INN Nr. 634 vom Freitag, 11.11.2011 mit 4.814 Email-Abos ...
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Namashkaram,
liebe Indienfreundinnen & -freunde!

Weissagungen deuten ist schwierig. Seit Jahrhunderten zittern die Menschen dem 21.12.2012 entgegen, weil die alten Mayas, Nostradamus und andere Spökenkieker für diesen Termin den Weltuntergang oder gar Schlimmeres vorgesehen haben. Wer die Nachrichten der letzten Zeit verfolgt, wird vielleicht bemerken, dass das mit dem "Weltuntergang" eine Fehldeutung ist. Richtig wird es nämlich "Gelduntergang" heißen. Dann bin ich ja mit meiner Flucht in die Sachwerte auf der sicheren Seite: Ich habe schon zwei Goldhamster und etliche Silberfischchen. Und auch meine Reisen zähle ich zu den Sachwerten.

Die Wanderjahre waren früher nach der Lehrzeit obligatorisch - sie verhalfen jungen Menschen, über den Tellerrand zu schauen und erweiterten im wortwörtlichen Sinne den Horizont. Heute sind die wenigen jungen Leute fast privilegiert, die zwischen Abitur und Studium ein paar Monate durch Indien ziehen können. Ebenso selten bietet sich die Gelegenheit, als Austauschschüler in die Ferne zu ziehen. Die Erfahrungen, die junge Menschen dort machen, sind so wichtig fürs spätere Leben, dass man das Austauschjahr zur Pflicht machen sollte. Ich lese gern die Berichte der jungen Leute, die ein freiwilliges soziales Jahr machen oder im Schüleraustausch nach Indien gehen. Diese Woche habe ich auf meinen webweiten Wanderungen Wieland Freyer (16) aus Weimar entdeckt, der in der Thüringer Allgemeine schon seine 11. Reportage veröffentlicht hat.

Du weißt, dass ich gerade die Erfahrungsberichte aus Indien gern lese, die von Menschen stammen, die nicht von der Reiselust an fremden Kulturen, sondern beruflich oder im Austausch nach Indien kommen. Umgekehrt finde ich es auch hochinteressant und manches Mal lustig, wenn die Inder uns besuchen und fragen, „wo denn unsere Straßenkühe sind“ und „warum man in unseren Restaurants für Trinkwasser bezahlen muss“. Deshalb finde ich die Früchte des Projekts „Nahaufnahme“ auch sehr interessant.

Datenbombe InderNettNews - im letzten Editorial fragte ich nach Eurem eMailclient und wie viele KB die INN 632 bei Euch belegt haben. Da schrieb Hille aus Kaarst unter anderem "...will ich nur kurz deine Frage nach der Größe der InderNettNews Nr. 632 beantworten. Ich habe Windows Live Mail und sie hatte nur 238 Kilobyte. Also bitte specke nicht ab. Du würdest eine ganze Anzahl von Lesern traurig machen!"

Bei mir hatten sie in Outlook aber 389 KB. Auch andere haben sich gemeldet, und alle haben verschiedene Dateigrößen - und auch deutlich weniger als ich. Ich kapiere es nicht, und so lange sich keiner beklagt, lege ich mir also keine weiteren Beschränkungen auf.

11.11.11 - Falls Du heute nicht zu denen gehörst, die heiraten: Willkommen zu den neuen InderNettNews vom 11.11.11 – was für ein schönes Datum! Es ist der Tag, an dem auch in Düsseldorf, sozusagen im erzkatholischen Schatten des Kölner Doms nicht nur an die Auferstehung des Fleisches geglaubt wird, sondern auch an die Reinkarnation. Erst recht, wenn sie am 11.11.11 um 11:11 h stattfindet. Böse Zungen behaupten, diese demonstrative Wiedergeburt sei ein Zeichen der alten Rivalität zwischen Düsseldorf und Köln. Für die Leser(innen) in der Diaspora des rheinischen Karnevals: Die Wiedergeburt des Hoppeditz wird jedes Jahr um diese Zeit in Düsseldorf gefeiert.

Nun haben die meisten ja keine so einprägsame Schnapszahl als Hochzeitstag. Da muss etwas anderes geschehen, was den Tag unvergesslich macht. Eine Kerala-Hausbootfahrt für den Honeymoon zum Beispiel.

Geht auch als zweite Hochzeitsreise – und das fand ich eine Super-Idee. Volker aus Hannover rief mich an und wollte für sich und seine Frau eine Backwaterkreuzfahrt zum 5. Hochzeitstag. Das ist inzwischen auch für indische Honigmondsüchtige eine beliebte Idee, sagte ich ihm, und wann es denn losgehen sollte. Irgendwann im Dezember - genau wusste Volker es noch nicht, denn der Termin seines Hochzeitstages fehlt ihm. Den muss er zuerst unauffällig herausfinden. Ich sah ein, dass er da nicht seine Silke fragen konnte. Am besten beim Standesamt oder Meldeamt, riet ich.

Ich schmunzelte und legte den Hörer auf. Warum vergessen Männer immer den Hochzeitstag, Frauen aber nie? Die beste Erklärung liefern die beiden Angler. Da hat der eine eines Morgens genau diese Frage gestellt. Der andere fragte dagegen: "Weisst du noch, wann du den großen Hecht gefangen hast?" - "Klar", sagt der erste, "Am 28. Juni 1982 beim Alten Wehr!" - "Siehst Du - und nun frag mal den Hecht."

Aber zurück zur Hochzeitsreise. Als Hausbootkreuzfahrt durch die vortechnologische Welt der Kerala Backwaters - kann man sich etwas Romantischeres vorstellen?

Adoptionswünsche habe ich früher oft zu hören bekommen - in den letzten 15 Jahren hat das aufgehört. Die Interessenten gibt es immer noch in gleicher Zahl, doch heute fragen sie nicht mich, sondern Google. Doch auch wenn man mich heute noch mal bitten würde - ich würde immer noch Nein sagen. Denn dieses Thema ist zu vielschichtig, als dass ich mich hier für eine gerechte Stellungnahme berufen fühlen könnte.

Das Für wären Tausende von notleidenden Kindern auf der einen und viele Paare mit unerfüllbarem Kinderwunsch auf der anderen Seite. Doch das Wider wäre das große Geld, denn inzwischen ist die Adoptionswirtschaft ein Millionengeschäft, und ich fühle mich außerstande, hier die Spreu vom Weizen zu trennen.

Von Anisha Mörtl berichtete die WELT am Wochenende (lies hier). Der Bericht bekräftigt mich in meiner Ansicht - trägt aber einen reißerisch einseitigen Titel: "Das Leid der gestohlenen Kinder". Das Kind mag der leiblichen Mutter zwar gestohlen und der ahnungslosen Adoptivmutter illegal übergeben worden sein - doch sein Leid hält sich doch in Grenzen. Zumindest, wenn die Not der verzweifelten echten Mutter dagegen hält.

Khamaghani, Euer
                                 Bernd

Zum Tage: "Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm.
Steck ihn in Brand, und er hat es warm für den Rest seines Lebens."

 

 

 

10.11.11: Indien und Pakistan: "Neues Kapitel" der Beziehungen

10.11.11: Lebenslange Haft für 31 Hindus in Indien

08.11.11: Massenpanik während religiöser Zeremonie in Haridwar

07.11.11: Kirchen in Indien fordern Aufhebung der Sonderrechte der Armee

05.11.11: Bhopal-Überlebende fordern Olympia-Boykott

04.11.11: Exil-Tibeter setzt sich in Neu-Delhi selbst in Brand

03.11.11: Pakistan ernennt Indien zum bevorzugten Handelspartner

Für 1 Euro gibt's in Indien ca.

68,10 Rupien

(für Euro-Banknoten, TC oder mit ec-Karte am Geldautomaten ATM)
Tagesaktueller Index hier

 

G13 ab ca. 12.01.12 GUJARAT Tribal & Villages mit Rebecca, Indienkennerin, schon mehrfach KD (Terminverschiebung evtl. möglich)

R14   15.2.12  RAJASTHAN m. Annette & Ulrich, die für 3-5 Wochen nette Mitreisende suchen (Reiseroute)

Dia-Show

 

www.InderNett.info

zur Nr. 633

INHALT Nr. 634

zur Nr. 635

Angela: Handy statt Almosen?

Mein Jahr in Indien (11): Das Fest der Lichter

Nie wieder Wiedergeburt

Alle Sünden sind vergeben

Emirates Online-Check-in

Frau verspürt unkontrollierbaren Sexualtrieb und stirbt

Land der begrenzten Möglichkeiten

Zwangsteilung in der armen Provinz

Gestorben wird anderswo

Deutsche Chirurgen helfen ehrenamtlich

Mit Unternehmergeist gegen die Armut

Die Rückkehr eines Heiligen

Der erschreckende Umgang mit Frauen und Mädchen

Extremist fordert Todesstrafe für Taufe

Bollywood in Action

Kaleidoskop

Die lebenden Brücken von Meghalaya

Artisten an der Theke

Der allererste bemannte Elektro-Flug

Die Spinne

Millionen Hindus baden im Ganges

10.11.11: Vor Mückenstichen schützen

Enzephalitis-Impfstoff in Indien zugelassen

Nur Sauerkraut schmeckt ihm nicht

"Nahaufnahme" - Angst und Wäsche für zwei Wochen

Austausch

Global Village. Von Shonali Muthalaly

Das Leid der gestohlenen Kinder

Buchbeschreibung »Lotostochter - Ich bin ein gestohlenes Kind«

Sie sind überall

Was Deinen Hund ärgert

Die Diagnose

Sherlock Holmes

Schmerzensgeld ?

Merk Dir die KD-Partner

Who's Who?

Allgemeines zu den INN

Links zu fremden Webinhalten

Impressum

Die wichtigsten Kapitel bei KD-online

 

 

 

Natürlich beantworte ich möglichst alle Zuschriften persönlich. Nur wenn es von allgemeinem Interesse ist oder ich es aus irgendeinem schrägen Grunde mit Euch teilen will, wird Rede und Antwort hier öffentlich.

Angela: Handy statt Almosen?

Indien ist bei mir im privaten wie beruflichen Alltag immer präsent. Da vergesse ich gelegentlich, dass es für die Leserschaft auch noch andere wichtige Dinge gibt. Wenn ich am Telefon auf ein Thema der neuesten INN-Ausgabe zu sprechen komme, hat mein Gegenüber sie meist noch gar nicht gelesen.

KD-Gast Angela aus Wien macht ihre zweite Reise mit Kerala Discovery Ende Januar – jetzt aber halten Haus & Tiere sie in Atem, so dass sie erst bei INN 629 ist ...In dieser Ausgabe vom 7. Oktober hat ihr ein Artikel im Indien-Ratgeber besonders gut gefallen: „Manchmal hilft ein Anruf mehr als Almosen“:

Deine liebevollen, zeitaufwendigen, interessanten Beiträge und Artikel in deinen Ausgaben lese ich leider erst seid vorigem Jahr. Die letzten 4 habe ich mir aufgespart, weil die Zeit nicht reichte, sie zu lesen.

Die Ausgabe 629 hat einen Beitrag der einen Menschen wie mich richtig in Verzückung gebracht hat.

Ein Anruf und die Sorgen sind gelöst.

Ich finde es wirklich grandios das Indien in kürzester Zeit so viele Schulen und die dazu gehörigen Lehrer auf den Markt bringen konnte. Geschweige von der Verköstigung der ganzen aufgelesenen Kinder, und nicht zu vergessen deren Eltern und vielen anderen Geschwistern. Oder wird sich niemand melden wenn so ein Bettelkind nicht mehr den Ertrag fürs Überleben bringt?

Auch bin ich glücklich darüber das Deutsche Ärzte es in 2 Wochen schaffen werden, die von den Touristen übers Handy aufgezeigten, körperlich missgestalteten Kindern eine tolle Zukunft zu geben. Die Nachbehandlung wird sicher die Indische Regierung, “ Abteilung Soziales“ übernehmen!!!!

Unserer Leserin Gabi hat der Artikel ebenfalls geholfen, liebe Angela. Ihre Freunde haben nämlich ein Patenkind mit einer schrecklichen Verstümmelung, das nun bei den Ärzten in Kodaikanal angemeldet wird.

Aber was ganz sicher ein Hit ist, das sind die vielen koreanischen Autos die für die Indische Polizei angeschafft wurden. So kann ich ja ganz getrost beim Bankomat warten, „denn sie sind ja schon unterwegs“.

So kann jeder Indien-Reisende getrost durchs Land marschieren, nur sein Handy sollte er dabei haben, schließlich will man ja helfen wenn man so arme Kinder antrifft.

Ich weiß nicht wer diesen Artikel geschrieben hat, aber ist er nicht „blauäugig“.

Für wen ist so ein Artikel geschrieben?

Dein leicht ironischer Unterton ist deutlich spürbar – aber es ist beileibe kein Ratgeber für Kalknasentouristen. Es ist aus einer Rundmail, die in Indien kursiert und von Indern für Inder geschrieben. Ich habe diese Mail von indischen Freunden erhalten und die Punkte herausgepickt und übersetzt, die auch für uns hilfreich sein könnten.

Ich werde sicher mit offenen Auge und Rupien durch das Land gehen, denn nicht einmal Deutschland kann seine Kinder von der Strasse holen, geschweige Ungarn, Rumänien und vor allem nicht Asien.

Der Sanfte Tourismus bemüht sich immer um Nachhaltigkeit. Und da ist es doch sicherlich besser, ein Kind bei einer zuständigen Hilfsorganisation zu melden, statt ihm Geld für eine Mahlzeit zu geben.

„Gib Deinem Mann einen Fisch, und er hat eine Mahlzeit. Zeige ihm, wie man fischt, und Du hast das ganze Wochenende Deine Ruhe vor ihm.“ (Verzeih – ich habe den Slogan aus der Entwicklungshilfe etwas verballhornt...)

Und bei genauerer Betrachtung solltest du auch erkennen können, dass viele Indien-Reisende voller Angst stecken. Sie wollen Sicherheit und vor allem nichts Unangenehmes erleben. Nachdem sie schon durch die Welt gereist sind ist halt Indien auch auf dem Plan, aber es erleben und wirklich sehen zu wollen, dazu sind sie im Inneren noch nicht bereit. Auch wollen viele die Anonymität von Hotels und nicht private „Anpassung“. Noch dazu mit Kindern im Haushalt.

Du hast Recht. Und diese verbreiteten Skrupel haben Indien bislang vor der ganz großen Welle des Massentourismus bewahrt. Alle wollen „Das kontrollierte Abenteuer mit Überlegensgarantie“ – Kerala Discovery bietet so was an.

Manchmal hab ich das Gefühl dass sich Menschen zurück entwickeln. Sie träumen zwar richtig, aber verhalten sich falsch und sind nicht bereit etwas von sich herzugeben.

Meinst Du wirklich? Ich glaube, dass unsere Vorfahren auf den Bäumen noch mehr Gemeinsinn hatten als unsere egoistische Gesellschaft heute.

Unsere Herbsttage sind traumhaft, gestern habe ich in der Au noch 2 ausgesetzte Hunde-Welpen entdeckt, die muss ich heute einfangen und in Sicherheit bringen.

Dir wünsche ich schöne Tage und viel Gesundheit. Angela

Danke vielmals, liebe Angela – auch Dir alle erforderlichen Gesundheiten! (Warum soll es von „Gesundheit“ keinen Plural geben – von „Krankheit“ aber schon?)

Bevor wieder jemand fragt, warum Angelas Januarreise nicht in der Reisepartnerbörse vermerkt ist: Dies ist eine geschlossene Familienreise. In der Partnerbörse erscheinen nur offene Reisen, denen sich noch weitere Teilnehmer(innen) anschließen können.

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Mein Jahr in Indien (11): Das Fest der Lichter

Als Austauschschüler ist Wieland Freyer (16) aus Weimar bei einer Gujarati-Familie in Bhavnagar zu Gast. In seinem 11. Bericht aus Indien berichtet er über das Fest der Lichter: Diwali

Bhavnagar. In der Zeitung stehen immer zwei Daten. Das Jahr 2011 und das regionale Jahr 2067, jetzt nach Diwali, dem indischen Neujahrsfest, 2068. Diwali ist hier so wichtig wie bei uns Weihnachten, wird aber gefeiert wie Silvester - deshalb auch Fest der Lichter.

Vor dem Fest wird jedes Haus auf Hochglanz poliert. Man hängt Lichterketten und Lampen auf und bemalt die Pflastersteine vor dem Haus - dieses Jahr war das meine Aufgabe. Während ich malte, kamen immer wieder Leute, blieben stehen, starten mich an und stellten Fragen über mich. Ich fühlte mich wie im Zoo. Für die meisten Menschen hier bin ich der erste Weiße, den sie leibhaftig sehen. Das Malen machte so viel Spaß, dass Jagdishbhai, der Apotheker aus unserem Haus, und ich noch ein Rangoli  - so etwas Ähnliches wie ein Mandala - mit einem Durchmesser von einem guten Meter malten.

Meine Schwester Kinjal hat Semesterferien. Mit ihr ging ich im Geschäft unseres Rotary-Clubs mithelfen, Feuerwerkskörper zu verkaufen. Der Erlös wird für Hilfsprojekte genutzt. Ich lief vor dem Laden herum und sprach Leute an, sie sollen doch bei uns ihre Knaller kaufen, da das Geld armen Menschen gespendet wird. Wegen meiner Hautfarbe waren viele bereit, auf meine Bitten einzugehen. Zuletzt kauften wir selbst Knaller ein. Eine Altersbegrenzung bei deren Kauf gibt es nicht. Jeder der genug Geld hat, kann welche bekommen. ...weiter bei THÜRINGER-ALLGEMEINE.de

Tipp: Wer auch Wielands andere Indienberichte lesen möchte, gibt dort in der grünen Kopfzeile einfach "Wieland Freyer" ein.

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Nie wieder Wiedergeburt

„Benares ist älter als die Geschichte, älter als Traditionen und Legenden und sieht doppelt so alt aus wie alles zusammen,“ sagte Mark Twain. Das stimmt auch heute noch, meint Sigrid Mölck-del Giudice

Um vier Uhr in der Früh ist auf der Godowlia-Kreuzung schon die Hölle los. Rikschas klingeln, Bremsen quietschen, Taxis hupen, Menschen schreien, Kühe muhen. Alles drängt, auf Rädern und Beinen, zum Ganges, vorbei an Bettelmönchen und Asketen, Gemüse- und Yoghurthändlern und Frauen, die plärrende Kinder zwischen Schutthaufen und Müllbergen zum Waschen unter Wasserpumpen zerren.

Über den Ghats, den berühmten, kilometerlangen Stiegen hinunter zum schmutzigbraunen Fluss, wo die kultischen Waschungen und Kremationen stattfinden, liegt noch grauer Morgendunst.

Doch die Teeverkäufer rufen schon stimmgewaltig nach Kundschaft, Masseure wärmen sich auf, Friseure schärfen ihre Messer, um den Gläubigen vor dem Bad den Kopf zu scheren. Oberhalb der Ghats hocken auf verschlissenen Strohmatten die „Pandas“ – Brahmanen, die für ein paar Cent die Habseligkeiten der Pilger bewachen und ihnen nach dem Baderitual mit Zinnober das Zeichen ihres Wunschgottes auf die Stirn malen. Alles ist für den großen Auftritt bereit.

Alle Sünden sind vergeben

Sobald die Morgensonne die Farben der altersmürben Häuser und Tempel am Ufer zum Leuchten bringt, steigen die Pilger zu Tausenden ins Wasser. Der Sonne zugewandt, rufen sie Brahma, Shiva, Vishnu oder einen der vielen Götter des hinduistischen Pantheons an, schicken für ihre Ahnen Öllichter auf Blatttellern auf den Fluss oder meditieren regungslos. Nach einer halben Stunde ist das sich allmorgendlich wiederholende Spektakel vorbei. Die Pilger breiten ihre Kleider zum Trocknen aus. Der normale Alltag nimmt seinen Lauf.

In Benares geboren zu sein, ist für einen gläubigen Hindu kein Zufall, sondern ein Verdienst. Wem die Götter nicht gnädig waren, der will wenigstens einmal im Leben in die Stadt der 1500 Tempel pilgern. Denn wer dort in die Fluten des Ganges taucht, dem sind alle Sünden vergeben. Wer dort stirbt oder verbrannt wird, kann vom Leid der Wiedergeburt befreit werden.

Die Flüge nach Benares, das seit 1956 offiziell wieder Varanasi heißt, sind fast das ganze Jahr über ausgebucht, die Züge hoffnungslos überfüllt. Viele kommen, nur mit einem Bündel mit Nahrungsmitteln auf dem Kopf, zu Fuß. Erschöpft von den tagelangen Strapazen sind sie die idealen Opfer der berüchtigten Straßenpandas, die sie bereits am Stadtrand abfangen. Die „Ritualspezialisten“ begleiten naive Pilger für teures Geld auf Prozessionen durch versteckte Gänge, Höfe und Keller, die kein Ortsfremder kennt. Und schleppen sie in Läden, in denen sie wie Weihnachtsgänse ausgenommen werden. ...weiter bei DIEPRESSE.com

  Indien wird von westlichen Schreiberlingen aus unzähligen Blickwinkeln mit ebenso vielen verschiedenen Wertungen betrachtet. Was mir nichts anderes sagt, als dass wir dieses Rätsel Indien alle nicht richtig verstehen.

Am schwierigsten wird die Annäherung, wenn man selbst keinen Glauben hat und die sanfte Führung unserer indischen Gastgeberfamilien fehlt. Deshalb wird speziell den KD-Gästen die Sichtweise der Sigrid Mölck-del Giudice etwas respektlos bis herablassend erscheinen. Das macht nichts. Es sagt uns, dass man zum Thema Indien und Hinduismus möglichst viele Meinungen einholen muss.

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Emirates Online-Check-in

Mit Klick auf den Buchungscode in meinen Mails können unsere Gäste einen Detaillierten Reisplan und - nach Ausstellung - auch ihr eTicket abrufen. Neuerdings gibt es auch einen Bestuhlungsplan, wo Du Dir den bevorzugten Sitzplatz heraussuchen kannst. Das ist aber eine Seite des Buchungssystems - für das Einchecken muss man auf die Seite der Airline gehen.

Da die meisten KD-Gäste mit EMIRATES fliegen, nehme ich die als Beispiel.

Das Online-Check-in ist sehr zu empfehlen, denn es spart jede Menge Zeit. wer bereits online eingecheckt ist, braucht statt 3 Stunden erst 90 Minuten (mit Gepäck) oder 60 Minuten (ohne einzucheckendes Gepäck) vor Abflug am Flughafen sein.

Online-Check-in ist 24 Stunden bis 90 Minuten vor planmäßigem Abflug für Passagiere mit eTicket verfügbar. Für viele Flughäfen gibt es sogar eine eBordkarte, die noch mehr Zeit spart.

Weil man erst kurz vor dem Flug einchecken kann, vergewissere Dich vor der Reise, ob Dein indischer Rückflughafen das Check-in online ermöglicht – und dann bitte in Indien Deine Gastgeber um Hilfe.

Zum EMIRATES-Online-Check-in

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Frau verspürt unkontrollierbaren Sexualtrieb und stirbt

Eine Frau aus der südindischen Stadt Salem hat nach einem Tollwutbiss einen unkontrollierbaren Sexualtrieb verspürt. Lokalen Medienberichten zufolge vertraute die 28-Jährige ihrem Arzt an, dass sie fortwährend erregt sei, manchmal auch ohne jegliche Stimulation. Nach der Überweisung in das örtliche Krankenhaus stellten Ärzte bei der Frau eine Tollwuterkrankung fest, die von einem zwei Monate alten Biss eines Hundewelpen stammte. ...weiter bei FINANZNACHRICHTEN.de

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Land der begrenzten Möglichkeiten

Bei der indischen TV-Serie "Wer wird Millionär?" hat erstmals ein Kandidat alle Fragen richtig beantwortet. Nach Hause fährt er aber nicht - aus Angst vor Entführung - von Georg Blume

DELHI taz | Es war eine tolle Geschichte. Die ganze Welt war begeistert. Man schrieb das Krisenjahr 2009, doch aus Indien kam die Botschaft: Wir träumen weiter - vom großen Geld! Die Geschichte hieß "Slumdog Millionär" und erzählte von dem jungen Slumbewohner Jamal Malik, der bei der indischen Ausgabe des Fernsehquiz "Wer wird Millionär?" alles richtig macht und das große Los zieht.

Im Film ist sein Quizsieg ein nationales Ereignis - ganz Indien schaut zu und bejubelt die Geschichte eines unwahrscheinlichen plötzlichen sozialen Aufstiegs. Diese sehr amerikanische Erzählung wurde mit acht Oscars ausgezeichnet.

Doch was, wenn der Hollywood-Traum wahr wird? Wenn die Geschichte wirklich passiert? Oh, wie langweilig ist das Leben! Keine Schlagzeilen, kein kollektiver Traum, nur Kurzmeldungen in den Gazetten - das war die bittere Erfahrung, nachdem jetzt wirklich zum ersten Mal ein kleiner Mann aus der indischen Provinz den Millionen-Jackpot jener Fernsehsendung ergatterte, die für "Slumdog Millionär" Pate gestanden hatte.

Dabei passte der Gewinner wunderbar zur Beschreibung des armen indischen Außenseiters: Sushil Kumar ist gerade 25 Jahre alt und Lehrer - in Indien ohnehin ein Armutsjob, in Bihar, einer der ärmsten Provinzen des Landes. Gut, immerhin rief ihn der Ministerpräsident von Bihar auf dem Handy an, als er vor den Kameras seinen Millionenscheck präsentierte. Und Fotos mit dem Showmaster gab es auch. Der graumelierte Amitabh Bachchan ist in Indien auch einer der größten Bollywoodstars.

Doch es war am Ende ein Fernsehabend wie jeder andere: Bachchan umarmte den aufgeregten Gewinner großzügig, dann schob er ihn beiseite. Und Lehrer Kumar erzählte später brav, dass er bei dem Fernsehspiel eigentlich nur das Geld für die Reparatur seiner baufälligen Hütte in der ostindischen Kleinstadt Motihari gewinnen wollte.

Zwangsteilung in der armen Provinz

Statt von einer großen Party berichtete die Times Of India, die größte englischsprachige Tageszeitung der Welt, am nächsten Tag auf einer ihrer letzten Seiten unter der Rubrik Vermischtes von den Sorgen der Familie Kumars. Die fürchtete nämlich bereits die Entführung ihres Gewinners und ließ wissen, er solle vorerst nicht nach Hause kommen.

Das versteht sich nämlich in einer Armutsgegend in Bihar von selbst: Wer dort auf einmal viel Geld hat und das vor den anderen nicht verheimlichen kann, läuft Gefahr, erpresst oder entführt zu werden. Zwangsteilung könnte man das nennen. ...weiter bei TAZ.de

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Gestorben wird anderswo

Pharmakonzerne testen ihre Arzneimittel zunehmend in Indien. Dort häufen sich die Todesfälle

Hierzulande ist es leicht, ein Mittel gegen ganz schwere Leiden zu bekommen. Einfach mit dem Rezept in die Apotheke, da liegen die Schachteln etwas versteckt in Schubladen hinter den Regalen mit Hustensaft: Betaferon kann Multiple-Sklerose-Beschwerden lindern, mancher Nierenkrebs-Patient fragt nach Nexavar. Bis derartige Medikamente hier zum Verkauf zugelassen werden, haben sie eine weite Reise hinter sich – und die führt besonders oft über Indien.

In Delhi leben 16 Millionen Menschen, vier mal so viele wie im Großraum Berlin, aber auf weniger als der Hälfte der Fläche Berlins. Mindestens ein Fünftel der Bewohner Delhis lebt in Slums oder engen Gassen der Altstadt.

Es sind Millionen, die nicht genug zu essen haben, nicht lesen und schreiben können, krank sind und sich keine Behandlung leisten können. Das macht es internationalen Pharmakonzernen leicht, Probanden für ihre Medikamententests zu finden.

Das Land gilt als besonders gefragt für klinische Studien, unter anderem, weil sich die medizinischen Ergebnisse leicht auf Europäer und Nordamerikaner übertragen lassen. Dass viele Inder Englisch sprechen, ist ein Vorteil gegenüber dem Testland China. Einer Studie der Universität Hongkong zufolge haben Pharmakonzerne in den USA in Indien derzeit rund 300 klinische Studien in den Phasen II und III registriert. In diesen Stadien ist das Medikament auf dem Weg der Erforschung schon so weit, dass es am Menschen erprobt werden darf. Für einen Test braucht man mehrere tausend Menschen, deshalb ist das auch der teuerste Teil der Medikamentenentwicklung.

„Die Ergebnisse weisen stark darauf hin, dass die internationalen Pharma-, Biotech- und Medizintechnikunternehmen rapide ihre Strategie überdenken, indem sie mehr klinische Studien in Schwellenländer verlegen mit hoher Bevölkerungszahl und großem Marktpotential“, heißt es in dem Bericht aus Hongkong, der ausdrücklich die BRIC-Staaten nennt, also Brasilien, Russland, Indien, China. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) bestätigt den Trend. In Europa gehen die Tests zurück, sagt Thomas Sudhop, der dortige Experte für klinische Prüfungen. Auch in Deutschland sei das der Fall, aber langsamer. Derzeit würden rund 1000 Arzneimitteltests pro Jahr angemeldet.

Viele Menschen in Indien nehmen womöglich in Kauf, dass sie bei solchen Tests sterben könnten. Der Zeitung „India Times“ zufolge starben im vergangenen Jahr laut Gesundheitsministerium 668 Menschen bei Pharmatests, während es 2007 noch 137 waren. Internationale Konzerne wie Pfizer, Merck oder Bayer führen die Studien durch. Bei klinischen Tests des Leverkusener Konzerns, dessen Pharmasparte in Berlin ansässig ist, sollen innerhalb von vier Jahren 138 Versuchspersonen ums Leben gekommen sein. Allerdings müssen die Todesfälle nichts mit dem Medikament oder dem Test zu tun haben. Oft sterben Teilnehmer wegen ihrer Vorerkrankungen wie Krebs. Bayer bestätigt das nicht. Als Antwort auf Fragen nach Todesfällen in Indien verweist der Konzern pauschal auf Publikationen in medizinischen Fachjournalen und Datenbanken. Laut „India Times“ gab es 2010 exakt 22 Todesfälle, bei denen ein Zusammenhang mit Nebenwirkungen der getesteten Medikamente erwiesen ist. Die industriekritische Organisation Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) bezweifelt die Angaben: „Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basieren und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt werden, dürften die tatsächliche Zahlen weit höher liegen.“ ...weiter bei TAGESSPIEGEL.de

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Deutsche Chirurgen
helfen ehrenamtlich

Penzberg - In Indien lauern überall Gefahren: Feuer in der Küche, lose Stromkabel auf den Straßen. Ärztin Dr. Gaby Fromberg war mit einem Interplast-Team dort - und sah Erschreckendes.

Manchmal stellt sich erst beim zweiten Blick heraus, wie schlimm es den Patienten wirklich getroffen hat. Sogar eine erfahrene Chirurgin wie Dr. Gaby Fromberg, die in Penzberg operiert, ihre Praxis in Murnau hat und schon mehrfach mit einem internationalen Ärzte-Team in Entwicklungsländer gereist ist, wird noch überrascht. Im nordindischen Haridwar, wo sie im Oktober mit einem Interplast-Team operierte, erging es ihr so mit einem dreijährigen Buben.

Zuerst dachte sie, es handele sich um einen Routinefall. Die Verletzungen an den Händen des Buben zeugten von Verbrennungen, das Spezialgebiet der Chirurgin. Dann stellte sich aber heraus, dass er sie sich bei einem Stromunfall zugezogen hatte und die Nerven schwer geschädigt waren. Der Strom ist von einem Arm in den nächsten geflossen. Möglicherweise kann der Kleine seine Hände nie wieder normal bewegen.

„In Indien liegen die Stromkabel frei auf der Straße herum“, erzählt Chirurgin Fromberg. „Da wundert micht nichts.“ Die gefährlichen Leitungen würden sich frei an den Häuserfassaden hochschlängeln, Affen würden darauf herumklettern und daran kauen.

Dr. Gaby Fromberg hat im Operationscamp in Haridwar zusammen mit dem Interplast-Team in zwei Wochen 332 Patienten untersucht und dann an acht Operationstagen bei 75 Patienten 108 Operationen durchgeführt. Neben den schweren Verbrennungsfolgen behandelte die Ärztin auch angeborene Fehlbildungen. (weiter bei MERKUR-ONLINE.de)

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Mit Unternehmergeist gegen die Armut

Entwicklungshilfe: Kleine Unternehmen versuchen mit innovativen Geschäftsideen soziale Probleme zu lösen. In den vergangenen Tagen trafen sich erfolgreiche Sozialunternehmer bei einer Konferenz in Wien.

Bombay/Wien. Wenn der 23-jährige Ramesh Joshi in die Straße zum Century Bazaar im Stadtteil Worli im Zentrum von Mumbai (Bombay) einbiegt, folgt ihm schon ein ganzer Pulk Straßenkinder. In der „Little Star School“ ist die Schar bereits auf rund 30 Kinder angewachsen. Ramesh ruft seine Schüler zu Beginn der Stunde zu Algebra-Übungen an die Tafel, vor Unterrichtsende erzählt er von Holi, dem indischen Frühlingsfest, und Divali, dem Lichterfest. Während die meisten Erwachsenen an den am Gehsteig errichteten Behelfsunterkünften einfach vorbeigehen und durch die Kinder hindurchsehen, schenkt ihnen Ramesh viel Zeit und Zuneigung. Ramesh ist mit seiner Abendschule ihre Chance auf ein besseres Leben.

Ramesh versteht sich als Sozial-Entrepreneur, er glaubt, dass es am besten sei, den sozialen Problemen in Indien mit Unternehmergeist zu Leibe zu rücken. Ramesh hatte selbst Glück: Ashoka, eine Organisation, die derartige soziale Unternehmen in aller Welt fördert, half Ramesh mit einer Kapitalspritze. Seit Muhammad Yunus 2006 den Friedens-Nobelpreis für seine Mikrokredit-Idee erhielt, hat das Konzept vom sozialen Unternehmertum ein Gesicht und befindet sich im Aufwind. Durch unternehmerischen Ehrgeiz angetrieben, soll soziale Entwicklung mit innovativen Ideen erreicht werden.

In den vergangenen Tagen trafen sich erfolgreiche Sozialunternehmer bei einer von Ashoka veranstalteten Konferenz in Wien. Etwa der Belgier Bart Weetjens. Er trainiert in Tansania afrikanische Beutelratten darauf, Landminen und Tuberkulose zu erschnüffeln. Die Tiere laufen über vermintes Gelände und schlagen Alarm, wenn sie sich einer Sprengfalle nähern. Um Tuberkulose zu diagnostizieren, riechen sie an menschlichen Ausscheidungen. Der Vorteil der Ratten: Sie sind zuverlässig, praktischer und billiger als Hunde, die ebenfalls zur Minensuche eingesetzt werden, und es gibt sie zuhauf. Von den „Hero-Rats“, wie Weetjens sie nennt, sollen kleine ländliche Gemeinden und städtische Armutsgebiete profitieren, die sich teure Diagnosegeräte nicht leisten können. ...weiter bei DIEPRESSE.com

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Die Rückkehr eines Heiligen

Der mit Erfolg hungerstreikende Anna Hazare will in Delhi für die Verabschiedung eines Antikorruptionsgesetzes sorgen. Doch die Zahl seiner Gegner wächst - von Georg Blume

DELHI taz | Anna Hazare erfindet sich immer wieder neu. Er macht einfach, was andere nie tun würden. Seit Wochen hat er geschwiegen und nur durch Briefe mit seinen Mitarbeitern kommuniziert. Monate schon sitzt er in seinem Dorftempel in Westindien und bleibt der Hauptstadt Delhi fern.

Der 74-jährige Antikorruptionskämpfer, der im Sommer per Hungerstreik die größte indische Protestbewegung seit Jahrzehnten entfachte, hält aber damit die indische Öffentlichkeit in Schach. Das Rätselraten über ihn hört nie auf. Nun hat er endlich seine Rückkehr nach Delhi angekündigt. Die Hauptstadt, das steht fest, wird ihn wie einen Heiligen empfangen.

Dabei sah es zuletzt so aus, als könnte sich "Team Anna" im politischen Kleinkrieg verzetteln. Team Anna ist eine neue Erscheinung: keine Partei, keine Nichtregierungsorganisation, nur ein Kreis von Einzelkämpfern aus allen politischen Lagern, die Hazare um sich gesammelt hat für ein einziges Thema: die Korruptionsbekämpfung.

Das funktionierte prima, solange aus dem Hungerstreik Hazares eine spontane Bewegung entstand, die keine Organisationsstruktur vertrug. Als der Streik scheinbar erfolgreich endete und Regierung samt Parlament das von Hazare geforderte Antikorruptionsgesetz versprachen, verfiel der Solidaritätszwang der Bewegung. Team Anna stand wie eine Truppe fragwürdiger Individualisten da. ...weiter bei TAZ.de

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Der erschreckende Umgang mit Frauen und Mädchen

Sie schleppen Steine. Sie arbeiten in Fabriken. Sie sind von ihren Eltern ungeliebt, sie werden missbraucht - Mädchen und Frauen haben in Indien einen schweren Stand. Denn sie kosten Geld, etwa für die Mitgift, ohne die sie nicht verheiratet werden. Von Christoph Hein

Das Formel-1-Rennen, die Vorfilme über ein buntes Indien mit Elefanten und Schlangenbeschwörern, sahen vergangenen Sonntag Millionen Zuschauer im Fernsehen. Das für Indien wichtigere Fest dieser Tage wurde von der westlichen Öffentlichkeit dagegen unbemerkt gefeiert, obwohl nicht weit von der Rennstrecke entfernt: 222 Mädchen wurden öffentlich umgetauft. Bislang lautete der Name, den ihre Eltern ihnen mit auf den Weg gaben, Nakusa oder Nakoshi - „die Unerwünschte", „die Ungewollte". Denn ein Mädchen will in Indien kaum eine Familie, da es nur Geld kostet und wenig bringt. Nun aber hatte sich der Bezirk entschieden, die Mädchen auf einen Namen ihres Wunsches umtaufen zu lassen, und diesen dann in der Zeitung bekannt zu machen. „An ihrer Vergangenheit können wir nichts mehr ändern. Wir wollen ihnen aber die Scham nehmen, Nakusa oder Nakoshi getauft worden zu sein, und ihnen so Wege in die Zukunft öffnen", sagte Bhagwan Pawar, der zuständige Vertreter der Gesundheitsbehörde, der den Einfall zur Neutaufe hatte.

Doch auch wenn der Name stimmt, haben Indiens Mädchen unendliche Hürden zu nehmen. Zwar gibt es in der größten Demokratie der Erde mächtige Frauen in Politik und Wirtschaft, wie Parteichefin Sonia Gandhi, die Aktivistin Arundhati Roy oder Chanda Kochhar, die Spitzenbankerin von ICICI. Doch werden auf der anderen Seite weibliche Embryos abgetrieben, Ehefrauen angezündet, Frauen als Freiwild betrachtet, Mädchen von weiten Teilen der Gesellschaft, der Bildung und des Gesundheitswesens ausgegrenzt. Talente, die in einem weiblichen Körper daherkommen, werden in Indien zum ganz überwiegenden Teil nicht entwickelt. Der erschreckende Umgang mit Mädchen und Frauen, der allzu oft auf Sensationsmeldungen wie Witwenverbrennung, Prostitution oder Säureanschläge reduziert wird, betrifft ganz Südasien. Die niederländischen Politikerin Varina Tjon A. Ten hat in einer großen Studie auf die Gefährdung der „Millenium Goals" durch Tabuisierung der Menstruation in armen Gesellschaften hingewiesen. Die Diskriminierung von Frauen kostet allein die drittgrößte Wirtschaftsnation Asiens Milliarden.

Die Ausgrenzung ist nicht nur böser Wille, sondern eine brisante Mischung aus Machterhalt der Männer, Tradition, Religion, Unwissenheit und Armut. Mädchen, die nicht aufgeklärt sind und kein Geld haben, für ihre Monatshygiene zu sorgen, trauen sich mit dem Einsetzen ihrer Periode nicht mehr in die Schule. Sie bleiben für immer zu hause, arbeiten auf den Feldern. Schulen und Betriebe, die keine Toiletten besitzen, schrecken Mädchen stärker ab als Jungen - die meisten Schulen Indiens haben aber keine sanitären Einrichtungen. Eltern im „anderen Indien" betrachten Mädchen als „Problemkinder", da sie für deren Keuschheit bis zur Ehe zu sorgen haben. Auch das „eve-teasing", wie die sexuelle Belästigung von Mädchen beschönigend genannt wird, ist in ganz Südasien weit verbreitet. Richter in Bangladesch haben es Anfang des Jahres als Euphemismus enttarnt und zur harten Bestrafung aufgefordert. In der indischen Wirtschaftshauptstadt Mumbai (Bombay) haben Studentinnen des St. Andrew's College eine Facebook-Seite „Freeze the tease" eröffnet, um sich gegen Belästigung zu wehren. Daraus wurde eine breite Bewegung. ...weiter bei FAZ.net

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Extremist fordert Todesstrafe für Taufe

Der Präsident des Weltrates Indischer Christen (GCIC) verurteilt die jüngsten Forderungen des Hindu-Extremisten Praveen Togadia. Neben einer neuen indischen Verfassung auf hinduistischer Grundlage verlangt dieser die Todesstrafe für Priester, die Hindus zum Christentum bekehren.

Laut Sajan George versucht Praveen dadurch die sozialen Spannungen im Lande anzuheizen, um die politische und wirtschaftliche Macht seiner Organisation zu stärken. In der Vergangenheit hatte der Sekretär der extremistischen Hindubewegung Vishwa Hindu Parishad bereits mehrere Hasskampagnen gegen Christen, Muslime und andere Minderheiten initiiert. (Radio Vatikan)

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Bollywood in Action

 

Hollywood? Pah! Bollywood ist der scheinbar neue heiße Hype - zumindest wenn es um lächerlich unrealistische aber spektakuläre Auto-Action geht. Bollywood übertrifft seit Jahren alle US-Actionbastler, wenn es darum geht, die physikalischen Gesetze außer Kraft zu setzen.

Der Film um das hier zu sehende Beispiel heißt "Singham" und hat eine Story, die man wohl eher vernachlässigen kann. Interessanter ist da schon der Stunt mitsamt zweier SUVs der Marke "Mahindra", der im Video rechts zu sehen ist. Geklaut bei Bruce Willis ("Red") und noch gesteigert. Besonders skurril sind die Aktionen, mit denen die zwei Hauptpersonen aus den beiden Fahrzeugen aussteigen (bei der zweiten ist es wohl eher ein "ausgestiegen werden"). Ein Stunt, der selbst den Schwerkraftgegner Rajnikant staunen lässt. Doch sieh selbst! (Wenn das Video entsprechend Deinen Einstellungen nicht angezeigt wird, klicke hier)

Mehr von der lustigen "Antischwerkraft-Action"? Hier der Protagonist bei einer Schlägerei mit schweren Jungs, die sonderbarerweise kaum über 100 Gramm zu wiegen scheinen...

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Kaleidoskop

Die lebenden Brücken von Meghalaya

Nehmen wir uns an den Menschen im indischen Meghalaya ein Beispiel: Während wir in unserer eingebildeten Überlegenheit genügend Beispiele geliefert haben, die uns kurzfristigen Nutzen – unseren Enkeln jedoch große Probleme bereiten.

Die Stammesgemeinschaften in Meghalaya machen es umgekehrt. Sie beginnen heute mit dem Bau von Brücken, die erst die Urenkel benutzen können. Schau hier...

Artisten an der Theke

Indien ist bekannt für seine Akrobaten unter Köchen, Kellnern, Verkäufern. Immer dann, wenn der Job immer gleichbleibende Bewegungsabläufe hat, reizt es den Inder, daraus eine artistische Nummer zu machen. Hier haben wir ein paar Beispiele zusammengeschnitten

Der allererste bemannte Elektro-Flug

...fand Ende Oktober 2011 in Deutschland statt. In einer Zeit, wo Elektroautos noch mitleidig von der Seite angesehen werden, wagen sich drei mutige deutsche Wissenschaftler bereits mit Elektroantrieb in die Luft.

Die Spinne

…ist kein Video, sondern ein Spiel. Damit kannst Du auf dem Bildschirm an Deiner Arachnophobie arbeiten, bevor Du Dich in den indischen Dschungel begibst. Dabei kannst Du eine fette Spinne selbst gestalten, mit der Maus am Bein packen und durch die Gegend ziehen – aber auch mit kleinen Insekten kannst Du die Spinne füttern.

Millionen Hindus baden im Ganges

Millionen Hindus haben sich gestern in der indischen Stadt Haridwar versammelt, um mit einem Bad im Ganges das Kartik Purnima-Fest zu begehen. Zum REUTERS-Video

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Vor Moskitos schützen

Düsseldorf (CRM) - Indienreisende sollten sich besonders sorgfältig vor Mückenstichen schützen. Das empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

Wer nach Indien reist, sollte sich vor Mückenstichen schützen. Örtliche Behörden haben gemeldet, dass es in Indien zu zahlreichen Malariaerkrankungen, Fällen von Japanischer Enzephalitis, Chikungunya- und Dengue-Fieber gekommen sei.

Diese Infektionskrankheiten werden alle durch Mücken übertragen. Vor Antritt der Reise sei auch sehr wichtig, sich von einem Arzt zu möglichen Impfungen und Malariaprophylaxe beraten zu lassen. Je nach regionalem Übertragungsrisiko, Art und Dauer der Reise, rät das CRM vorsorglich Malariamedikamente zu nehmen.

CRM-Hinweise für Indien (hier finden sich auch die regionalen Hinweise – die obige Warnung kann nicht für ganz Indien pauschaliert werden.

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Enzephalitis-Impfstoff in Indien zugelassen

Lokale Herstellung auf Basis von Intercell-Technologie

Wien - Der börsenotierte Wiener Impfstoffkonzern Intercell hat für seinen Impfstoff gegen die japanische Enzephalitis die Zulassung für endemische Gebiete in Indien bekommen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend ad hoc mit. "Die Markteinführung des Produkts, das unter der Bezeichnung JEEV vermarktet wird, verläuft plangemäß und wird für das erste Halbjahr 2012 erwartet nachdem die Herstellung und Freigabe der ersten kommerziellen Impfstoffchargen in den Betriebsstätten von Biological E. in Hyderabad erfolgt ist."

Der Impfstoff wird in Indien vom lokalen Partner Biological E. hergestellt und basiert auf der Technologie von Intercell, die bereits erfolgreich zur Produktlizensierung des Impfstoffes für Erwachsene in Europa, den USA, Kanada, Hongkong und Australien eingesetzt wurde.

Die Japanische Enzephalitis ist eine durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung, die vor allem in Ost- und Südostasien vorkommt und an der vor allem Kinder erkranken.

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Nur Sauerkraut schmeckt ihm nicht

Ihm gefällt die deutsche Kultur: Der indische Mitarbeiter der Freudenberg-Unternehmensgruppe Naman Jolly genießt sein Leben mit seiner Familie in Deutschland.

Weinheim. (zg/lue) Mit seinen etwa 43.000 Einwohner zählt Weinheim sicherlich nicht zu den kleinsten Städten Deutschlands. Kommt jemand jedoch wie Naman Jolly aus Delhi, muss die Zwei-Burgenstadt regelrecht verschlafen wirken. Mit mehr als elf Millionen Einwohnern ist Delhi die zweitgrößte Stadt Indiens. Dennoch hat es Jolly in die Bergstraße gezogen. Seit Oktober 2010 arbeitet er bei der Unternehmensgruppe Freudenberg und hat einige kuriose Erfahrungen in seiner neuen Wahlheimat gemacht.

"Ich werde nie vergessen, wie ich zum ersten Mal gemeinsam mit meiner Frau in Deutschland Auto gefahren bin", erzählt Jolly. "Sie schrie mich an, ich solle nicht bremsen, wenn die Ampel gelb wird. Im Gegenzug hatte sie Angst, wenn ich auf der Autobahn über 160 Stundenkilometer fuhr." Da man in Indien auf der Straße um jeden Meter kämpfen muss, bekommt man selten die Chance, so schnell wie auf deutschen Autobahnen zu fahren.

Dass es in Deutschland aber auch viel entspannter zugehen kann, hat Jolly auf den zahlreichen Sommerfesten und Kerwen in der Region gelernt. "Um eine fremde Kultur zu verstehen und sich anzupassen, ist es unheimlich wichtig, viel zu unternehmen und sich "unters Volk" zu mischen." Auch seine deutschen Lieblingsgerichte konnte Jolly dort finden. Bratwurst und Schnitzel - eine kleine Besonderheit, bedenkt man, dass Schweinefleisch in Indien weit weniger verbreitet ist, als in Deutschland. Nur mit Sauerkraut konnte er sich bisher noch nicht anfreunden.  ...weiter bei RNZ.de

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"Nahaufnahme" - Angst und Wäsche für zwei Wochen

FR-Volontär Danijel Majic macht sich auf nach Delhi und tauscht mit einem Journalisten der Hindustan Times für vier Wochen den Arbeitsplatz. Als Vorbereitung nähert er sich Indien mit Zahlen an - und bekommt Angst.

Der Koffer für Indien ist gepackt. Wäsche für zwei Wochen im Vertrauen darauf, dass das Goethe-Institut in Delhi eine Waschmaschine bereithält. Einen Monat soll ich in der indischen Hauptstadt verbringen. Das Austauschprogramm „Nahaufnahme“ des Goethe-Instituts sowie die Gastfreundlichkeit der Kollegen von der Hindustan Times machen es möglich: Vier Wochen verbringe ich im Zentrum der größten Demokratie der Welt mit dem Auftrag, aus dieser Megametropole zu berichten.

Die Ankündigung kam irgendwann Anfang September im Anschluss an ein Gespräch, das sich um ein ganz anderes Thema gedreht hatte. „Ach übrigens, wir haben uns gedacht, dass du an diesem Austauschprogramm mit Indien teilnehmen könntest“, ließ mich mein Ressortleiter nebenbei wissen. Unaufgeregt, als hätte er „PS. Grüße an die Eltern“ unter einen Brief geschrieben.

Austausch

Die Frankfurter Rundschau beteiligt sich an dem journalistischen Austauschprojekt „Nahaufnahme“ des Goethe-Instituts.

Ein Kollege von der Hindustan Times in New Delhi und unser Volontär Danijel Majic tauschen im November ihren Arbeitsplatz.

Journalistinnen und Journalisten von vier weiteren deutschen Medien und fünf Zeitungen aus Indien berichten für einige Wochen über Politik, Kultur und Alltag der anderen Stadt.

Info: www.goethe.de

Das Projekt „Nahaufnahme“ wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Seit diesem Gespräch ist kaum ein Tag vergangen, an dem meine Gedanken nicht um Delhi kreisten. Elf Millionen Menschen sollen sich allein im engeren Stadtgebiet drängen. Meine Eltern sind aus Kroatien eingewandert, einem Land, das nicht einmal halb so viele Einwohner hat. Im Vergleich dazu ist Indien kein Land, sondern ein eigener Planet mit Delhi als Zentrum. Also heißt es, Reisevorbereitungen treffen, Sommerklamotten für den indischen Herbst zulegen, Visum beantragen. Sich einbilden, auf alles vorbereitet zu sein.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern des indischen Generalkonsulats in Frankfurt stelle ich plötzlich fest, dass mein Englisch doch nicht so gut ist, wie ich es mir seit dem Abitur eingebildet hatte... weiter bei FR-ONLINE.de

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Global Village. Von Shonali Muthalaly

Ebenfalls im Rahmen der "Nahaufnahme" kommt Shonali Muthalaly nach Deutschland - diesmal aus dem tiefen Süden Indiens, der Hauptstadt Tamil Nadus Chennai (ehem. Madras). Da auf Fernreisen immer gern die Andersartigkeit der eigenen Kultur gegenüber gestellt wird, ist Shonalis Erster Eindruck von Berlin richtig spannend. Wenn sie zum Beispiel unsere Hauptstadt im Berufsverkehr der Berliner Rushhour "Ruhe ausstrahlen lässt"... (Das versteht nur, wer den Verkehr in Indiens Megacities erlebt hat)

Shonali Muthalaly

Alter: 33 Jahre
Zeitung: The Hindu,
Ressort: Lokales, Lifestyle, Kultur

Worüber ich aus Berlin berichten möchte: Kunst und Kultur

Berlin ist es egal, was ich von ihm halte. Genau das macht es so anziehend. In einer Zeit plakativer Klischees und aggressiven globalen Wettbewerbs ist es faszinierend, eine Stadt zu entdecken, die mit ihrer Identität im Reinen ist, die sich nicht ständig selbst beweisen oder Besucher beeindrucken muss. Und die dennoch nicht statisch ist. Das ist der andere große Reiz Berlins: Die Fähigkeit zu ständiger Veränderung, ohne seine Seele zu verlieren.

Indien ist zwar weltweit als Land der Spiritualität anerkannt. Aber wir sind fieberhaft darum bemüht, uns neu zu erfinden. Unser Nationalcharakter nimmt allmählich andere Züge an, vor allem in der aufstiegsorientierten Mittelschicht: Man arbeitet viel, ist hoffnungslos technologiefixiert, plant ständig Neuanschaffungen aller möglichen Geräte.

Es wäre wohl naiv zu behaupten, dass die Berliner weniger materialistisch sind. Aber sie scheinen das Leben mehr zu genießen. Nach meiner ersten Woche hier wird mir bewusst, wie viel Ablenkung es in meinem Leben in Indien gibt: der lärmende iPod, das unentwegt klingelnde Telefon, der summende Blackberry. Hier in Berlin strahlt selbst der morgendliche Pendlerverkehr zur „Rushhour“ Ruhe aus, ich bin begeistert, wenn ich sehe, wie die Leute im Zug lesen oder aus dem Fenster schauen. ...weiter bei GOETHE.de

 

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Das Leid der gestohlenen Kinder

Im Alter von elf Monaten wurde Anisha Mörtl von einem deutschen Paar aus Indien nach München geholt - obwohl ihre Mutter sie nie zur Adoption freigegeben hatte

Wenn man mir heute die Frage stellt, ob ich wirklich lieber im Armenviertel von Hyderabad aufgewachsen wäre, dann habe ich darauf keine Antwort", sagt Anisha Mörtl. "Ich hatte damals keine Wahl, sondern wurde ungefragt von einer Welt in eine andere verpflanzt. Ich kann nicht wissen, wie das andere Leben ausgesehen hätte, eine Kindheit in Indien mit meiner Mutter Fatima."

Anisha ist heute 21 Jahre alt, gerade ist sie von München nach Bamberg gezogen, um ihr Psychologiestudium zu beginnen. Ihre leibliche Familie, ihre Mutter Fatima, ihre Oma, ihre Großtanten, ihr Onkel, ihre Cousinen wohnen in Hyderabad, einer Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt im südlichen Indien. Im vergangenen Jahr hat Anisha ihre indische Familie besucht und ihre leibliche Mutter das erste Mal nach 19 Jahren wiedergesehen. Ihre Geschichte hat sie aufgeschrieben, nächste Woche erscheint ihr Buch "Lotostochter". Das Schreiben sei für sie auch ein Stück Therapie gewesen, sagt Anisha. "Aber letztlich habe ich diese Reise noch immer nicht verarbeitet." Nach außen wirkt sie fröhlich und ausgelassen. Aber innerlich fühle sie sich zerrissen.

Im Alter von zehn Monaten wurde Anisha in Hyderabad von ihren deutschen Adoptiveltern abgeholt und nach München gebracht. Ihre leibliche Mutter habe sie in einem Krankenhaus bei den Schwestern des Schwester-Theresa-Ordens abgegeben; sie habe schon zwei Töchter und hätte kein weiteres Kind mehr ernähren können - diese Geschichte wurde Anisha von ihren neuen Eltern erzählt, als sie heranwuchs. Doch ihr Leben lang begleitete sie eine innere Unruhe und das Gefühl, dass da etwas nicht stimmen kann. Sobald sie Bilder aus Indien sah oder eine Reisewerbung im Fernsehen kam, schossen ihr die Tränen in die Augen. Schon als kleines Kind malte sie ihre Familie in Indien, eine Mutter, einen Vater, zwei Schwestern, aber immer ohne Gesicht.

Mit 13 Jahren überredete sie ihre Adoptiveltern, nach Indien zu reisen, um nach ihren Wurzeln zu forschen. Ihre Mutter sträubte sich, doch Anisha setzte sich durch. Gemeinsam besuchten sie das Krankenhaus des Ordens, von dem ihre Eltern sie 1991 bekommen hatten. Schwester Teresa, eine alte indische Frau, wiederholte die Geschichte der armen Slumbewohnerin. Anishas Mutter sei damals ins Hospital gekommen, um sie abtreiben zu lassen. Teresa aber habe sie davon überzeugen können, das Kind zur Welt zu bringen und es ihrer Obhut zu übergeben. Anisha bittet um Einsicht in ihre Akte, in der sich das Formular befinden muss, mit dem ihre Mutter sie zur Adoption freigab. Doch je mehr sie bohrt, umso herrischer und kaltschnäuziger wird die Schwester. "Bitte", sagte ich, "was wissen Sie über meine Mutter?" Schwester Teresa war eindeutig nicht daran gewöhnt, dass jemand, der so jung war wie ich, sich derart ungebührlich verhielt", schreibt Anisha. "Ihr Tonfall wurde härter. 'Jetzt sei doch zufrieden', fuhr sie mich an, 'du hast doch liebe Eltern.'"

Auch Anishas Adoptivmutter wollte nicht weiter in der Vergangenheit forschen, und so flog Familie Mörtl wieder nach München. Doch vor ihrer Abreise wandte sich Anisha an eine indische Menschenrechtlerin, die versprach, nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen. Zwei Jahre später schickte sie Anisha einen Brief: "Wir haben Deine Mutter gefunden". Ein Schriftverkehr entwickelte sich zwischen Anisha in München und Fatima in Hyderabad, und langsam setzte sich Stück für Stück zusammen, was wirklich geschehen war.

Anisha ist Fatimas einziges Kind. Fatima ist 17 Jahre, als sie sie bekommt. Sie gehört der untersten indischen Kaste an, arbeitet als Hausangestellte und kann weder lesen noch schreiben. Fatima erzählt die Geschichte der Geburt ihres Kindes im Jahr 1990 so: Im Krankenhaus der katholischen Nonnen habe man 20 000 Rupien, heute etwa 300 Euro, für die Entbindung von ihr verlangt. Zwei Wochen nach der Geburt habe Schwester Teresa Fatima in ihrer ärmlichen Behausung aufgesucht. Als sie das Geld nicht zahlen konnte, habe Teresa ihr das Baby vom Arm gezogen und sei verschwunden. In den kommenden Wochen habe Fatima immer wieder vor dem Tor des Krankenhauses gestanden, aber nie wieder sei ihr Einlass gewährt worden.

Fatima wurde während des Kaiserschnitts ungefragt sterilisiert. Schwester Teresa gab die kleine Anisha einem kinderlosen deutschen Paar, das es gar nicht erwarten konnte, ihr "Baby Girl" mit den Knopfaugen nach München zu holen. ...weiter bei WELT.de

Lies auch ausführlicher hier...

Buchbeschreibung
»Lotostochter - Ich bin ein gestohlenes Kind«

Ein adoptiertes indisches Mädchen auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter

Anisha elf Monate ist das indische Mädchen alt, als es von einem deutschen Ehepaar adoptiert wird. 13 Jahre später - zerrissen zwischen ihrer indischen Herkunft und ihrem Leben in Deutschland - begibt sich Anisha auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. In Indien trifft sie auf ein korruptes System: ein katholisches Waisenhaus, geleitet von einer Nonne, die Anishas Mutter das Babys entriss und es ohne deren Einverständnis den westlichen Adoptiveltern übergab. Trotz großer Widerstände findet Anisha ihre Mutter wieder: Fatima, eine arme Frau, Analphabetin, die sich gegen die Ordensfrau nicht wehren konnte. Anisha ist heute eine starke junge Frau. Offen spricht sie über ihr bewegendes Schicksal und regt an, das Thema Adoption kritisch zu hinterfragen. Die unglaubliche Geschichte von Anisha und Fatima, von Kinderhandel und Korruption, von Mutterliebe, Sehnsucht nach Heimat und unendlicher Einsamkeit.

Anisha Mörtl: »Lotostochter«, Buch - 240 Seiten, gebunden, November 2011 - EUR 17,99  - hier portofrei bestellen bei BUCH24

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Aus dem Osten kommt das Licht (ex oriente lux) und für manche auch die Erleuchtung. Beides ist bei der Verballhornung des alten lateinischen Spruchs in dieser Rubrik nicht gemeint. Hier üben wir ein wenig Umgangsenglisch mit den humorigen Beiträgen aus indischen Foren, Zeitungen und eMails. Hierbei verhindert allerdings die Globalisierung manchmal Rückschlüsse auf die indische Kultur, denn etliche Anekdoten stammen offenbar von Auslandsindern (NRI) aus Amerika und England

Sie sind überall

I was barely sitting down when I heard a voice from the other stall saying:  "Hi, how are you?"

I'm not the type to start a conversation in the men's restrooms at a rest stop but, I don't know what got into me, so I answered, somewhat embarrassed, "Doin Just Fine!"

And the other guy says: "So what are you up to?"

What kind of question is that? At that point, I'm thinking this is too bizarre so I say: "Uhhh I'm like you, just traveling east!"

At this point I am just trying to get out as fast as I can when I hear another question.

"Can I come over to your place after while?"

Ok, this question is just wacky but I figured I could just be polite and end the conversation. I tell him, "Well, I have company over so today is a bad day for me!"

Then I hear the guy say nervously...

"LISTEN, I'll have to call you back. There's an idiot in the other stall who keeps answering all my questions!"

Was Deinen Hund ärgert

  • Yelling at me for barking...HEY, I'M A DOG!!
  • Taking me for a walk, then not letting me check stuff out. Exactly whose walk is this anyway?
  • Any trick that involves balancing food on my nose...stop it.
  • Blaming your farts on me...not funny...not funny at all.
  • Yelling at me for rubbing my bottom on your carpet. Why'd you buy carpet?
  • Dog sweaters. Hello...have you noticed the fur?
  • Any haircut that involves bows or ribbons. Now you know why we chew your stuff up when you're not home.
  • Taking me to the vet for "the big snip," then acting surprised when I freak out every time we go back.
  • The slight of hand, fake-fetch-throw. You fooled a dog! What a proud moment for the top of the food chain.

Die Diagnose

The doctor, after an examination, sighed and said, "I've got some bad news. You have cancer, and you'd best put your affairs in order."

The woman was shocked, but managed to compose herself and walk into the waiting room where her daughter had been waiting.

"Well, daughter, we women celebrate when things are good, and we celebrate when things don't go so well. In this case, things aren't well. I have cancer. So, let's head to the club and have a martini."

After 3 or 4 martinis, the two were feeling a little less somber. They were eventually approached by some of the woman's old friends, who were curious as to what the two were celebrating.

The woman told her friends they were drinking to her impending end. "I've been diagnosed with AIDS."

The friends were aghast, gave the woman their condolences and beat a hasty retreat.

After the friends left, the woman's daughter leaned over and whispered, "Momma, I thought you said you were dying of cancer, and you just told your friends you were dying of AIDS! Why did you do that?"

"Because I don't want any of those bitches sleeping with your father after I'm gone."

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes and Dr Watson went on a camping trip. After a good meal and a bottle of wine they lay down for the night, and went to sleep. Some hours later, Holmes awoke and nudged his faithful friend awake. "Watson, look up at the sky and tell me what you see."

Watson replied, "I see millions and millions of stars."

"What does that tell you?" Holmes questioned.

Watson pondered for a minute. "Astronomically, it tells me that there are millions of galaxies and potentially billions of planets. Astrologically, I observe that Saturn is in Leo. Horologically, I deduce that the time is approximately a quarter past three. Theologically, I can see that God is all powerful and that we are small and insignificant. Meteorologically, I suspect that we will have a beautiful day tomorrow. What does it tell you?"

Holmes was silent for a minute, then spoke. "Watson, you idiot. Someone has stolen our tent."

Schmerzensgeld ?

Farmer Ashok decided his injuries from the accident were serious enough to take the trucking company responsible for the accident to court.

In court the trucking company's fancy lawyer was questioning farmer Ashok. "Didn't you say, at the scene of the accident, 'I'm fine,'" said the lawyer.

Farmer Ashok responded, "Well, I'll tell you what happened. I had just loaded my favorite mule, Bessie, into the..."

"I didn't ask for any details," the lawyer interrupted, "just answer the question. Did you not say, at the scene of the accident, 'I'm fine!'"

Farmer Ashok replied, "Well, I had just got Bessie into the trailer and I was driving down the road..."

The lawyer interrupted again and said, "Judge, I am trying to establish the fact that, at the scene of the accident, this man told the Highway Patrolman on the scene that he was just fine. Now several weeks after the accident he is trying to sue my client. I believe he is a fraud. Please tell him to simply answer the question."

By this time the Judge was fairly interested in Farmer Ashok's answer and said to the lawyer, "I'd like to hear what he has to say about his favorite mule Bessie."

Ashok thanked the Judge and proceeded, "Well, as I was saying, I had just loaded Bessie, my favorite mule, into the trailer and was driving her down the highway when this huge semi-truck and trailer ran the stop sign and smacked my truck right in the side. I was thrown into one ditch and Bessie was thrown into the other. I was hurting real bad and didn't want to move. However, I could hear ole Bessie moaning and groaning. I knew she was in terrible shape just by her groans.

Shortly after the accident a Highway Patrolman came on the scene. He could hear Bessie moaning and groaning so he went over to her. He looked at her then he took out his gun and shot her between the eyes. Then the Patrolman came across the road with his gun in his hand and looked at me. He said, 'Your mule was in such bad shape I had to shoot her. How are you feeling?'"

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Who's Who?

Neue Leserinnen und Leser mögen mir verzeihen, dass ich die immer wiederkehrenden Namen unserer Freunde in Indien nicht jedes Mal erkläre. Ich setze hier voraus, dass INN-Leser ihre "Schularbeiten" bereits gemacht haben.

Bei KD-online findet sich in den Kapiteln unserer Reiseregionen auch die Rubrik "Places & People" - dort werden unsere Gastgeber vorgestellt. Hier nur kurz die  häufigsten Namen:

Raju Vettikavumgal Sebastian ist der Kochattan, Familienvorstand und Gastgeber der 2. Generation für unsere Südindiengäste der Kerala Discovery auf der Dschungelfarm Vettikavumgal im Calicut-Distrikt, Nord-Kerala. Lovely Sebastian ist Rajus Frau und Mutter seiner 4 Kinder Martin, Paul, Jaimon & Diana. In der Nachbarschaft lebt Rajus Bruder Gilson mit seiner FrauAnci und 4 Kindern. Auch Rajus jüngste Schwester Jessy, die mit ihrem Mann Charly und 3 Kindern im Nachbardistrikt lebt, treffen wir gern. (Dazu gelegentlich Rajus älteste Schwester Mercy und sein jüngster Bruder Johnson, die in Deutschland leben) Für eine entspannte Verlängerung am Kerala-Strand sorgt Dr. Lalitha Babu mit ihrem ruhig gelegenen Strandresort südlich vom Kovalam Beach.

Maharaj Chandrashekhar Singh of Raoti und seine Frau Rani Bhavna residieren mit dem Sohn Prinz Yashvardan (Yashu) im Indrashan, Jodhpur (Rajasthan). Als seine Freunde und Gäste dürfen wir den Fürsten Chandra nennen. Er öffnet uns die Tore zu allen anderen Royal Hosts der Rajputana Discovery, Gujarat Discovery und Hills Discovery

Manchmal ist da auch Erwin, Kunstfigur und Pseudonym immer dann, wenn es um Leute geht, die mit ihrem Halbwissen über die Dinge des Lebens ablästern. Die heißen bei mir alle Erwin...

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