren Jahr. Denn das englische Original erschien bereits 2005.
Lonely Planet Indien - Buch, Kartoniert, Format: 128 x 198 mm, Sprache: Deutsch, Erschienen: Mai 2006, EUR 28,50 portofrei hier bei BUCH24
Die
Bilder des unverheirateten Gottessohnes und seiner jungfräulichen Mutter
bestimmten die religiöse Vorstellungswelt des Abendlandes, schreibt Martin
Kämpchen in seiner Einleitung zu einem bei Insel erschienenen Band mit
"Indischen Liebesgedichten". Diese Bilder ergänzten sich jedoch nicht
zu einem "Paar", während in der indischen Mythenwelt die Paar-Idee
eine dominante Rolle spiele. So leben die Hauptgottheiten des Hinduismus,
Vishnu und Shiva, mit Göttinnen zusammen, und so erzählen zahlreiche Mythen von
der Liebe des Jünglingsgottes Krishna zu dem Milchmädchen Radha.
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Die indische Liebesliteratur entsteht vor der Folie dieser mythischen Weltsicht, in der sich die Götter in verschiedene Charaktere und Gestalten verwandeln und ganz unterschiedliche Partnerinnen haben. Den Kern dieser Mythen hat die Philosophie des Hinduismus in einem göttlichen Prinzip verankert, das von einer Polarität männlicher und weiblicher Momente lebt: "Siva, das Männliche, ist ruhend und selbstleuchtend. Sakti, das Weibliche, dagegen ist ständig in Bewegung..." Genau diese Polarität durchzieht die altindischen Epen und Lieder, die der deutsche Dichter und Gelehrte Friedrich Rückert im 19. Jahrhundert dann so ins Deutsche übersetzt hat, daß ein ganz besonderer Ton entstand: "Diese weitgeaugt-blicklüstige,/ Vollgewölbt-schwellbrüstige,/ Breitgelendet träge Gängerin,/ Meine liebste Herzensempfängerin."
Als einer
der ersten europäischen Dichter befaßte sich Friedrich Rückert mit indischer
Mythologie und Geistesgeschichte. Bis heute ist seine Art, in engster Anlehnung
an das Original den Inhalt genau wiederzugeben und doch die Melodie der
Rhythmen und den Klang der Worte, ja sogar Wortspiele nachzuahmen, unerreicht.
Wie
kein anderer vor oder nach ihm hat Rückert es verstanden, die kunstvolle
indische Dichtung mit ihrem Bilderreichtum in kongenialer Weise in die deutsche
Sprache zu übertragen.
Indische Liebesgedichte. Übertragen von Friedrich Rückert. Mit einer Einleitung von Martin Kämpchen. Insel, Frankfurt/M., 146 S., 5 EUR (mehr Info und portfrei bestellen hier bei BUCH24)
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Familiengeschichten
waren immer seine Stärke – und das Epos „Eine gute Partie“, mit dem der auf
Englisch schreibende Inder Vikram Seth 1995 auch hier zu Lande seinen
Durchbruch feierte, ist ein wunderbares Beispiel dafür. Doch mit seinem neuen
Buch „Zwei Leben – Porträt einer Liebe“ hat er sich selbst übertroffen. Seth
verbindet darin Roman, dokumentarisches Geschichtsbild – und Autobiografie.
Denn die beiden Protagonisten Shanti, ein in Berlin studierender Zahnmediziner
und Henny, die jüdische Tochter seiner Zimmerwirtin, wurden für ihn zu
Großonkel und Großtante. Leibhaftig begegnete er ihnen erst in London, wohin er
mit 17 Jahren zum Studium kam.
„Zwei
Leben“ erzählt, nicht zuletzt in Briefen (und reichhaltigem Fotomaterial), wie
schwer es für Shanti und Henny war, zueinander zu finden. Denn beider Liebe
wäre an privaten wie politischen Hindernissen fast gescheitert. Es ist ein Buch
über jüdisches Leben in Nazi-Deutschland – und ein Buch über die gleichzeitigen
Spannungen zwischen Hindus und Muslimen in Indien.
Vikram
Seth, 1952 in Kalkutta geboren und heute sowohl im indischen Neu Delhi wie im
britischen Salisbury zu Hause, stellt die deutsche Übersetzung von „Two Lives“
in dieser Woche nun in der Stadt vor, in der die Liebesgeschichte ihren Ausgang
nahm – verbunden mit einer Warnung, die den Schluss seines Buches bildet:
"Wir sollten einsehen, dass wir auch als jemand anders hätten geboren
werden können. Wir sollten an eine menschliche Logik und vielleicht zur rechten
Zeit an die Liebe glauben."
Lesungen des Autors in Berlin:
Ethnologisches Museum, Fr 12.5., 19.30 Uhr, 10 €, erm. 5 €; Bibliothek am Wasserturm, So 14.5., 11 Uhr, 12 €, erm. 8 €
Zwei Leben - Porträt
einer Liebe von Seth, Vikram (Buch, 544 Seiten,
Gebunden, Sprache: Deutsch, Erschienen: Mai 2006 )
Preis inkl. gesetzl. MwSt. EUR 22,90 und inkl. kostenloser Lieferung
durch BUCH24
Unser Mann in Mekka - Ilija Trojanow erzählt von Richard Burton, einem der großen Abenteurer des 19. Jahrhunderts
Die
Mail kam aus Lissabon und doch nicht aus Kapstadt, und außerdem war der
Absender vorher in Bulgarien, wo er für sein neues Buch recherchiert hat. In
zwei Tagen werde er von München aus wieder nach Indien fliegen, sagt Ilija
Trojanow, und im übrigen sei das sein erster Winter seit fünf Jahren, weil er
immer gerade dort gelebt hat, wo die Sonne schien. Es ist dann doch ganz
praktisch, daß es heute E-Mail und Telefon gibt, wenn man mit einem
reiselustigen Schriftsteller wie Trojanow Kontakt aufnehmen will, und nicht,
wie zu Sir Richard Francis Burtons Zeiten, schleppenden Briefverkehr. Burton
ist die Titelfigur in Trojanows Roman "Der Weltensammler", einem
wunderbaren und wundersamen Buch, das tief im 19. Jahrhundert spielt und doch
so gegenwartsnah ist, wie man sich das nur wünschen kann.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der als erster Europäer über seine heimliche Pilgerfahrt nach Mekka und Medina im Jahr 1853 schrieb, der später in Afrika nach der Quelle des Weißen Nils suchte und seine Karriere als Offizier in Indien begonnen hatte. Ein fernes Echo von Karl May liegt über dem Roman, eine sublimierte Erinnerung an alte Abenteuerbücher, aber Ilija Trojanow hat die Welt eben nicht in Bibliotheken erkundet, er ist Burton nachgereist. Er ist Ende der neunziger Jahre nach Bombay gezogen. Er hat unter Deobandi gelebt, das sind indische Muslime, die, zu Unrecht, sagt Trojanow, unter Islamismusverdacht geraten sind. Er hat ihnen Englisch beigebracht, im Gegenzug haben sie ihn so weit im muslimischen Glauben unterwiesen, daß er ein Visum für Saudi-Arabien beantragen konnte. Er hat mit ihnen gebetet und gefastet, und so durfte er, anders als Burton, ohne Verkleidung nach Mekka und Medina reisen, worüber er auch ein Buch geschrieben hat, das "Zu den heiligen Quellen des Islam" heißt.
Burton,
das ist ein Kindheitstraum. Trojanow, der 1965 in Sofia geboren wurde und in
Kenia aufwuchs, hat ihn in einem Buch kennengelernt. "Explorers of
Africa" hieß es, die Eltern hatten es dem Zehnjährigen geschenkt. Und
statt die wilden Tiere im Nationalpark zu beobachten, hat er an einem
Wasserloch gesessen und dieses Buch verschlungen, weil sein Blick sofort von
einem Mann angezogen wurde, der anders aussah, der anders gekleidet war, in ein
wallendes orientalisches Gewand. Ein Mann, der in allen möglichen Ecken der
Welt lebte und mehr als zwanzig Sprachen beherrschte, der 1890 als Konsul in
Triest starb, wohin man ihn abgeschoben hatte. Nach seinem Tod verbrannte seine
Frau die Notizbücher aus vierzig Jahren, die er als seinen größten Schatz mit
sich führte, die er sich im Roman slapstickartig von diebischen Affen
zurückerkämpft. Die Ehefrau hatte befürchtet, man könne biographische
Rückschlüsse aus Burtons Interesse an bizarren sexuellen Praktiken ziehen. Es
reichte ja schon, daß er das "Kamasutra" übersetzt hatte und dazu
noch die "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht".
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"Der
Weltensammler" kann deshalb nur ein Abenteuerbuch sein, das einen mitnimmt
und seine Faszination für den Mann großzügig mit dem Leser teilt. Was es so
besonders macht, das ist allerdings nicht bloß sein Held, es ist vor allem
Trojanows raffinierte Porträttechnik. Er schlüpft nicht einfach in Burtons
Haut. Er inszeniert die drei Teile des Romans, die den Stationen Indien, Mekka
und Afrika entsprechen, jeweils als einen mittelbaren Dialog zweier
Perspektiven. Zum einen ist da immer die Schilderung aus Burtons Blickwinkel.
In Indien dann geht Burtons entlassener Diener zu einem Schreiber, um seine
Erinnerungen aufschreiben zu lassen, und dieser Schreiber verfertigt daraus mit
Geschick seine Version. Die Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, wird zugleich
durch Protokolle und Briefwechsel der osmanischen Behörden rekonstruiert, die
nachträglich ermittelt und Zeugen verhört hatten, nachdem Burtons Reisebericht
erschienen war. Und in Afrika ist es der Führer der Nilquellen-Expedition, der
seinen Freunden von den Mühen und Kuriositäten der Reise erzählt, ein Afrikaner
namens Sidi Mubarak Bombay, der als junger Mann in die Sklaverei nach Indien
verschleppt wurde.
Trojanow
ist der Gefahr elegant ausgewichen, sich voller Überschwang in den Mann
hineinzuversetzen, der für ihn eine ferne Identifikationsfigur ist. Er wollte,
wie er sagt, nicht nur Burtons Erfahrungen, sondern auch den Blick der
Einheimischen auf Burton wiedergeben. Ihre Sicht sei gleichberechtigt und nicht
bloß exotisches Kolorit. "Und dort, wo es mir besonders wichtig ist",
sagt Trojanow, "bin ich am weitesten weg von Burtons realer
Biographie." Diese poetische Lizenz erlaubt es ihm, ständig die Tonlagen
zu wechseln, sehr verschiedene, distinkte Stimmen zu modellieren, und es
verhilft ihm gleich zu Anfang zu einem Coup, der einen unwiderstehlich in das
Buch hineinzieht, weil da etwas gelingt, was selbst Überblendungen selten
schaffen.
Es
ist ein Stück Sprachmagie, wenn Burtons Gärtner vor dem Feuer steht, in dem die
Tagebücher verbrennen: ein Fanal, das den ganzen Zauber dieses Buches leuchten
läßt. Er sieht "krakelige Buchstaben, die als Funken aufflattern, bevor
sie als Kohlenstaub herabsinken". Er glaubt, den jungen Burton zu
erkennen, "die Seiten brennen, die Zettel, die Fäden, die Lesezeichen und
das Haar, ihr seidenes schwarzes Haar, langes schwarzes Haar, das vom vorderen
Ende eines Schragens herabhängt, im Klagewind treibt. Nur eine Flammenwand
entfernt liegt eine Tote, ihre Haut löst sich ab, ihr Schädel platzt, sie
beginnt zu schrumpfen, bis von ihr übrig ist, was weniger wiegt als ihre
schönen langen schwarzen Haare. Der junge Offizier weiß nicht, wie sie heißt,
wer sie ist. Er kann den Geruch nicht mehr ertragen." Und auf einmal steht
man in Bombay, mitten im 19. Jahrhundert.
Aus
solchen Verwandlungen und Überblendungen setzt sich das Bild des Abenteurers
zusammen - schwer zu fassen, flüchtig, dann wieder so klar wie auf den
Fotografien, die von Burton erhalten sind, und dabei immer auch fremd,
undurchschaubar. Ein Mann des 19. Jahrhunderts - und doch wie aus seiner Zeit
gefallen. Von einer kaum zu stillenden Neugier, einer waghalsigen Bereitschaft
zur Selbstaufgabe. Einer, der sich auf fremde Kulturen einließ, ohne restlos in
ihnen aufzugehen. Ein Verwandlungskünstler mit Schauspieltalent, wenn er sich
in Kairo mit Erfolg als Arzt ausgibt, ein Lebensgieriger, ein
Erfahrungshungriger. Einer, dessen unendliche Faszinierbarkeit wenig mit dem zu
tun hat, was Akademiker als das Andere mit dem ganz großen A beschworen haben,
und noch weniger mit der Selbstüberschreibung sinnkranker Europäer an fremde
Götter.
"Ich
glaube nicht", sagt Ilija Trojanow, "daß man nicht einer von den
anderen werden kann", er selber habe im übrigen die Erfahrung gemacht, wie
wenig homogen andere Kulturen seien, sobald man einmal ernsthaft versuche, in
ihnen zu leben: "Ihre reale Vielfalt wird gar nicht wirklich
wahrgenommen." Was sich wahrnehmen läßt, das ist Trojanows Pointe, davon
muß sich erzählen lassen. Erklärungen und dürre Begriffe wie Interkulturalität
lösen sich auf in Geschichten. Und deshalb ist dieser Roman so nah an der
Gegenwart: Gerade weil er diesen Burton nicht aus seiner Welt herauslösen,
sondern ihn in seiner Zeit verorten will. Das Wort Multikulturalität, bei dem
man inzwischen schon automatisch die Stimme von Claudia Roth schrillen hört,
dieses Wort kann Trojanow ohne Nebengeräusch aussprechen, weil es seine
Biographie beschreibt. Was er damit meint, das ist keine Verschmelzung der
Kulturen, kein Monopluralismus, aber auch keine Atempause im Kampf der
Kulturen. Es ist ein Plädoyer für Erfahrung, für Anschauung - und
Selbstreflexion. Und man könnte dafür keinen besseren Anwalt finden als diesen
Burton, diesen unzeitgemäßen Streuner zwischen den Kulturen und Religionen, der
eben nicht nur in immer neue Kostüme und Masken schlüpft, sondern der das alles
ernst nahm, der den Islam wie die Upanischaden von innen heraus begreifen
wollte.
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Das
ist kein Alles-Verstehen, Alles-Tolerieren, Alles-Verzeihen. Da setzt sich
jemand einer Kultur mit Haut und Haaren aus, läßt sich beschneiden, um einer
Enttarnung auf der Pilgerfahrt nach Mekka vorzubeugen, und bleibt insofern er
selbst, als er immer wieder ein anderer wird. Das ist natürlich kein Leben, das
sich dem Integrationsbeauftragten als Rollenmodell für ganze Gesellschaften
empfehlen ließe, es bleibt eine wilde Abenteurerexistenz, voller Widersprüche,
Umwege, auch Sackgassen, aber es steht für eine Haltung, die eine Zukunft hat.
Der sogenannte Ungläubige, der in Mekka voller spiritueller Inbrunst zu Allah
betete, der abgefallene Katholik, der sich die letzte Ölung verabreichen ließ
und mit seinen seltsamen theologischen Ansichten den zuständigen Priester in
Gewissensnöte stürzte, der Oxford-Student, der als Konsul des Empire starb und
als Weltensammler lebte, dieser Richard Francis Burton schrieb mit einem
Pathos, das noch immer unbedingt modern klingt: "Aller Glaube ist falsch,
aller Glaube ist wahr: / Wahrheit ist der zersplitterte Spiegel, / in Myriaden
von Stücken zerstreut; während jeder glaubt, / in seinem kleinen Stückchen die
ganze Wahrheit zu besitzen".
Ilija
Trojanow: "Der Weltensammler".
Roman. Hanser. 476 Seiten, 24,90 Euro inkl. Porto
Ilija Trojanow.: "Zu den heiligen Quellen des
Islam. Als Pilger nach Mekka und Medina". Malik-Verlag, 2004.
174 Seiten, 16,90 Euro inkl. Porto.
Heyne,
ISBN 3-89910-194-4, 24 Euro; portofrei hier bei
BUCH24
Die
indische Küche gehört zu den beliebtesten der Welt, gilt aber als aufwendig und
kompliziert - unendliche Zutaten- und Utensilienlisten, epische
Zubereitungszeiten. Stylish India zeigt, wie man die raffiniertesten Rezepte
aus Indiens traditioneller sowie moderner Küche schnell und einfach zubereiten
kann. Übersichtliche Aufstellungen nennen alle Zutaten, die man problemlos
lagern oder zubereiten kann, sowie diejenigen, die unbedingt frisch eingekauft
werden sollten. Die Rezepte, immer mit Angaben der Zubereitungszeiten, sind in
zwölf praktische Kapitel gegliedert, die jeweils den wichtigsten Teilen oder
Speisefolgen eines klassischen indischen Menüs gewidmet sind.
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Ganz
neu von Monisha Bharadwaj: Indiens vegetarische Küche, 140
Originalrezepte aus allen Regionen Buch, 176 S., Gebunden, erscheint Februar
2006 EUR 24,95 vorbestellen portofrei hier bei
BUCH24
Tanja Dusy, Ronald Schenkel, Indien. Küche und Kultur,
Gräfe
und Unzer, ISBN 3-7742-6725-1, 29,90 Euro. portofrei hier bei
BUCH24
Die
indische Küche, neu entdeckt - geheimnisvoll, vielfältig, zwischen Tradition
und Moderne. Mehr als 150 authentische, klassische Rezepte der indischen Küche,
die nicht jeder kennt. Mit spannenden Reportagen über das moderne Indien und
die Wurzeln seiner Kultur.
Sie gilt als "Stimme Tibets" und tritt neben Stars wie Elton John auf: Soname Yangchen schrieb in "Wolkenkind" die bewegende und turbulente Geschichte ihres Lebens auf, das die 32-Jährige von Tibet über Indien und Frankreich bis nach England führte.
Eine
Polizeistation im englischen Seebad Brighton. Manchmal ertönen fremdländische
Klänge aus dem Gebäude. Dann singt Soname Yangchen. Seit Jahren ist die
Tibeterin Putzfrau auf der Wache - eine Putzfrau, von der so mancher Polizist
ein Autogramm haben will. Denn wenn sie nicht saubermacht, tritt die 32-Jährige
neben Stars wie Elton John oder Björk bei Benefizgalas als Sängerin auf. In
ihren Liedern erinnert sie sich an Tibet und den langen, steinigen Weg, der
hinter ihr liegt.
Als
Kind einer alten tibetischen Adelsfamilie hatte es Soname schwer in ihrer
Heimat, wie sie in ihrem Buch "Wolkenkind" eindrücklich erzählt: Die
chinesischen Besatzer terrorisierten ihre Familie, wo immer sie nur konnten.
"Meine Eltern wurden öffentlich ausgepeitscht, und wir Kinder mussten
dabei zuschauen. Großvater wurde mit dem Kopf über ein Feuer aus brennenden
scharfen Pfefferschoten gehalten. Es war grausam und schmerzhaft, sein Gesicht
schwoll an und wurde fürchterlich rot. Tagelang war er danach erblindet."
Um
wenigstens die Tochter in Sicherheit zu bringen, schickten Sonames Eltern sie
in die tibetische Hauptstadt Lhasa, wo eine Tante sich um sie kümmern sollte.
Die konnte mit dem sechsjährigen Mädchen allerdings nichts anfangen und schob
es von heute auf morgen in eine andere Familie ab. Dort wurde Soname jahrelang
als Haushaltssklavin missbraucht. Mit 16 stand für sie fest: Sie musste weg.
Quer durch den Himalaja floh sie über Nepal nach Indien, Hunderte Kilometer zu
Fuß.
Noch
immer ist die Tibeterin froh, die Strapazen der Flucht überlebt zu haben.
Hunger, Erschöpfung, blutige Füße, Eiseskälte - wenn sie heute in der
Polizeistation putzt, könne sie sich das gar nicht mehr vorstellen, sagt
Yangchen: "Ich glaube, das, was mich damals aufrecht gehalten hat, war die
Aussicht auf Freiheit. Das hat mir die Kraft gegeben weiterzugehen. Für
Freiheit nimmt man den Tod in Kauf. Ich habe mir gedacht, wenn ich sterbe, dann
sterbe ich wenigstens glücklich!" Ihr größter Traum sei es dabei gewesen,
den Dalai Lama zu treffen, und so führte ihr Weg in die indische Stadt Dharamsala,
den Regierungssitz des geistigen Führers.
Doch
Freiheit fand sie auch hier nicht. Sie wurde vergewaltigt und bekam ein Kind.
Ohne Beruf und Ausbildung versuchte sich die junge Frau mit ihrer Tochter
allein durchzuschlagen. "Ich hatte damals kein Geld, kein Einkommen und
auch sonst keine Hilfe. Also konnte ich meine Miete nicht bezahlen und kein
Essen kaufen", erzählt Soname und schließt die Augen. "Das bisschen,
was ich an Nahrung bekommen konnte, habe ich meiner Tochter gegeben. Ich selbst
habe einfach so viel Wasser wie möglich getrunken, um irgendwie meinen Magen zu
füllen." Als sie wieder aufblickt, wirkt sie sehr traurig: "Es ging
nicht mehr, ich musste meine Tochter irgendwann nach Tibet zurückschicken.
Sonst hätte keine von uns eine Chance gehabt."
Nach der Trennung von ihrer Tochter hielt
Soname nichts mehr in Dharamsala. Immer auf der Suche nach einem Zuhause und
Arbeit, ging sie nach Delhi. Und tatsächlich trat dort die lang ersehnte
Wendung zum Guten ein. Sie lernte einen der reichsten Männer Indiens kennen,
der sie aufnahm und als Hausdame einstellte. Zum ersten Mal in ihrem Leben traf
die junge Tibeterin nun auf Europäer. Sie gingen im Haus aus und ein, und
genossen es, sich immer wieder die Geschichte von Sonames Flucht erzählen zu
lassen. "Zum ersten Mal fühlte ich ein Stück von der Freiheit, die ich mir
immer gewünscht hatte!", erinnert sie sich lächelnd. Auch wenn ihr die
westlichen Sitten und Gebräuche manchmal missfielen, begann sie sich trotzdem
immer mehr für Europa zu interessieren. Es dauerte nicht lang und sie lernte
einen Franzosen kennen, der sie erst nach Frankreich einlud und ihr später den
Umzug nach England ermöglichte.
Mit
viel Liebe zum Detail beschreibt Soname in ihrem Buch "Wolkenkind",
wie sie sich langsam an den Westen gewöhnte und der Westen an sie: "Was
ich am besten konnte, war Putzen, und so bekam ich einen Putzjob in einer
Freimaurerloge und später dann in einem Polizeirevier. Man wunderte sich, wie
stark ich war - ich konnte mehrere volle Abfalleimer auf einmal hochheben und
wegtragen." Immer noch beginnt sie laut zu lachen, wenn sie an ihr
Erstaunen über "fahrende Treppen" und "Maschinen, die den
Küchendunst vom Ofen verschwinden lassen", denkt.
In
England fand Soname Yangchen nicht nur ihren Frieden und eine Arbeit: "Ich
habe hier auch meine Stimme entdeckt!", sagt die Tibeterin stolz. Das war
vor sechs Jahren. Sie sei zu einer Hochzeit eingeladen gewesen und habe sich
glücklich und ausgelassen gefühlt. "Auf dem Fest gab es tolle Gerichte und
die exquisitesten Drinks - aber keine Musik! Das kannte ich aus Tibet nicht.
Also habe ich die Gäste gefragt, ob sie tibetische Berglieder hören wollten.
Und dann habe ich einfach angefangen zu singen."
Fast
eine Märchengeschichte: Unter den Gästen war auch ein Musikproduzent. Er entdeckte
die spontane Sängerin als neue Stimme Tibets. "Für mich war das eine große
Chance", erklärt Soname. Sicher, sie liebe ihre Arbeit in der
Polizeistation, aber mit ihren Auftritten und Liedern könne sie innerhalb der
westlichen Welt auf die verheerende Situation in ihrem Heimatland aufmerksam
machen: "Ich hoffe, dass ich Tibet auf diese Weise irgendwie helfen kann.
Denn ich habe das Leid erfahren, das es dort immer noch gibt. Es wird
gefoltert, Menschen werden verhaftet und verschwinden von heute auf morgen für
immer von der Bildfläche. Das weiß in Europa niemand!"
So
dramatisch und unvergleichlich Sonames Geschichte streckenweise klingt, in
ihrem Buch ist es ihr gelungen, sie in einfachen Worten nachvollziehbar zu
machen. Schritt für Schritt nimmt sie die Leser mit auf ihren atemberaubenden
Weg, der in einer schlichten Polizeistation in Brighton vorerst zu Ende ging:
"Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl angekommen zu
sein", sagt die Tibeterin. "England, meine Arbeit und mein Gesang bedeuten
für mich Frieden. Endlich kann ich so sein, wie ich bin."
Soname Yangchen:
"Wolkenkind", Droemer/Knaur, 320 Seiten, 19,90 Euro
Der indische Bundesstaat Kerala ist nur ein klein wenig größer als Nordrhein-Westfalen. Trotzdem hat der Verlag Reise Know-How aus Bielefeld dem landschaftlich vielseitigsten Bundesstaat Südindiens jetzt einen ausführlichen Einzelband gewidmet.
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Auf dem schmalen Streifen Land zwischen dem blauen Arabischen Meer und den grünen, 2000 Meter hohen West-Ghats liegen weite Sandstrände im Süden, Tee-, Kaffee- und Kardamomplantagen in den Bergen, Kokospalmen, hellgrüne Reisfelder und die einzigartige Flusslandschaft der Backwaters in der Mitte. Nicht in Kerala gelegen, aber mit im Reiseführer aufgeführt sind Madurai und Mumbai (Bombay). Madurai liegt nicht weit von Kerala entfernt und ist einen Tagesausflug unbedingt wert, über Mumbai werden die meisten Touristen ohenhin einreisen und dort auch einige Tage verbringen. Das Kerala-Buch gibt, wie alle Bände der Reise Know-How-Reihe, zahlreiche Informationen und viele Tipps, die es dem Indienreisenden ermöglichen, seinen Urlaub selbst zu organisieren. So kann man auch den Pfaden ausweichen, die von Tausenden Lonely-Planet-Reisenden ausgetreten wurden.
Martin und Thomas
Barkemeier: »Kerala mit Mumbai
und Madurai«
Reise Know-How Verlag, Bielefeld 2003; 360 S., 17,50 Euro - Neuerscheinung
11/2005
Der
Ganges ist die Lebensader Indiens. Ilija Trojanow hat den großen Fluss von der
Mündung, wo er aus dem ewigen Eis bricht, bis in die großen Städte bereist, mit
dem Boot, dem Bus, in überfüllten Bahnen. Eine farbige Reportage und Erzählung
über ein Land zwischen einer uralten Tradition und einer höchst ungewissen
Moderne und über den heiligen Fluss, der es über Hunderte von Kilometern
durchzieht.
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Diese Reise hätte man auch gerne unternommen, am liebsten mit dem Autor selbst, denn so interessant Indien allein schon sein kann - um wie viel informativer, lustiger und aufregender ist es mit jemandem, der schon so viel von der Welt gesehen und sowohl mit dem Herzen wie mit dem Verstand so viel von ihr begriffen hat, ohne dabei das Staunen verlernt zu haben... Trojanow erzählt in passend wundersamer Weise
Ilija
Trojanow, 1965 in Sofia geboren und in Deutschland aufgewachsen, hat längere
Zeit in Indien gelebt. Davon erzählt er in seinem Buch "An den inneren
Ufern Indiens - Eine Reise entlang des Ganges" (Hanser, München. 200
S., 14,90 EUR).
Über den Fluß ins Ungewisse - Amitav Ghosh schöpft aus den Sundarbans
Die
Flut kommt. Ihr Sog reißt uns mit. Und wir können nicht sagen, wir hätten es
nicht geahnt. Die Gezeiten bestimmen das Leben in den Sundarbans, dem fein
verästelten Riesendelta im Grenzgebiet zwischen Indien und Bangladesch. Hier
gebiert die Ebbe Inseln, läßt die Flut die von den britischen Kolonialherren
erbauten Städte versinken, und Taifune entscheiden über menschliche Schicksale.
Hier legen die Frauen die weiße Witwentracht an, sobald ihre Männer auf
Fischfang fahren, denn der vorzeitige Tod ist in ihrem Leben so berechenbar wie
der Tidenhub.
Aber
nicht nur die Gezeiten sind in den Sundarbans hungrig - sondern auch die
Menschen, die es in diese unwirtliche Region zieht: Piya, amerikanische
Walforscherin bengalischer Abstammung, sucht dort nach dem Orcaella
brevirostris, einer seltenen Flußdelphin-Art. Kanai, selbstsicherer Übersetzer
und Frauenliebhaber aus Kalkutta, geht hier den Rätseln der Vergangenheit nach.
Der Fischer Fokir kann in dem Flußdelta seinem ungeheuren Freiheitsdrang
nachgeben. Seine Frau, die Krankenschwester Moyna, strebt nach Wissen und
Absicherung. Der Schulleiter Nirmal läßt seiner Lebenssehnsucht nach
politischem Wandel freien Lauf. Die Flüchtlingsfrau Kusum wird genau diesem
Versuch eines gesellschaftlichen Neuanfangs zum Opfer fallen.
Soweit
das Personal, das bei Amitav Gosh die Sundarbans bevölkert. Kaum eine Bühne
wäre besser geeignet, das Drama zu beherbergen, das Ghosh entfaltet. Er läßt
Moderne - Piya - auf einfachste Lebensverhältnisse - Fokir - stoßen. Die junge
Amerikanerin ist der alten Heimat ihrer Eltern vollends entwachsen. Nur an ein
paar bengalische Fetzen erinnert sie sich, und die will sie nicht mehr
benutzen, weil Bengali früher "eine zornige Flut für sie gewesen war, die
ihre Tür einzureißen drohte. Der angestaute Groll im Leben ihrer Eltern
kleidete sich stets in diese Sprache, und so war deren Klang für Piya zur
Melodie des Unglücks geworden".
Piya
muß auf ihren Forschungsreisen auf alles verzichten: Komfort, Nahrung, Liebe.
Ihr eigenes Brachliegen (auch eine Art von Ebbe) trifft in den Sundarbans auf
ein Gegenüber, den Fischer Fokir. Der lebt und arbeitet zwar unter einfachsten
Bedingungen, ist aber im Gegensatz zu Piya tief in die Geschichte seiner Region
verwoben. Auf wundersame Weise ergänzen sich die beiden. Piyas Methodik der
Delphinbeobachtung läßt Fokir ausreichend Krebse und Fische fangen. Sein Wissen
ermöglicht es ihr, die Orcaella brevirostris in den unzähligen Armen des
Flußdeltas immer wieder aufzuspüren. Und in der Dämmerung singt Fokir ihr vor:
von den alten, mythischen Zeiten, aber auch von Schicksalsschlägen und von der
Liebe.
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Leider
sind die Dinge nicht so einfach. Fokir ist mit der geradlinigen, ehrgeizigen
Moyna verheiratet. Und Piya bringt die mühsam arrangierte Zweisamkeit der
beiden aus dem Gleichgewicht - ohne daß zwischen ihr und Fokir wirklich etwas
vorfällt. Der sumpfige Boden der Sundarbans ist von Alters her getränkt mit
Blut und Schicksal, Piya und Fokir verkörpern nur eines der vielen Kapitel in
dem unendlichen, morastigen Strom.
Ghosh
blättert rückwärts in der Zeit. Auch Kusum, die zweifach Vertriebene, darf in
dem Riesendelta nicht zur Ruhe kommen - ihr verzweifelter Versuch auf Recht und
Leben, die Landbesetzung mit vielen anderen Flüchtlingen, scheitert. Und der
pensionierte Lehrer Nirmal, der Rilke und wohl auch Kusum liebt, zerbricht an
der Gewalt, die die Regierung gegen die Landlosen einsetzt. Er wird zum
Chronisten einer Region, in der die Vergangenheit regelmäßig fortgespült wird.
Und
hier hat die Wirklichkeit den Roman eingeholt, die Flutkatastrophe in Ostasien
hat es gezeigt: Es ist die Pflicht der Überlebenden, Zeugnis abzulegen für die
unzähligen Namenlosen, die nicht mehr sind. "Jede dumpfe Umkehr der Welt
hat solche Enterbte, denen das Frühere nicht und noch nicht das Nächste
gehört", zitiert Nirmal aus den "Duineser Elegien". Auch Amitav
Ghosh hat diese Pflicht erkannt, ist selbst zum Chronisten geworden. Nach der
Flutkatastrophe hat er die Inselgruppen der Nicobaren und Andamanen besucht und
Namenlosen, die alles verloren habe, eine Stimme gegeben. In "Der Hunger
der Gezeiten" hat er beängstigend vorahnungsvoll den Rhythmus der
Wassermassen und die Kraft menschlicher Ambitionen aufeinander prallen lassen.
Dabei entsteht eine außerordentliche erzählerische Sogwirkung. Wir werden
verwoben in die zeitlichen, menschlichen, und natürlichen Koordinaten des
Mikrokosmos der Sundarbans. Wir tauchen ab in die Gezeiten - oder verschlingen
sie uns? Ghosh spiegelt Ebbe und Flut in der strikten Abwechslung der
Erzählstränge, in der Kontrastierung von Wortarmut und -fülle, in der
Gegenüberstellung modernen Pragmatismus und überlieferter Mythen. Immer wieder
das Bild von Ebbe und Flut. Und es kommt, wie es kommen muß: Die Flut bricht
herein, gewaltig, unaufhaltsam. Sie löst all die Gegensätze auf, die zuvor
unüberbrückbar schienen.
Amitav Ghosh: Hunger der Gezeiten. A. d. Engl.v. Barbara Heller. Blessing, München. 448 S., 22 EUR
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Birgit Adam - Reise Know-How - Reise Praxis
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Viele
Frauen reisen ohne Partner - sei es, weil sie abenteuerlustig sind, keine
Kompromisse eingehen wollen oder einfach nicht den passenden Reisepartner
finden. Doch häufig sieht sich eine allein reisende Frau mit Problemen
konfrontiert, die zu zweit oder in der Gruppe nicht auftreten: Die Angst vor
Einsamkeit, aufdringlichen "Verehrern" oder gar Kriminalität schreckt
viele Frauen ab, diesen Schritt zu wagen.
Dieses
Buch vermittelt alle notwendigen Informationen von den Vorüberlegungen bis zu
speziellen Situationen unterwegs, so dass Frau auch alleine einen gelungenen
Urlaub verbringen kann.
Aus
dem Inhalt: Urlaubsarten und ihre Anforderungen an allein Reisende - Spezielle
Angebote für Frauen - Passende Reisepartner(innen) finden - Eventuelle
Mehrkosten kalkulieren - Worauf bei der Zimmersuche zu achten ist - Unterwegs
Kontakte knüpfen - Unerwünschte Kontakte vermeiden - Vorsicht vor
"Zufallsbekanntschaften" - Hygiene und Gesundheit - Reisen mit
Kindern - Tipps zu Auftreten, Kleidung und Verhalten - Kritische Situationen
und Orte meiden - Bewältigung von kleinen Krisen - Gefahren in öffentlichen
Verkehrsmitteln und Taxis - Unerwünschte Anmache und Verhalten bei Angriffen
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Jugendbuchautor
Klaus Kordon diskutiert mit Schülern in der Redaktion der Berliner Morgenpost
Klaus Kordon gehört zu den besten Jugendbuchautoren Deutschlands. Im Vorjahr hat er für seinen Roman "Krokodil im Nacken" den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. Fast 50 Bücher, darunter viele historische Romane, hat Kordon geschrieben. "Die Ideen kommen zu mir, nicht andersherum", sagte der Berliner bei einem Treffen mit Jugendlichen im Rahmen des Morgenpost-Projektes "Schüler machen Zeitung". Beim Gespräch dabei: die Klasse 6 b der Victor-Gollancz-Grundschule Frohnau und die Klasse 9 der Helmholtz-Oberschule Neukölln. Hier der Bericht über das Treffen:
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Klaus Kordon stellte uns sein Buch "Wie Spucke im Sand" vor. Es erzählt von der 13-jährigen Munli, die in einem kleinen indischen Dorf aufwächst und mit einem viel älteren und gewalttätigen Mann verheiratet werden soll. Sie möchte das nicht und haut mit ihrer Freundin ab in die Berge zu den Rebellen. Die beiden werden Mitglieder einer Rebellenbande und leben von Überfällen. Doch eines Tages flieht Munli in eine große Stadt, wo sie auf Frauen trifft, die mit dem Flechten von Körben Geld verdienen.
Klaus Kordon las uns zwei Stellen aus dem Buch vor. Im ersten Ausschnitt erzählt er, wie Munli und die anderen Mädchen aus den Dörfern am See am Tag der Göttin Pawati kleine Lichterschälchen anzünden und auf den See treiben lassen. Munlis Licht erlischt als letztes. Sie freut sich, denn das soll Glück bringen. Doch es hält nicht lange an...
Bevor Klaus Kordon weiter vorliest, erzählt er sehr anschaulich von seinen Eindrücken, die er bei mehreren Indien-Aufenthalten gewonnen hat. "Als ich abends durch die Straßen einer Stadt ging, war ich erschüttert, wie viele Menschen auf der Straße schliefen." Bis die Kinder fünf Jahre sind, gibt es in der Erziehung zwischen Jungen und Mädchen keine Unterschiede. Dann aber müssen die Mädchen im Haushalt helfen, während die Jungen weiter spielen können. Teilweise schon mit neun Jahren müssen die Mädchen oft körperlich hart arbeiten. Ab elf Jahren werden sie, gerade auf dem Land, wo die Traditionen auch heute noch häufig größere Bedeutung als neue Gesetze haben, verheiratet. Dabei müssen ihre Familien der Familie des Bräutigams Brautgeld bezahlen. Ein schönes Mädchen kann sich fast nie den Mann aussuchen, den sie heiraten möchte. Indische Frauen müssen ihrem Mann unbedingt gehorchen. Für die Familien der Mädchen sind sie wegen des Brautpreises eine große finanzielle Belastung. Klaus Kordon wies darauf hin, dass Indien das einzige Land ist, in dem es mehr Jungen als Mädchen gibt.
In der zweiten Textsstelle, die Klaus Kordon uns vorliest, schildert er einen Überfall der Rebellenbande, bei der Munli Unterschlupf gefunden hat, auf eine Jagdgesellschaft, die auf Tigerjagd ist. Dabei kommen Munli Bedenken, ob es richtig war, sich den Rebellen anzuschließen. Kordon erläutert uns, dass es für indische Mädchen nur die Möglichkeit gibt, Tiger oder Lamm zu sein. Munli verlässt die Rebellen. In der Stadt findet sie einen dritten Weg, bekommt Arbeit und lernt lesen.
Sex, Lust und die Kunst der Verführung
Atmosphären Verlag, München - 278 S. Euro 19,90 (ISBN 3-86533-004-5)
Backpacker-Traumland
Indien - Will Rhodes Reise-Roman
Das humorvolle Wortspiel im Titel über den Autor wider Willen läßt schon etwas von Rhode's flockiger Schreibe erahnen. "Writer" und "Raita" werden etwa gleich ausgesprochen. Akustisch besteht also kein Unterschied zwischen einem Schreiberling und dem leckeren, würzigen Gemüse-Joghurt-Drink aus Indien.
In der Kürze liegt bei Will Rhode keineswegs die Würze. Auf mehr als 520 Seiten erzählt der US-Autor und gelernte Journalist in seinem Debütroman «Paperback Raita» amüsant und ironisch von den Erlebnissen des jungen Engländers Josh King in Indien, dem Traumland der Rucksackreisenden.
Sein Protagonist: ein designierter Millionenerbe, trottelig und mutig. Als Josh Kings Vater an einer Überdosis Viagra stirbt, hinterlässt er seinem Sohn ein Vermögen - unter der Bedingung, dass Josh einen Bestseller schreibt. Doch dem jungen Engländer geht es einfach zu gut im Backpacker-Traumland Indien, wo er sich seit geraumer Zeit herumtreibt. Da kommt die Herausforderung, einen Roman zu schreiben, eher ungelegen. Wie es der Zufall jedoch will, bekommt Josh eines Tages Wind von einem mysteriösen Drogenbaron namens Baba, der sämtliche Bollywood-Stars in Neu-Delhi mit Nachschub versorgt. Josh ist sich sicher: Das ist genau der richtige Stoff für eine schier unglaubliche Geschichte mit Thriller-Appeal.

In der Thriller-Komödie stehen dem eher ernsten Thema die heitere Erzählweise gegenüber, Josh wird zum Romanhelden und Anti-Helden schlechthin.
Verlag Droemer/Knaur, München
525 S. Euro 9,90 Euro - ISBN 3-426-62297-1
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München (dpa) - Ausgaben des Kamasutra, des altindischen Leitfadens zur Sexualität und Erotik, gibt es inzwischen viele. Vanamali Gunturu beschreitet in seinem Band «Der Kamasutra Ratgeber» jedoch einen neuen Weg, indem er den Inhalt des etwa 1800 Jahren alten Werkes in eine in der heutigen Zeit spielende Geschichte verpackt.
Allabendlich versammeln sich im Liebestempel in Benares (Varanasi), der bedeutendsten Kultstadt der Hindus, eine Gruppe von Interessierten, um den Tempelpriester zu Themen des sexuellen und erotischen Lebens zu befragen. Dieser ist von dem Geist Vatsayanas, des Autors des Kamasutras, beseelt und gibt die Einsichten des altehrwürdigen Buches wieder. Obwohl dieses durch seine Freizügigkeit und postulierte Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Bereich der Sexualität erstaunlich modern ist, gelingt es dem 1956 in Indien geborenen Autor ansatzweise, das Kamasutra in eine zeitgenössische Form zu übersetzen.
Vanamali Gunturu:
Der Kamasutra Ratgeber
- Sex, Lust und die Kunst der Verführung
Atmosphären Verlag, München - 278 S. Euro 19,90 (ISBN 3-86533-004-5)
Uralte
Palmblatt-Orakel erstmals entschlüsselt - von Tigo Zeyen
Ein Buchtipp von
Martine-Charlotte aus Bochum, die mit ihrer Familie eine 6-Wochen-Kerala
Discovery in der Monsunzeit 2003 plant und u.a. auch den Spuren der Nadis
(Palmblattleser) nachgehen will.
Während einer monatelangen Recherchereise durch Indien entdeckt die Journalistin Tigo Zeyen eines der letzten großen Mysterien dieses faszinierenden Subkontinents: Das Palmblatt-Orakel.
In so genannten Palmblatt-Bibliotheken, die über ganz Indien verteilt sind, lagern, so heißt es, bedeutsame Botschaften für Millionen von Menschen. In uralten Texten, geschrieben auf Palmblät-tern, sind hier angeblich persönliche Schicksale festgehalten und frühere, gegenwärtige und zukünftige Exi-stenzen ausführlich dargelegt. Hier scheint der individuelle Lebenslauf eines jeden von uns bis hin zu seinem Todestag seit mythischer Zeit gespeichert – man muss nur nach diesen Informationen fragen.
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Tigo Zeyen gelingt es in Indien, mit Hilfe eines renommierten Sprachgelehrten zum ersten Mal einige der wichtigsten Quellen, die den rätselhaften Palmblatt-Orakeln zu Grunde liegen, aus dem Sanskrit beziehungsweise aus dem Alt-Tamil zu übertragen. Sie stößt dabei auf ein ursprüngliches astrologisches System, mit dem in den Palmblatt-Bibliotheken noch heute die Zukunft vorhergesagt wird.
In ihrem Buch hebt die studierte Sprachwissenschaftlerin einen bisher unbekannten Wissensschatz und macht damit eine phänomenale Weisheitsschule dem Westen erstmals zugänglich.
Persönliche Reiseerfahrungen im heutigen Indien verbindet Tigo Zeyen mit dem intensiven Studium altindischer Palmblatt-Manuskripte und dem Eintauchen in die bunte hinduistische Sagen- und Glaubenswelt. Dabei führt sie den Leser zu den Ursprüngen aller Sterndeutung und zu seinem klassischen indischen Palmblatt-Horoskop, das jeder für sich in ihrem Buch nachlesen kann.
Einfühlsam geht die Autorin außerdem auf die Geheimlehren der altindischen Astrologie ein, die es ermöglicht, die Lebenserwartung eines jeden zu bestimmen, ja sogar den voraussichtlichen Todestag vorherzusagen. Doch Tigo Zeyen schürt keine Angst. Ihr Buch macht Hoffnung.
Wer dabei etwas über seine Lebensläufe in früheren Existenzen erfahren, mehr Kenntnisse über seinen jetzigen Lebensweg erwerben oder gar wissen will, was das Karma noch für ihn vorgesehen hat, ob und wie oft er möglicherweise noch wieder geboren wird – für den hat sie überraschende Antworten parat. Mehr...
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Malik Solanka hat alles, wovon man nur träumen kann: Gesundheit, Geld, Erfolg, Unabhängigkeit, eine ihn liebende Ehefrau und ein nettes Kind, das ständig nach ihm fragt. Eines Nachts aber ertappt sich der emeritierte Professor für Ideengeschichte dabei, wie er mit einem Messer und Mordgelüsten neben seiner schlafenden Frau steht. Er flieht vor sich, seiner Behaglichkeit und seiner unerklärlichen Wut aus London nach New York, wo ihn die Gewalt natürlich erst recht einholt. Eine provokativ grünäugige indische Göre auf der Straße erinnert den wohlstandsverwöhnten Mittvierziger an sein "Brain Girl", eine philosophisierende Puppe, die ihn mit einer Fernseheserie reich und berühmt gemacht hat. Doch seine Schöpfung ist ihm längst über den Kopf gewachsen, hat sich als Merchandising-Objekt verselbstständigt und in Malik - dem Intellektuellen aus Bombay, der wie Rushdie in England Karriere gemacht hat - kocht Zorn, Hass, blanke Wut.
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Salman Rushdie hat diesen Roman noch vor dem 11. September 2001 geschrieben, aber sogleich wurde er als Vorahnung für die terroristische Bedrohung interpretiert. "Die ganze Welt lag an einer kurzen Lunte", heißt es an einer Stelle. Als "Wut" im vergangenen Jahr auf Deutsch erschien, schrieb Martin Ebel in dieser Zeitung: "Natürlich erklärt das Buch nicht, was geschah, es entwirft aber eine Szenerie, in die diese Anschläge mühelos hineinpassen. Rushdies Roman ist Clash of Cultures und Melting Pot, ist trivial und genial, tragisch und lächerlich. Er vermengt die Antike mit der Brutalität nordamerikanischer Vorstädte, Verdauungsprobleme und Medientheorie, Krimi und Kolportage, Dritte-Welt-Romantik und deren grausame Parodie, Gesellschaftsnachrichten und Leitartikel, alte Mythen und deren Replikanten in der schönen neuen virtuellen Welt, Karneval und Blutbad. ,Wut ist laut und grell und vor allem schnell. An die Wand fährt da die moderne Gesellschaft, die so dekadent ist wie das alte Rom. Untergehen wird diese Gesellschaft nicht an ihren Feinden, sondern an sich selbst. Überdruss und Ungerechtigkeit, Gier und Gewalt, Langeweile und Vergnügungssucht potenzieren sich in diesem Roman auf eine unheimliche Weise, und ein Ausbruch, gleich welcher Art, scheint unmittelbar bevorzustehen." (BLZ)
Bestellen: Salman Rushdie. Wut. Aus dem Englischen von Gisela Stege. Rowohlt TB 2003, 348 S., 9,90 Euro
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München
(dpa) - Vom Spagat zwischen der Wiege der Familie und der neuen Heimat erzählt
«Der Namensvetter», der erste Roman der indischstämmigen US-Autorin Jhumpa
Lahiri. Für einen Band von Kurzgeschichten bereits mit dem Pulitzer-Preis
ausgezeichnet, stellt Lahiri nun Gogol in den Mittelpunkt ihres Werks. Er ist
Erstgeborener eines nach Amerika ausgewanderten Paares, hat seinen Namen mehr
oder weniger durch Zufall, nicht aber durch Familienbande erhalten.
Bei
seinem Versuch, ein richtiger Amerikaner zu werden, drängt Gogol seine Eltern
dazu, Thanksgiving zu feiern und Roastbeef zu essen. Freundinnen gibt es und
Alkohol, bis sein Vater stirbt und Gogols umsichtig konstruierte amerikanische
Fassade zu bröckeln beginnt. Lahiri vermittelt einen guten und anschaulichen
Einblick in eine indische Familie, die in den 60er Jahren als Einwanderer in
den USA Fuß fassen will sowie in die Gedankenwelt der Kinder der 2. Generation.
Hier
bei Amazon bestellen: Jhumpa Lahiri - Der
Namensvetter
(Blessing Verlag, München; 349 S. Euro 20,00 ISBN 3-89667-111-1)
Kamasutra in Roman verpackt
Beißen, Kratzen, Küssen: Auszüge der
indischen Lustfibel Kamasutra finden inzwischen auch auf deutschen Nachttischen
oder Wohnzimmerregalen ihren Platz. Doch nicht genug, findet der in Germering
lebende, indische Schriftsteller und Philosoph Vanamali Gunturu. Seine im
Frühjahr erscheinende, literarische Verarbeitung des kompletten Standartwerks
orientalischer Liebeskunst soll fundiert beflügeln und ihm selbst zu ganz
spezieller Lebenslust verhelfen: Mit dem "Kamasutra"-Ratgeber will
der Sachbuchautor den Einstieg ins Roman-Genre schaffen.
Nach Gunturu ist das Kamasutra viel mehr als
nur eine Aufzählung luststeigernder Körperstellungen oder Techniken beim
Liebesakt. So zentrale Lebensthemen wie "Jungfrauen",
"Ehefrauen", "Die Verführung fremder Frauen" oder "Kurtisanen"
werden darin in insgesamt 36 Kapiteln ergiebig abgehandelt. Ein ganzer
Abschnitt ist der Frage gewidmet, wie Frau und Mann sich attraktiv machen:
"Die Wohnung schön einrichten, Ziervögeln das Sprechen beibringen, Singen
und Tanzen lernen", plaudert Gunturu aus dem Nähkästchen altorientalischer
Balzkunst. Auch "das Mischen alkoholischer Getränke" gehört dazu.
Als der Inder sich vor Jahren als Reiseführer
Geld für sein Doktorarbeit verdiente, stießen ihn hartnäckig nachfragende,
deutsche Touristen auf die Kamasutra-Spur: Drastische, erotische Darstellungen
in alten Tempeln ließen die erregten Indienfahrer nicht mehr zur Ruhe kommen.
Gunturu, der als Wissenschaftler vor allem indische und deutsche Philosophie
vergleicht, forschte genauer nach.
Dabei stellten sich die heißen Tempelbilder
als künstlerische Darstellung eines der vier Grundprinzipen hinduistischen
Glaubens heraus, nämlich des "Kama", was so viel wie Sexualität oder
sexuelle Erfüllung heißt. Bereits im dritten Jahrhundert hatte der Inder
Vatsyayana dem Kama und seinen Ausästelungen in allen Lebensbereichen eine
umfangreiche Schrift gewidmet: Das Kamasutra.
Hilfe für den Leistungsmenschen
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Gunturu ist der Ansicht, Kamasutra mit seiner
Körper- und Lustfreundlichkeit könne heute dem "verklemmten,
besitzgierigen, westlichen Leistungsmenschen" zu mehr Lebensqualität
verhelfen. In seinem Ratgeber verbindet der Autor Sachbuch und Fiktion: Er
verknüpft die hochwertige und wahrscheinlich erste, deutsche Kamasutra-Übersetzung
eines Inders mit romanhafter Rahmenhandlung. Dem krisengeschüttelten Amerikaner
John wird dabei durch einen vom Geist Vatsyayanas beseelten Hindupriester mit
indischer Lustlehre weiter geholfen. Im Gespräch lässt Gunturu den Priester den
gesamten Kamasutratext rezitieren. Dafür hat er in akribischer Arbeit dessen
Urfassung aus dem Sanskrit übersetzt und das Ergebnis mit allen wichtigen
Übersetzungen abgeglichen.
Der Kamasutra-Ratgeber - Sex, Lust und
Kunst der Verführung von Vanamali Gunturu
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Mit Erlaubnis des Taschen-Verlages veröffentliche ich hier einen Ausschnitt aus dem Buch von Richard Waterstone:
Der
elefantenköpfige Ganescha ist der hinduistische Gott des Anfangs und der gütige
Überwinder von Hindernissen. Er hat eine Ratte als Reittier, die für ihre
Listigkeit berühmt ist. Der Grund für Ganeschas große Beliebtheit liegt in
seiner Durchtriebenheit und gutwilligen Bereitschaft, die Probleme seiner
Anhänger zu lösen. Seine unbeschwerte List zeigt sich etwa in der Anekdote vom
Wettlauf um die Welt, zu der der beleibte Ganescha gegen seinen flinken Bruder
Skanda antritt. Skanda jagt auf seinem Pfau davon, während Ganescha nur seine
göttlichen Eltern umkreist und sich zum Sieger erklärt, da die Eltern das
ganze Universum darstellen.
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Indien Götter und Kosmos. Karma und Erleuchtung. Meditation und Yoga. Waterstone, Richard (Glaube und Rituale) Taschen-Verlag nur 4,99 EUR |
Viele
Erzählungen darüber, wie er zu seinem Kopf kam, deuten auf die Übernahme eines
örtlichen Kults durch die Hauptströmung des Hinduismus hin. Ganescha wird heute
als Sohn Schiwas verehrt, der Legende nach ist Schiwa jedoch nicht wirklich
sein Vater. Dort heißt es, daß Parwati sich wusch und dabei aus Erde und Salbe
von ihrem Bein einen Menschen formte. Sie erweckte ihn zum Leben und befahl
ihm, während des Bades an der Tür zu wachen. Ihr Mann Schiwa fand einen
fremden Gottmenschen in seinem Haus vor, und als er durch die Tür gehen
wollte, verwehrte ihm Ganescha den Zutritt. Schiwa wurde zornig und schnitt dem
Mann den Kopf ab. Dann bemerkte er, daß er seinen Sohn getötet hatte. Er befahl
seinen Ganas (Dämonendienern und Zwergen), ihm den ersten Kopf zu bringen,
den sie fanden. Sie brachten einen Elefantenkopf, den er Ganescha auf die
Schultern setzte. Dieser war nun zum Leben erweckt, er wurde in die Götterfamilie
aufgenommen und erhielt den Titel Ganescha oder Ganapati, Herr über die Ganas.
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Wegen
seines Mutes als Parwatis Türwächter wurde Ganescha zum Wächter über den
Eingang und Gott der Neuöffnung, des Anfangs. Sein Bild schmückt viele Haus‑
und Tempeleingänge. Zu Beginn eines K einer Reise oder Unternehmung wird sein
Name angerufen. Bei Hochzeiten und anderen Neuanfängen, etwa zu Neujahr, wird
sein Segen beschworen; viele Kalender tragen sein Bild.
Bei
Ganescha findet man Hinweise auf den asketischen Schiwa: eine Kobra schlingt
sich ihm um den Bauch, verfilzte Haarsträhnen erinnern an die Haartracht des
Yoga‑Gottes. Seine Attribute sind Elefantenrüssel, Schlinge und
Bonbonschale, die er stets an den Mund hält. Oft hat er einen Arm in der Geste
der Furchtlosigkeit erhoben. Ganescha ist auch der Gott der Gelehrsamkeit. In
der Hand hält er den abgebrochenen Stoßzahn, den er beim Aufschreiben der
Schlußkapitel des Mahabharata verwendete.
Ganeschas Geburt wird am vierten Tag (Tschaturthi) des Mondmonats Bhadrapada (August/September) mit dem Fest Ganesch Tschaturthi gefeiert.
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Im Bundesstaat Maharashtra und dessen Hauptstadt Bombay werden Ganescha‑Statuen aus Gips durch die Straßen getragen. Zu diesem äußerst beliebten Fest strömen Tausende Einwohner aus der Umgebung zusammen.
Natürlich könnt Ihr dieses Buch auch verschenken und einem Indienfreund eine große Freude machen. In erster Linie empfehle ich dieses erstaunlich preiswerte Indienbuch aber den KD-Gästen.
Wir werden in loser Folge noch einmal in dieses Buch hineinleuchten. Weil Ganesh von Beginn an Kerala Discovery's Schutzpatron ist, habe ich diesen Abschnitt zuerst für Euch ausgewählt - in Richard Waterstone's INDIEN kommt er erst auf Seite 72 ...
Sicher ist es sinnvoll, sich einen Reiseführer mit auf die Reise zu nehmen. Immerhin sind unsere Gastgeberfamilien keine amtlichen Fremdenführer. Ein Werk, das die Sehenswürdigkeiten unserer Exkursionen erklärt, ist also nicht falsch.
Dieses Büchlein aber bringt Euch der Mentalität Eurer Gastgeber näher und hilft, sich ihren Wertvorstellungen zu nähern. In einem Land, in dem die Religion in der Werteskala an erster Stelle steht und die Menschen so stark prägt, ist ein Buch über Glauben und Rituale die beste Einstigshilfe. Marion brachte es mir kürzlich mit, und beim ersten Durchblättern fielen sogleich die vielen schönen Fotos angenehm ins Auge.
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Beim Lesen störte mich anfangs die konsequent deutsche Phonetik in der Schreibweise indischer Begriffe - aber da es da keine festen Regeln gibt, ist das letztlich Gewohnheitssache. ich habe mich eben an die englische Phonetik gewöhnt und sage "Ganesh", nicht Ganesch, und "Shiva", nicht Schiwa.
Der Autor ist kompetent: Richard Waterstone ist in Kalkutta geboren, studierte Anthropologie und Sanskrit und wurde bereits 1993 für den Amnesty International Journalism Award nominiert.
Erstmals große Auswahl von
Grundlagentexten der asiatischen Lehrsysteme in deutscher Übersetzung
zugänglich gemacht
Mehr als 28.000 Seiten mit
Weisheiten der indischen und chinesischen Philosophie umfasst eine
CD-ROM-Edition, die neu in der "Digitalen Bibliothek" erschienen ist.
Damit wird erstmals eine große Auswahl von Grundlagentexten der asiatischen
Lehrsysteme von Buddha bis Tao in deutscher Übersetzung für den Vergleich mit
europäischen Traditionen zugänglich gemacht.
Die Übersetzungen stammen größtenteils aus dem 19. und den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts - für diese sind bei der Neuedition keine Lizenzgebühren mehr erforderlich. Die Begrifflichkeiten entsprechen somit nicht mehr unbedingt dem aktuellen Stand der Forschung - wenn etwa ein Dialog von Konfuzius mit Dsi Gung mit der Überschrift "Fasching" versehen wird.
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Die dann folgende Botschaft aber klingt angesichts der Verdichtung
von Arbeit und Leistungsdruck höchst aktuell: "Den Bogen nur spannen, ohne
ihn zu entspannen, das hätten selbst die Könige Wen und Wu nicht gekonnt; nur
Abspannung ohne Anspannung, das hätten sie nicht gewollt."
Die Sammlung enthält zur
indischen Philosophie unter anderem die Veden und Upanischaden, die von Hermann
Hesse so sehr verehrte Bhagavadgita, die Liebesregeln des Kamasutra sowie die
Reden Buddhas. Zur chinesischen Philosophie findet man älteste Schriften wie
das I Ging, die Gespräche des Konfuzius, die von Tolstoi besonders geschätzten
Aphorismen des Laotse mit ihrem Lob von Demut und Nichts-Tun und die Schriften
von Tao (Dao). Eine Einleitung des Düsseldorfer Philosophen Lutz Geldsetzer
erläutert die Auswahl und stellt die philosophischen Lehrsysteme zueinander in
Beziehung.
Die "Asiatische
Philosophie. Indien und China" ist als Band 94 der "Digitalen
Bibliothek" zum Preis von 49,90 Euro erschienen. Die mit Such- und
Kommentierungsfunktionen versehene Software erfordert einen PC mit dem
Betriebssystem Windows (ab 95). (APA)
Aber hier bei Amazon gebraucht & neu ab EUR 29,80
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Ein paar von den
Indien-Highlights, die Ihr mir empfohlen habt, fand ich diese Woche ganz
preiswert bei bei amazon.de - für ausführliche Beschreibungen und Rezensionen
folge den Links!
von Marilia Albanese --
Gebundene Ausgabe
Originalausgabe: EUR 101,24 /
Sonderausgabe: EUR 16,80 / Du sparst: EUR 84,44 (83%)
von Rohinton Mistry
Fischer (Tb.), Frankfurt
(Oktober 2000)
Broschiert - Preis: EUR 9,90
von Deepak Chopra
Droemer Knaur (Dezember 2001)
Broschiert Preis: EUR 8,90
von Chitra Banerjee Divakaruni
Preis: EUR 9,00 - gebraucht & neu ab EUR 3,80
...und zum Schluß eines meiner
Lieblingsbücher:
von Alexandra David-Neel
Droemer Knaur (März 1993)
Broschiert Preis: EUR 7,90 Gebraucht & neu ab EUR 3,50
Zugfahren in Indien - Andreas
Altmann beschreibt den indischen Alltag
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Der Reisebericht "Notbremse
nicht zu früh ziehen! Mit dem Zug durch Indien" des Journalisten Andreas
Altmann nimmt den Leser mit zu den Menschen Indiens, so der Rowohlt Verlag aus
Reinbek.
Dabei handele Andreas Altmann
nach der Reportermaxime "Nichts schon wissen, alles vor Ort erfahren"
und sei von Bombay aus mit dem Zug durch den Subkontinent gereist. Mit nur
einem festen Vorsatz: Indien in sich aufzunehmen. Andreas Altmann suche und
finde den Menschen und zwar überall – in Slums, Bordellmeilen,
Hindu-Heiligtümern und in der chronisch überfüllten "Indian Railway".
Andreas Altmann, 1992 mit dem
Egon Erwin Kisch Preis ausgezeichnet, lebt in Paris und schreibt über die ganze
Welt. Der ausgebildete Schauspieler veröffentlicht seine Reportagen in Stern,
GEO, Merian, SZ-Magazin, Mare, Playboy, Zeit-Magazin, Tempo u.v.a.m.
Literaturangaben:
ALTMANN, ANDREAS: Notbremse nicht zu früh ziehen! Mit dem Zug durch Indien. Rowohlt, Reinbek 2003, 188 S., € 7,90 - Erscheinung: Dezember 2003
Hamburg (dpa) - Arundhati Roy hat es vorgemacht: Ihr Roman "Der Gott der kleinen Dinge" wurde nicht nur ein Weltbestseller, sondern lenkte auch das Interesse der Leser auf ihr Heimatland Indien. Und dort gibt es immer mehr Autoren zu entdecken, die mit ihrer erzählerischen Phantasie ebenso wie mit ihrer sprachlichen Ausdruckskraft durchaus im Konzert der großen Literaten mitspielen können. Viele von ihnen thematisieren den Bruch mit alten Traditionen.
"Sie schreiben auf der Schnittfläche der Kulturen", bemerkt Martin Spieles, Sprecher des S. Fischer Verlags, Frankfurt. Und auch Angela Volknant, Lektorin beim Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg, sieht in der jungen literarischen Szene Indiens ein wahnsinniges Potential", das zu nutzen die deutschen Verlage erst begonnen haben.
Unter den neuen Romanen indischer Autoren, die in diesem Herbst erschienen sind, wird Rohinton Mistrys "Buch Die Quadratur des Glücks" bereits jetzt als Meisterwerk bewertet. Es ist eine schonungslose Familiengeschichte, die der heute in Kanada lebende Mistry erzählt: In der Millionenstadt Bombay lebt der alte Nariman Vakeel mit Zweien seiner Kinder ein relativ sorgloses Leben. Das änderst sich aber, als er in Folge eines Sturzes pflegebedürftig wird. Sohn und Tochter schieben Nariman auf die jüngste Schwester Roxana ab, deren Familie fortan gezwungen ist, ihre winzige Wohnung mit dem Großvater zu teilen. Konflikte bleiben nicht aus. Die mühsam aufrecht erhaltene Harmonie in der Familie zerbricht, und auch Roxanas Ehe droht an den Belastungen zu scheitern. Der Roman ist ein bewegendes Buch über die Unvollkommenheit der menschlichen Natur und zugleich ein eindrückliches Dokument über das moderne Leben auf dem Subkontinent, das so anders ist als unseres und doch so gleich.
Einen Roman über Frauen und für Frauen hat die junge Autorin Anita Nair aus Bangalore geschrieben. In "Das Salz der drei Meere" reist die 45 Jahre alte Akhila das erste Mal in ihrem Leben ohne Begleitung an die Küste - auf der Flucht vor den strengen Konventionen der Gesellschaft und vor den Erwartungen, die ihre Familie an die Unverheiratete stellt. Im Zug trifft Akhila andere Frauen, und während der langen Nachtfahrt erzählen sich die Passantinnen ihr Leben. Nairs zweiter Roman gibt tiefe Einblicke in das Leben von Frauen im modernen Indien, in ihre mühsam erkämpften Möglichkeiten und die Grenzen, die Tradition, Religion und Konvention immer noch ziehen.
Auch der erste Roman der 35 Jahre alten Autorin wird in Deutschland erscheinen. "Ein besserer Mann" ist die Geschichte eines alternden Mannes, den es nach der Pensionierung wieder in das Dorf seiner Kindheit verschlägt. Doch ein ruhiger Lebensabend bleibt ihm dort verwehrt. Vielmehr verfolgen ihn plötzlich wieder die Geister der Vergangenheit: Er denkt an die Mutter, die der tyrannische Vater früh wegen einer anderen Frau verstoßen hat. Und er findet keine Ruhe bei dem Gedanken, den Erwartungen des Vaters nicht genügt zu haben. Erst die Freundschaft mit einem Mann des Dorfes befreit ihn von den Fesseln seiner Jugend.
Hari Kunzru ist der Sohn einer Engländerin und eines Inders, lebt also seit seiner Geburt zwischen den Kulturen. Sein Debütroman "Die Wandlungen des Pran Nath" gilt bei einigen Kritikern als die literarische Entdeckung der Saison. Die Times" sieht Kunzru in einer Linie mit Salman Rushdie. Der Roman ist ein historisches Epos aus dem Indien der Wende zum 20. Jahrhundert, gespickt mit Geschichten und Abenteuern, die von der blühenden Phantasie und der Erzählkunst des Autors zeugen. Wie in vielen anderen indischen Romanen ist auch hier das Ringen um Identität in einer kulturell zerrissenen Welt das Leitthema.
Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Hindus bilden den Hintergrund des spannenden Romans "Aufruhr - Eine Liebesgeschichte" von Shashi Tharoor. Es ist die Geschichte der Liebe einer Amerikanerin zu einem hohen indischen Beamten, der durch Ehe gebunden ist. Und es ist zugleich das Sittenbild des heutigen Indien, mit all seinen Widersprüchen, Mythen und realen Konflikten. Wunderschön und tieftraurig ist nach Ansicht britischer Kritiker das Erstlingswerk von Jay Basu, der als Sohn einer Inders und einer Polin ebenfalls seinen Platz zwischen Orient und Okzident finden mußte. "Die Sterne können warten" handelt vom Überlebenskampf einer polnischen Familie im Krieg, als ihr Land von den Deutschen besetzt war. Das Buch besticht vor allem durch seine klare und dennoch lyrische Sprache.
Der indische Schriftsteller Kiran Nagarkar liest aus seinem Roman "Krishnas Schatten"
Mit einem Gott zu rivalisieren, ist ein wenig aussichtsreiches Unterfangen. Krishna, dem womanizer, kann keine Kuhhirtin und keine Prinzessin widerstehen. Wenige aber haben ihn so heiß geliebt wie Mirabai, Schöpferin erotisch-mystischer Lyrik und die populärste Bhakti- Heilige Indiens. Wie bei mancher christlichen Mystikerin war ihre leidenschaftliche Hingabe an Gott auch eine Form der Rebellion, der einzige Weg, um Verfügungsrecht über ihren Körper zu erlangen. Den schenkte sie nur ihrem göttlichen Geliebten. Sie verweigerte sich ihrem Ehemann, tanzte öffentlich, verstieß gegen alle Regeln. "Jeder Inder", sagt Kiran Nagarkar, zur Zeit Gastautor in der Villa Waldberta, "kann ihre Gedichte zitieren. Ihr Bild ist allgegenwärtig. Doch es ist ein gereinigtes, asexuell entrücktes Bild. Sie ist eine Ikone des Kitsches."
Die Frau, der man in seinem mit dem höchsten indischen Literaturpreis ausgezeichneten Roman "Krishnas Schatten" (A1-Verlag) begegnet, ist ein sehr menschliches Wesen, das sinnlich und eifersüchtig liebt. Im Zentrum des opulenten Epos’ aber steht Mirabais Mann, der sich mit seiner Joseph-Rolle nicht abfinden möchte. Kronprinz Maharaj-Kumar, der verzweifelt um die Liebe seiner Frau kämpft, maskiert sich sogar als sein göttlicher Konkurrent. Zugleich erzählt "Krishnas Schatten" von einer entscheidenden Phase indischer Geschichte, den Gebietskämpfen zwischen Mewar und seinen muslimischen Nachbarreichen im 16. Jahrhundert, den Eroberungen Baburs, des Begründers der Mogul-Dynastie.
Es ist eine kriegerische, gewalttätige Gesellschaft, die Nagarkar zeichnet. "Die Menschen waren besessen von idiotischer Tapferkeit", sagt er. "Sie wollten partout sterben. Die Männer rannten kopflos in den Tod. Die Frauen sprangen bei einer Niederlage scharenweise ins Feuer." Sein Antiheld Maharaj-Kumar ist wie Krishna, der Lehrer der Liebe und des Krieges, eine Figur voller Widersprüche. Ein Außenseiter, ein Feind selbstmörderischer Tapferkeit, Verfechter der Kunst des Rückzugs und dabei Initiator schauriger Metzeleien, ein Vernunftmensch, akribischer Faktensammler, der in emotionaler Hinsicht hilflos und blind ist.
"Wenn etwas Indien kennzeichnet, sind es Widersprüche", glaubt Nagarkar. "Nirgends gibt es so starke Göttinnen. Dennoch sind Inder schlimmere Machos als Latinos. Da ist eine große Tradition der Gewaltlosigkeit. Doch auch Gewalt hat Tradition. Moslems haben Hindu-Tempel, Hindus haben Moscheen zerstört. Wie alle Menschen aber manipulieren Inder die Erinnerung, wir blenden aus." Es sind die Ausblendungen, gegen die er anschreiben will. Das erscheint manchem als Blasphemie. 17 Jahre war sein vom "Mahabharata" inspiriertes Stück "Bedtime Story" verboten. Eine Lesung in Delhi wurde abgesagt, nachdem die Veranstalter "Krishnas Schatten" gelesen hatten. "Miras Liebe zu Krishna", so Nagarkar, "ist höchste mystische Ekstase. Aber sie ist auch Sex. Das jedoch will man in Indien heute nicht mehr sehen. Wir sind grässliche Heuchler, hysterische Puritaner geworden."
Kiran Nagarkar, ein hinduistischer Atheist, den "die Religion nicht loslässt", verknüpft historische Ereignisse mit den großen Erzählungen Indiens. "Was wir nackte Fakten nennen", erklärt er, "suggeriert Eindeutigkeit, Folgerichtigkeit, Rationalität. Die Geschichte aber ist von Menschen gemacht. Und die sind keine Vernunftwesen. Nur im Erzählen scheint etwas von der Vieldeutigkeit, Widersprüchlichkeit auf, die der Wahrheit nahe kommt."
Buchtipp: Indische Short Cuts zwischen Gestern und Morgen:
Rätselhaftes, magisches Indien: Ein Schauplatz, den Meera
Nair in ihren Geschichten mit Menschen zu bevölkern weiss, die im täglichen
Leben ein kleines Glück suchen.
Peter Henning
Vieles erinnert in den Erzählungen der Inderin Meera Nair auf den ersten Blick an die preisgekrönten, literarischen Short Cuts von Jhumpa Lahiri. Wieder taucht der Leser ein in die exotisch-flirrende Welt des alten Indien, und wieder sind es fein geschliffene Episoden, die sich unterm Strich runden zum Bild einer uns noch immer weit gehend unvertraut, ja fremdartig anmutenden Welt: einem ruhelos und wild zwischen Tradition und Moderne expandierenden Indien, dessen Menschen eine Gesellschaft repräsentieren, die sich heftig im Umbruch befindet.
Doch wo Jhumpa Lahiri allem voran ausgewanderten, mit ihrem Heimweh und den Unbilden eines fremden amerikanischen Alltags ringenden Exil-Indern ihre kraftvolle poetische Stimme leiht, setzt Meera Nair auf die Beschreibung von Menschen, die aus der ganzen Tiefe und Anwesenheit des indischen Alltags ihr persönliches Selbstverständnis beziehen. Zugleich frönen Nairs Texte eher einem magischen Realismus, während Jhumpa Lahiris unter anderen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Geschichten eher dem so genannten «schmutzigen Realismus» eines Raymond Carver oder Tobias Wolff folgen.
Meera Nairs Texte verströmen eine anziehende Mischung aus Milieukenntnis und geöltem erzählerischem Handwerk. Tritt man ein in ihre gekonnt ausgestalteten Mikrokosmen, so begegnet man Charakteren, die mehr als nur freundliches Interesse wecken. Denn eines vor allem vermag diese Erzählerin: Menschenbilder zu entwerfen, die ahnen lassen, was es bedeuten mag, in Indiens Mega-Kapitalen Neu-Delhi oder Bombay um ein Fetzchen Glück, Zukunft oder Anerkennung ringen zu müssen. So drehen sich Meera Nairs Geschichten zumeist um so genannten kleine Leute, verzagte Glückssucher, die - oszillierend zwischen Ambition und Frustration - ihren Platz und ihr Auskommen suchen. Naseer, dem Protagonisten der Titelgeschichte, steht der Sinn nach mehr als der täglichen Erfüllung seiner Pflichten als Ehemann und Vater dreier Kinder. Schon lange spult er diese mit der Routine eines Mannes herunter, der glaubt, die Gesetze seines Lebens zur Genüge zu kennen. Bis er zufällig Augenzeuge eines westlichen Pornovideos wird - und neue Begierden in sich erwachen fühlt, die sein Leben schlagartig verändern: Seine Frau verweigert sich strikt seinen erotischen Fantasien, wendet sich von ihm ab und verbringt ihre Tage hinfort in der hauseigenen Toilette, wo sie Scharen von Gleichgesinnten empfängt, die nicht willens sind, die Wünsche ihrer Männer zu erfüllen. Und wenn es der junge «Sandbildner» in der gleichnamigen Episode versteht, ein ganzes Fischerdorf so lange in den Bann seiner ausdrucksstarken Sandskulpturen zu schlagen, bis man ihn schliesslich zum Schutz des Ortes und seiner Bewohner zur Abreise nötigt, so scheint auch darin nur die irritierende Angst vor dem Neuen, Unbekannten auf, die Meera Nair wiederkehrend zum Gegenstand ihrer Storys macht.
Meera Nair erzählt von Menschen, die mythengläubig das Alte fliehen und nicht wissen, wie sie dem Neuen begegnen sollen. Sie sind beseelt von einer unbändigen Lust auf das Fremde und zu Entdeckende, doch die Ideen und die Fantasien von einem anderen, besseren Leben sind meist grösser als die Kräfte, die sie benötigten, um diese auch nur momentlang wahr werden zu lassen. So entrollen Meera Nairs indische Short Cuts durchweg Episoden um Menschen, die haarscharf am Ziel ihrer Wünsche vorbeischrammen. Sicher: Meera Nairs Geschichten erreichen kaum je die konzise Schärfe der Beobachtungen und die lakonische Dichte einer Jhumpa Lahiri. Doch wo deren Erzählungen die «Melancholie der Ankunft» ihrer Ausgewanderten in der Fremde in anrührenden Bildern zu bannen versteht, da evozieren Meera Nairs Geschichten bildmächtig und durchaus überzeugend die Melancholie einer Handvoll Figuren, die gefangen sind zwischen Gestern und Morgen: kleine, zumeist mutlose Spieler und Träumer, die vom grossen Los fantasieren, aber zumeist schon den Einsatz scheuen, der allein nötig wäre, um auch nur den Hauch einer Chance zu wahren, eines Tages wenigstens halbwegs erfolgreich zu sein.
Meera Nair: «Video». Erzählungen. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Kindler, Berlin 2002
Die Buch-Tipps zur Ayurvedamedizin gibt es seit langem auf
der Ayurvedaseite.
Ach nach Einrichtung dieser Schmökerecke werde ich sie dort belassen:
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Eine Naturgeschichte Indiens - Thapar, Valmik
Buch, 285
S., Gebunden, September 1998
Der indische Subkontinent zwischen Pakistan, Nepal und
Bangladesch im Norden sowie Sri Lanka im Süden ist die Heimat einer
atemberaubenden Vielfalt einzigartiger Pflanzen und faszinierender Tiere.
Allein ein Fünftel aller Königstiger, deren Art vom Aussterben bedroht ist,
lebt in dieser großartigen Landschaft. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine
abenteuerliche Expedition durch das Land des Tigers: Sie erleben die Natur und
ihren Einfluß auf die religiösen Mythen und das alltägliche Leben der Menschen.
Die Reise führt sie von den roten Wüsten Rajasthans zu den Schneegipfeln des
Himalaya; durch üppige Mangrovenwälder bis zu den schillernden Korallenriffen
an Indiens Westküste
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Tilonia - Wo Ghandis Vision lebendig ist.
Kulturbericht in Bildformat.
Hrsg. vom Barefoot College in Tilonia in Rajastan,
Indien
Buch, 144
S., Kartoniert, Mit einem Vorw. von Schäuble, Ingeborg,
Juni 2000
Wie können indische Dorfgemeinschaften aus eigener Kraft
funktionieren? Der Ort Tilonia in Rajasthan hat sich aus der Armut befreit:
Analphabeten verbinden höchst kreativ alte Traditionen mit moderner
Technologie, die "Barfuß-Fotografen" des Ortes, allesamt Laien,
dokumentieren in hinreißenden Bildern diese Wirklichkeit gewordene Vision
Gandhis.
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Artcolor) John, Gudrun
Bildband, 159 S., Gebunden,
Sonderausgabe Mai 1999
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Neumann-Adrian, Edda / Neumann-Adrian, Michael
Buch, 158
S., Gebunden, Fotos von Scheibner, Johann,
Juni 2000
"Wer einmal nicht nur mit den Augen, sondern mit der
Seele in Indien gewesen ist, dem bleibt es ein Heimwehland", schrieb
Hermann Hesse. Die Sehnsucht nach Indien hat schon viele Reisende ergriffen.
Doch was ist so faszinierend an diesem Land? Sind es die Gegensätze, die im
indischen Alltag aufeinanderprallen? Indien, das märchenhafte Land der Tiger
und Elefanten, der Maharadschas und Juwelen ist heute auch das Land der
Hightech-Industrie. Die Autoren haben sich auf die Reise gemacht, um das Land
der Extreme zu erforschen.
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Dix, Thomas / Köber, Andreas / Herdrich, Walter
Buch, 128
S., Gebunden, (2000 völlig überarb. A.)
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Potschka, Boris / Pannke, Peter
Buch, 190
S., Leinenrücken, Mit einem Vorw. von Jha, Raj Kamal, März
2000
Dieser Bildband offenbart die jahrtausendealte Geschichte
einer äußerst farbenfreudigen Kultur. In farbenprächtigen Bildern dokumentiert
der Fotograf Boris Potschka die vielfältigen Farbtöne des indischen
Subkontinents: vom ockerfarbenen Erdton über leuchtendes Safran und Türkis bis
zum Azurblau. Die Bezüge und Bedeutung der Farben entschlüsselt der
Indienkenner Peter Pannke. In einem Essay informiert er über den kulturellen
Kontext und den mythologischen Hintergrund.
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Maeritz, Kay
Buch, 144
S., Gebunden, BEILAGEN: Mit herausnehmbarem Reisebegleiter.,
Oktober 2001
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Roman. (Tb) Ryman, Rebecca
Buch, 811
S., Kartoniert, 1998
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Die Geschichte dieses Romans führt in das Indien des letzten
Jahrhunderts, in die Welt der Kolonialherrschaft. Die 22jährige Amerikanerin
Olivia reist im Jahre 1848 zu ihrer Tante, Lady Bridget, nach Kalkutta. Hier
begegnet ihr Jai, der uneheliche Sohn eines Engländers und einer Inderin. Wie
Olivia, ist auch er ein Außenseiter in einer Welt strenger gesellschaftlicher
Konventionen, und das junge Mädchen verliebt sich rettungslos in ihn. Als diese
Liebe zerbricht, wandelt sich Olivias hingebungsvolle Leidenschaft in
unerbittlichen Haß.
1848 trifft die 22jährige Amerikanerin Olivia auf
Einladung ihrer Tante in Indien ein. Lady Bridget sucht für ihre Nichte einen
Ehemann, doch Olivia erstickt an der Steifheit der sogenannten guten
Gesellschaft wohlsituierter englischer Kolonialherren und sehnt sich nach der
Freiheit ihrer amerikanischen Heimat. Da begegnet sie Jai Raventhorne, dem
illegitimen Sohn eines Engländers und einer Inderin aus ärmlichen
Verhältnissen. Er ist ein Fremder, ein Ausgestoßener in dieser vorurteilsvollen
und selbstgerechten Welt der britischen Kolonie, er erobert Olivia im Sturm.
Dem Gleichklang der Herzen folgen Qualen der Aussichtslosigkeit, denn Jai läßt
es nicht zu, daß sie sich seiner Vergangenheit, seinem Wesen nähert. Eines
Tages verläßt er sie, und aus ihrer hingebungsvollen Liebe wird unerbittlicher
Haß. Ihr Wunsch nach Rache ist von derselben Intensität wie einst ihre Liebe
für Jai.
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(Tb) Ryman,
Rebecca
Buch, 959
S., Roman., Kartoniert, Dezember 2000
Kalkutta, 1871. Jai Raventhorne ist tot - als Verräter
während des Sepoy-Aufstandes von den Engländern gehängt. Olivia, ihre Tochter
Maja und ihr Sohn Amos sind nach Indien zurückgekehrt und werden von der
selbstgerechten britischen Oberschicht nur umso mehr verachtet. Olivia nimmt
jedes Opfer, jede Entbehrung auf sich, um Jai von der furchtbaren Anklage
reinzuwaschen, wollte er doch nur seinem Volk gegen die rücksichtslose
Kolonialmacht beistehen. Aber wer Dornen sät, kann nicht erwarten, Rosen zu
ernten.
Kalkutta 1871. Olivia Raventhorne ist mit ihrer Tochter
Maja und ihrem Sohn Amosvon Hawaii nach Indien zurückgekehrt. Ihr Mann Jai, ein
Eurasier, soll während einer Meuterei von der Kolonialmacht als Verräter
gehängt worden sein. Olivias Lebensinhalt ist seitdem der verzweifelte, aber
erfolglose Kampf um seine Rehabilitierung. Die Raventhornes sind Ausgestoßene
in jener Welt der selbstgerechten britischen Kolonialherren. Amos leitet das
Familienunternehmen Trident und wird zumindest in der Geschäftswelt akzeptiert,
aber Maja leidet unter dem Stigma, ein Halbblut und die Tochter eines Verräters
zu sein. Sie möchte einen weißen Ehemann und fort von Indien. Christian
Pendlebury, ein junger Beamter der Kolonialverwaltung, trifft in Kalkutta ein
und verliebt sich in Maja. Aber da ist auch Kyle Hawkesworth, ebenfalls
Halbblut, ein Intellektueller und unerbittlicher Gegner der verlogenen
europäischen Gesellschaft. Maja lehnt ihn ab, weil er sie immer wieder an ihre
Abstammung erinnert. Am Ende stehen Maja und Kyle ernüchtert, mit neuem
Bewußtsein vor einem Anfang, vor der Verwirklichung eines Traumes.
Rebecca Ryman...
...ist das Pseudonym einer Autorin, die in Indien geboren
und aufgewachsen - noch heute dort lebt. Bereits mit ihrem ersten Roman Wer
Liebe verspricht gelang ihr auch in Deutschland ein beeindruckender Bucherfolg
beim Publikum und in der Literaturkritik.
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Johaentges, Karl
Buch, 184
S., Gebunden, Dezember 1996
Bilder einer dreijährigen Weltreise. Gesehen nicht nur
mit den Augen und der Kamera eines "Rucksack-Globetrotters". Gesehen
auch aus dem Blickwinkel des Arbeitsalltags in Indien, Hongkong, Japan,
Australien und Neuseeland. Wanderjahre, Arbeit vor Ort, als Versuch die Haut
des Touristen ein wenig abzustreifen.
Außerdem führt Sie der Autor mit seinen Fotos und
Geschichten auch durch den Himalaja, China und die USA. Auf eigene Faust mit
öffentlichen Verkehrsmitteln und per Anhalter - hautnah am Pulsschlag fremder
Völker. Ein Bilderlesebuch mit Fotos zwischen Traum und Wirklichkeit,
Geschichten zum Nachdenken.
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Die abenteuerlichen Reisen einer ungewöhnlichen und
mutigen Frau. (Tb)
David-Néel,
Alexandra
Buch, 287
S., Kartoniert, März 1993
Nach "Mein Weg durch Himmel und Höllen" ist
dies das zweite Erlebnis- und Bekenntnisbuch der großen Asienforscherin Alexandra
David-Néel. Um die Jahrhundertwende machte sich die dreiundzwanzigjährige
Französin als Pilgerin auf den Weg nach Indien, wo sie fast die Hälfte ihres
Lebens verbrachte. In diesem Buch, einem idealen geistigen Führer durch Indien,
entwirft Alexandra David-Néel ein vielschichtiges Bild von diesem für uns oft
rätselhaften Konglomerat aus uralten Traditionen, tiefer Religiosität und
Aberglauben, Heilungen und Asketen, Mythen und Legenden, Reichtum und Armut.
Alexandra David-Néel
geboren 1868 in St. Mandé bei Paris, studierte als eine
der ersten Frauen an der Sorbonne und am Institut für orientalische Sprachen.
Ab 1888 verbrachte sie - unterbrochen nur von Lehraufträgen in Paris und
Vortragsreisen in Europa - ihr Leben in Asien. Mit ihrem späteren Adoptivsohn
Lama Yongden reiste sie durch Indien, Sikkim, Nepal, die Wüste Gobi, China. In
Tibet lebte sie über ein Jahr in einer selbstgebauten Hütte auf 4000 Metern
Höhe, studierte bei einem buddhistischen Lama und wurde schließlich als einzige
Europäerin in den Stand eines Lama erhoben. Ihr Fußmarsch nach Lhasa bildete
den Höhepunkt ihrer Asienreise. Alexandra David-Néel ließ sich nach ihrer
Rückkehr aus Tibet mit ihrem Adoptivsohn in Südfrankreich nieder, wo sie am 8.
September 1969 starb.
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(Englische Originalausgabe) 256 S., Kartoniert, August 2002
Three generations of an ancient family come and
go in Chevathar, the village by the sea. First there is Solomon, the patriarch,
manoeuvring to keep the peace as caste struggles begin to encroach on the
village. Then there is the story of Solomon' s sons, their fortunes rising and
falling as India begins its struggles for independence. Finally, there is the
story of Salomon's grandson, making his own stand for independence...
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(Originaltitel:
The Circle of Reason)
Ghosh schildert in seinem farbenprächtigen Abenteuerroman
die Odyssee des indischen Webers Alu quer durch Indien, Arabien und Afrika -
eine tragikomische Traumreise durch mythische Kulturen im Zwiegespräch mit der
westlichen Zivilisation.
Dass der heute in New York lebende indische
Schriftsteller Amitav Ghosh "ein begnadeter Geschichtenerzähler"
(Literary Review) ist, hat er zuletzt mit seinem internationalen Bestseller
'Der Glaspalast' unter Beweis gestellt. Aber schon sein Debüt, die märchenhafte
Geschichte um den indischen Weber Alu, seine füllige Geliebte Zindi sowie den
melancholischen Geheimagenten und Vogelliebhaber Jyoti Das, enthält alle
Ingredienzen seiner Fabulierkunst, für die er mittlerweile vielfach
preisgekrönt ist. Ghosh schildert in seinem farbenprächtigen Abenteuerroman die
Odyssee des indischen Webers Alu quer durch Indien, Arabien und Afrika - eine
tragikomische Traumreise durch mythische Kulturen im Zwiegespräch mit der
westlichen Zivilisation.
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Reisen durch den Subkontinent
zu den Ganges-Quellen, durch Kaschmir und den Himalaya
Von fern betrachtet könnte
man den jungen Engländer schon für ein bisschen verrückt erklären. Er war knapp
28, als er sich aufmachte ins indische Simla, um dortselbst ein Fotoatelier zu
eröffnen. Auf die Idee würde heute noch kein Mensch kommen. 1862 war der Plan
eigentlich vollkommen absurd. Immerhin war die Stadt am Fuß des Himalayas nicht
vollkommen unzivilisiert, Simla war die Sommerresidenz der britischen
Kolonialregierung. Und Samuel Bourne galt schon zu der Zeit seiner Umsiedling
nach Indien als einer der herausragenden Fotografen seiner Zeit.
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Die reiche Ausbeute seiner
Reisen durch den Subkontinent zu den Ganges-Quellen, durch Kaschmir und den
Himalaya, die jetzt im opulenten und "Sieben Jahre in Indien"
überschriebenen Band (Schirmer/Mosel, München. 271 S., 49,80 E.) gesammelt
sind, belegen die Stellung Bournes nachdrücklich. Die brillanten, fast
überscharfen Bilder (Bourne war eine Art früher, indischer Ansel Adams)
dokumentieren Kultur, porträtieren die Landschaft Indiens, prägten als
Botschaften die Ansicht Europas vom fernen Indien. Meisterlich.
Die ersten Hochgebirgsaufnahmen
der Photogeschichte entstanden in den 60er Jahren de 19. Jahrhunderts im
Himalaya. Samuel Bourne (1834-1912), einer der bedeutendsten Reise- und
Landschaftsphotographen seines Jahrhunderts, hatte England 1862 verlassen, um
in Simla, der Sommerresidenz der britischen Kolonialregierung am Fuss des
Himalaya, ein Atelier zu eröffnen, Während der sieben Jahre, die er in Indien
verbrachte, von 1863 bis 1870, erforschte er in mehreren spektakulären
Expeditionen, die ihn u.a. in den oberen Himalaya, nach Kaschmir und an die
Quelle des Ganges führten, den indischen Subkontinent. Bournes technisch
herausragende bestechend schöne Bilder von unberührten Landschaften und
schneebedeckten Achttausendern, von Kulturdenkmälern und architektonischen
Sehenswürdigkeiten haben ebenso wie seine Portraits von Einheimischen,
Maharajas und britischen Kolonialherren das Indien-Bild der Europäer nachhaltig
geprägt.
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"Es genügt, in Indien gereist zu sein, um zu wissen,
dass dieses Land eine Bilderfalle ist. Es genügt, die Kamera eine Minute lang
in eine bestimmte Richtung zu halten, ohne sich zu bewegen, und es ergeben sich
zehn Situationen, die es gleichermaßen verdienen, festgehalten zu werden."
Das beweist Fotograf Hans Silvester mit dem Bildband über "Die Frauen der
Wüste Thar".
Ob in einem Dorf aus Lehm und Sand ohne fließendes Wasser
und elektrischen Strom, ob bei Straßenbau-Arbeiten oder auf einem Kamel-Markt,
die Frauen in der Wüste Thar sind immer voller Anmut und Selbstbewusstsein. In
ihre farbenfrohen, duftigen Saris gehüllt, mit Schmuck an Ohren, Nase, Armen
und Beinen lassen sie vergessen, wie arm sie sind.
Mit den intensiven Bildern und den einfühlsamen Texten
der Bestsellerautorin Catherine Clément, die mehrere Jahre in Indien gelebt
hat, entführt der Bildband in die fremde, faszinierende Welt im Nordwesten
Indiens. Wer noch nicht auf dem Subkontinent war, wird sich auf den Weg machen
wollen. Wer noch nicht in Rajasthan war, wird die nächste Reise dorthin planen.
Durch die anschaulichen, intimen Porträts in dem opulenten Buch ist er gut
vorbereitet. KS
"Indien -
Die Frauen der Wüste Thar", Hans Silvester, Catherine Clément, Bucher
Verlag, 45 Euro.
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von Gurcharan Das
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A fine Familiy is the
extraordinary chronicle - rich in passion and incident - of several generations
of a Punjabi family. Bauji, a successful lawyer in Lyallpur (now in Pakistan)
is forced to flee to India by the violence and instability unleashed by
Partition. Bauji has lost everytheing in the transition, and when his daughter
Tara gives birth to a son, Arjun, everyone's hopes are pinned on the child to
revive the family's fortunes in an independent India. Together the voices of
the various generations tell the story of a fine family and a great country as
both struggle to build a new future in difficult circumstances.
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von Leslie Forbes
Roman. Aus d.
Engl. v. Margitt Lehbert
Bombay
in den Tagen vor dem Monsun: Eine ganze Stadt wartet darauf, daß der befreiende
Sturm endlich losbricht. In dieser spannungsgeladenen Atmosphäre macht sich
eine junge Journalistin auf, einem alten Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Zwischen größenwahnsinnigen Filmregisseuren, rätselhaften Transvestiten,
Alchimisten und Giftmischern folgt sie einer gefährlichen Spur.
In Bombay ist "der
Monsun eine Zeit, in der sich das Tempo von Leben und Tod beschleunigt".
In der spannungsgeladenen Atmosphäre vor dem großen Sturm macht sich eine junge
Journalistin auf, einem alten Geheimnis auf die Spur zu kommen. Umgeben von
größenwahnsinnigen Filmregisseuren, rätselhaften Transvestiten, Alchemisten und
Giftmischern folgt sie einer gefährlichen Spur.
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INN-Abonnentin Annette von Greenpeace.de meldet:
"Bin gerade dabei, das Buch "Vishnus Tod" von Manil Suri zu
verschlingen - absolut empfehlenswert!"
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Zu Beginn dieses meisterhaften Debütromans liegt Vishnu
sterbenskrank auf der Treppe, auf der er wohnt, seine Nachbarn streiten sich
darüber, wer den Krankenwagen bezahlt. Während sich die Handlung allmählich
durch die Stockwerke des Mietshauses nach oben schraubt, werden wir in die
Lebensdramen der verschiedenen Bewohner hineingezogen: die ständigen Zänkereien
zwischen den Asranis und den Pathaks; die besessene Suche Mr. Jalas, eines
Muslims, nach dem Sinn von Leben und Religion, während seine Frau um seinen
Verstand fürchtet; Vinod Tanejas Sehnsucht nach seiner Frau, die er schon vor
vielen Jahren verloren hat; die Teenagerträume von Kavita Asrani, die sich als
Heldin eines Hindi-Films sieht und eines Nachts heimlich mit dem Muslim-Jungen
Salim durchbrennt. Die Geschichte dieses Mietshauses wird zu einer Metapher für
die sozialen und religiösen Spaltungen im heutigen Indien, und Vishnus Aufstieg
im Treppenhaus spiegelt die Wanderung der Seele durch die verschiedenen
Seinsstadien wider. Seine Erinnerungen und Visionen - Erinnerungen an die
schöne Padmini, die er mehr als alles andere auf der Welt liebte, obwohl sie
eine Hure war; Erinnerungen an seine Mutter, die ihm alle Legenden über den
Gott Vishnu beibrachte; Visionen, die an Szenen aus den heiligen Schriften des
Hinduismus erinnern - bilden die mit Witz und liebevoller Ironie geschilderten
Geschichten der Hausbewohner ab und geben dem Leser Rätsel auf: Ist Vishnu
womöglich der Gott Vishnu, nicht nur der Hüter des Mietshauses und seiner
Bewohner, sondern der Erhalter des gesamten Universums?
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Annette
gehört zu den Stammleserinnen unserer wöchentlichen INN – wir danken ihr für
den Hinweis auf die indische Autorin Chitra Banerjee Divakaruni – Annette
schreibt per Email:
Für den Erzählungsband
"Der Duft der Mangoblüten" erhielt sie gleich 3 amerikanische
Literaturpreise. Sie wurde in Indien geboren kam 77 nach Amerika und machte
ihren Doktor in Literatur. etc.
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"Die Hüterin der
Gewürze" und "Die Prinzessin im Schlangenpalast" sind weitere
Bücher von ihr. Die Beschreibung im Buch sagt:
Ihre
Heldinnen stammen aus allen Schichten: gebildet oder ungebildet, aus Kalkutta,
kleinen indischen Dörfern oder Amerika. Und sie alle sind verstrickt in
Traditionen und Mythen, in Bilder und Rollenerwartungen, von denen sie sich schwer
befreien können, gegen die sie aber auch aufbegehren. Im Kampf um ihre Rechte
und ihre Freiheit suchen sie den Weg in ein eigenes selbstbestimmtes Leben: sei
es die geschlagene Ehefrau, die mit ihrer Tochter den Mann verläßt, oder die
junge Witwe, die, alle Regeln außer acht lassend, das Haus der Schwiegereltern
verläßt, oder die junge Studentin, die eine verbotene Liebesbeziehung eingeht
und damit familiäre Konflikte provoziert.
Das sind ihre Themen (lt.
Buchklappe) und die Sprache und der Erzählstil ist einfach wunderbar poetisch
und fesselnd, das sag ICH nun.
Viel Spaß dabei.
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Zwei legendäre Persönlichkeiten
stehen im Mittelpunkt des Romans der Autorin von 'Theos Reise': Edwina
Mountbatten, eine der schillerndsten Frauengestalten der englischen
Aristokratie, und Nehru, der erste indische Premier.
Catherine Clement, geboren 1939
in Paris, studierte Philosophie und Psychologie an der Sorbonne, lehrte dort
und arbeitet als Kulturredakteurin und Produzentin. Als Gattin des
französischen Botschafters lebt sie zur Zeit in Dakar, aber auch in Wien, Prag
und zur Zeit in Dakar. Als Autorin wurde sie durch wissenschaftliche Werke
bekannt. In Deutschland ist von der Autorin erschienen: "Die Frau in der
Oper", "Die Senyora", "Ghandi", sowie "Der Heilige
und der Verrückte".
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(per Email von Ursula aus
Berlin)
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Das Foto entnehmen wir dem Bildband von Amina Okada /
Suzanne Held: Rajasthan. Hirmer Verlag München, 245 Seiten, 75,80 EUR |
Die Menschheit läßt sich in zwei
Hälften einteilen: in diejenigen, die in Indien waren und diejenigen, die nicht
in Indien waren.
Wer zu den, Glücklichen
zählt, die schon in Indien waren, vielleicht sogar in Rajasthan, im Nordwesten
des Landes, wird sie nie vergessen: die leuchtenden Farben, die Gerüche von
Gewürzen und Sandelholz, die Pracht der Paläste mit ihrer einzigartigen Glas
und Blumenornamentik, die Geschichten von Maharadschas und Göttern und uralten
Kulten. Rajasthan, das "Land der Könige", ist ein Land wie aus
Tausendundeiner Nacht, und so ist es kein Wunder, daß sich der fabelhafte
Bildband, den Amina Okada und Suzanne Held im Münchner Hirmer Verlag
veröffentlicht haben, wie ein Märchenbuch ausnimmt: mit Bildern voller
Schönheit, Zauber und Wunder.
Amina Okada, Leiterin der
Abteilung für indische Kunst am Musee National des Arts Asiatiques Guimet in
Paris, erzählt in ihren Texten die Geschichte Rajasthans, die eine Geschichte
von großen Herrschern und großen Schlachten ist, aber auch eine Geschichte von
Frömmigkeit und Mystik. Rajasthan ist die Heimat der Rajputen,
der"Königssöhne", eines kriegerischen Stammes aus der Kaste der kshatriya.
Die Mogulherrscher rekrutierten aus diesem stolzen Rittersvolk ihre Soldaten.
Die Rajputen waren, wie es ein mogulischer Historikerformulierte, "die
Stützen und der Schmuck des kaiserlichen Throns". Armina Okada beschreibt
ihre Tugenden, ihre Kämpfe, das Leben am Hof.
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Was aber vor allem beeindruckt
an diesem opulenten Band, sind die Fotografien der Fotoreporterin Suzanne Held:
farbenprächtige Aufnahmen von Palästen, Tempeln und Städten, von Malereien,
Miniaturen und Menschen. Der reich verzierte Stadtpalast von Udaipur, die
imposante Festung von Amber, die hinduistischen Tempel von Baroli, die
Jaintempel von Mount Abu, das Treiben auf dem berühmten Kamelmarkt von Pushkar
- die Fotografin hat das alles im Detail mit einer solchen Leucht? und
Strahlkraft eingefangen, daß die Bilder mehr erzählen als tausend Worte. Mit
dem Effekt, daß man sofort (wieder) hin will: nach Indien! (Christine Dössel)
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Dieter Riemenschneider (Hg), Unionsverlag 1986 Zürich.
Indien - ein Kontinent voller Geheimnisse und Gegensätze. Seit Jahrhunderten sucht Europa ihn zu ergründen. In diesem Lesebuch geben indische Autoren einen breit angelegten und in die Tiefe gehenden Einblick in die Kultur, Geschichte und Philosophie, aber auch in die Realitäten ihres Lebens
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München (dpa) - «Die Hoffnung ist wie die Wege auf der Erde» schreiben Frances und Anna Lappe im Vorspann ihres Reiseführers zu Initiativen in aller Welt, die dazu beitragen wollen, das Leben für einige besser zu machen. Frances wurde mit ihrem Buch «Diet for a Small Planet» weltbekannt. Sie setzt sich schon lange mit alternativen sozialen und ökologischen Fragen auseinander.
1987 wurde ihr der alternative Friedensnobelpreis verliehen. Ihre Tochter Anna ist jetzt in die Fußstapfen der berühmten Mutter getreten: Gemeinsam haben die beiden Frauen Initiativen in Bangladesch und Brasilien, Kenia, Indien, Belgien und anderswo besucht, um auf das Engagement der dort Aktiven aufmerksam zu machen. Wichtige Adressen und vegetarische Rezepte aus den einzelnen Ländern ergänzen den Band.
Frances & Anna Lappe
Hoffnungsträger. Ein internationaler Reiseführer zu grünen Initiativen
Riemann Verlag, München
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Hamburg (dpa) - In ihrer Heimat Indien hat Anita Nair mit ihrem Roman "Das Salz der drei Meere" bereits die Bestsellerlisten erobert. Es ist ein geschickt konzipierter Roman, der die Facetten der heutigen Lebensmöglichkeiten von Frauen auf dem Subkontinent beleuchtet.
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Auf einer nächtlichen Zugreise treffen mehrere Frauen aufeinander und erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Die Hauptperson - Akhila - ist auf dem Weg in die Stadt der drei Meere, um sich endlich aus den Zwängen ihrer Verantwortung für die Familie zu befreien. Sie hört, wie die anderen ihre Leben meistern. Sie erfährt vom Scheitern, von großen Erwartungen und vom kleinen Glück. Am Ende der Reise findet Akhila den Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Anita Nair: «Das Salz der drei Meere»
Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg
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München
(dpa) In eine für die meisten von uns fremde Welt, in das dörfliche Leben
Indiens, führt der Roman «Ein besserer Mann». Die Autorin Anita Nair erzählt
die Geschichte eines 60-jährigen Beamten, der nach seiner Pensionierung in das
Haus seiner Eltern auf dem Lande zurückkehrt und auf magische Weise von der
Vergangenheit eingeholt wird.
Anita Nair (35) ist in der Provinz Kerala aufgewachsen. Sie studierte Anglistik und Literatur und lebte eine Zeitlang in den USA, bevor sie wieder in die Heimat Indien zurückkehrte, um dort zunächst als Journalistin zu arbeiten. Nach einem Erzählband erschien ihr Roman «Ein besserer Mann», der jetzt in deutscher Erstausgabe vorliegt.
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Frankfurt/Main (dpa) - Eine Familie in Bombay: Alles dreht sich um den gebrechlichen, aber eigensinnigen Großvater, den zu pflegen die Angehörigen vor eine große Belastungsprobe stellt. Die einen haben zwar ein großes Haus, aber keine Lust, den bettlägrigen Vater zu versorgen. Die anderen leben auf engstem Raum und können die Pflege kaum bewältigen. Jahrelang aufgeschobener Groll entlädt sich, und mit der familiären Harmonie ist es schnell vorbei.
Rohinton Mistry, einer der großen indischen Erzähler der Gegenwart, hat mit dem epischen Roman «Die Quadratur des Glücks» ein mitreißendes, schonungsloses, aber auch warmherziges Familiendrama geschrieben, das sich zu lesen lohnt. Der Autor, der heute in Kanada lebt, erzählt von menschlichen Schwächen ebenso wie vom ganz normalen Alltag auf dem Subkontinent.
Rohinton Mistry: Die Quadratur des Glücks
Krüger Verlag, Frankfurt/Main
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München (dpa) - Die düsteren und bizarren Welten des indischen Subkontinents vor 100 Jahren stehen im Mittelpunkt des Debütwerks von Hari Kunzru. Der Brite erzählt von der abenteuerlichen Reise des Pran Nath, Sohn einer Inderin und eines Engländers, ein bildhübscher Bursche mit fast weißer Hautfarbe. Dieser schlüpft auf seiner Suche nach einer Heimat in immer neue Identitäten - nicht nur in Indien, sondern auch in England und Afrika.
Humorvoll verstrickt Kunzru dabei seinen historisches Epos mit einer Satire auf das untergegangene britische Empire. Der 1969 geborene Kunzru schreibt unter anderem für Zeitungen und Magazine wie «The Economist» und «Wallpaper». Sein vom Verlag vorab mit 1,25 Millionen Pfund finanziertes Werk wurde von der englischsprachigen Presse weitgehend gefeiert.
Hari Kunzru: Die Wandlungen des Pran Nath
Verlag K. Blessing
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Über die Begegnung mit fremden Menschen und ihrer Kultur.
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(Traveller's
Background) Krack, Rainer
Buch, 216 S., Kartoniert, März 2002
Die Bücher der Reihe Kulturschock befassen sich schwerpunktmäßig mit den Denk- und Verhaltensweisen der jeweiligen Einwohner, erklären Hintergründe, die zu diesen Lebensweisen führen und bieten eine Orientierung im Dschungel des fremden Alltags. Familienleben, Moralvorstellungen und Anstandsregeln werden genauso erläutert wie Umgangsformen, religiöse Gebote oder Tischsitten.
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Buch, 1440 S., Kartoniert, Lizenzausgabe von Lonely Planet, Oktober 2000
Nur wenige Länder auf der Erde bieten so vielfältige Reiseerlebnisse wie Indien. Sie können beispielsweise in den Bergen von Kaschmir eine Trekking-Tour unternehmen, in Rajasthan den Palast eines Maharadschas besichtigen, mit einer Spielzeugeisenbahn nach Darjeeling fahren, sich an Goas Traumstränden sonnen oder in Kerala mit einem Boot die Backwater entdecken.
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Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg
entschieden, daß man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der
gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das LG, nur dadurch
verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.
Da fühle ich mich doch gelinkt! Ich distanziere mich jedoch vorschriftsmäßig
und energisch von den Inhalten fremder hier verlinkter Webseiten! Siehe hierzu
auch den Artikel „Achtung – wichtig“ auf der KD-Seite „Seitensprünge“
(http://www.kerala-discovery.de/KD_Web/default.htm?Links.htm)